Menschen

Der Letzte seiner Art

Nach acht Generationen ist Franz der letzte Küfer der Markheiser-Dynastie

Die Welt wird immer schneller, moderner und effizienter. Meist ist die Fahrt so rasant, dass wir gar nicht bemerken, was so alles am Wegesrand zurückbleibt. So gibt es zahllose Berufe die wegen der fortschreitenden Modernisierung schlicht und einfach klammheimlich aussterben. Damit das Wissen nicht verloren geht und man sich dieser alten Handwerke bewusst bleibt, hat sich das Team des Ruhbenderhaus vom Freundeskreis des Heimatmuseums Östringen auf die Fahnen geschrieben, die Menschen über dieser aussterbenden Künste ins Bild zu setzen.

Am Wochenende stand daher der Beruf des Küfers im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.Zu Gast waren die beiden Küfermeister Oskar Reiser aus Zeutern so wie Franz Markheiser aus Hilsbach. Gemeinsam zeigten sie dem interessierten Publikum wie man Fässer herstellt das fängt schon bei den spannenden Fragen, an wie man das Holz krumm bekommt und vor allem wie das ganz am Ende dicht wird… Wir waren mit der Kamera dabei!

Danke Willi

Eine Jazz-Legende tritt ab

Ein ganzes Leben für die Musik

Am Sonntagabend nahm der berühmte Jazzmusiker und Dirigent Willi Ehringer mit stolzen 90 Jahren nun in Kraichtal seinen Hut. Doch anstatt leise Servus zu sagen, zog der Ausnahmemusiker und große Dirigent Ehringer noch einmal alle Register und begeisterte sein Publikum ein letztes Mal mit einem herausragenden Konzert, an das man sich im Kraichtal noch lange erinnern wird. Seit vielen Jahrzehnten leitete Willi Ehringer nicht nur die Musiker in Unteröwisheim, sondern auch ambitionierte Vereine in seinem Heimatort Reilingen oder im nahen Hockenheim.

Willi Ehringer wurde am 15. April in Hockenheim geboren und studierte nach seiner Jugend dort im nahen Heidelberg Musik und Pädagogik. in den Nachkriegsjahren spielte er Jazz und Swing – unter anderem in den Offizierskasinos der amerikanischen Armee. Einen ersten Höhepunkt verzeichnete seine Karriere als er 1956 zu einem der führenden Jazztrompeter in ganz Deutschland gewählt wurde. Zu seinen Bühnenkameraden zählten bekannte Namen wie Helmut Zacharias oder Bill Ramsey sowie unzählige Schlagerstars der Wirtschaftswunderjahre. Später arbeitete und musizierte Ehringer lange Jahre mit seinem Freund Armin „Joe“ Brunner, der noch heute das gleichnamige Musikhaus am Bruchsaler Otto-Oppenheimer-Platz leitet. Seit den 60er Jahren engagierte sich Willi dann in mehreren Musikvereinen, darunter auch jener in Unteröwisheim.

Im Beisein seiner langjährigen Freunde, seiner Familie und unzähligen erschienenen Gästen, darunter auch Kraichtals Bürgermeister Ulrich Hintermayer, nahm Willi Ehringer nun in der Sporthalle Unteröwisheim Abschied. Ein letztes Mal bestieg der Musik-Veteran die Bühne und ließ sein Publikum mit ihm gemeinsam die großen musikalischen Meilensteine unterschiedlichster Phasen seiner Karriere erklingen. So fanden sich neben Jazz , Swing und Blues auch Stücke von den Beatles, Musical-Erfolge und große Hymnen im Programm von Willi Ehringers letztem Konzert. Am Ende erhielt der Dirigent und Ausnahmemusiker minutenlangen Applaus und Standing Ovations. Für seinen letzten Lebensabschnitt darf man Willy Ehringer nur alles Gute und Liebe wünschen, oder um es mit dem letzten Titel seines Abschiedskonzertes zu sagen: Thank you for the music

Last Emma Standing - Das Ende der kleinen Dorfläden

Last Emma Standing – Das Ende der kleinen Dorfläden

Die Oberöwisheimer Lädle-Legende wird bald 85 Jahren alt.

 

Das Ende der kleinen Dorfläden

Einkaufen im Jahr 2016. Man strömt durch die Städte, bewegt sich in einem Meer aus Menschen und die Supermärkte sind mittlerweile so groß, das man sich kaum noch zurecht findet. Früher war das anders. In den Dörfern gab es kleine Läden, jeder kannte den Kaufmann persönlich und wenn mal etwas nicht vorrätig war, dann wurde es eben bestellt. Es war nicht so hektisch und aufgeregt. Jedes Produkt gab es einmal und nicht in 30 verschiedenen Varianten.

Doch die Zeit der Tante Emma-Läden ist längst vorbei – nur noch selten trifft man auf so ein Juwel. Zum Beispiel in Oberöwisheim. Seit über 80 Jahren gibt es den kleinen Dorfladen von Birgit Böser schon – das kommende Jahr könnte das letzte sein. Wir haben Birgit besucht und einen Ort jenseits von Hektik und Stress entdeckt in dem es mehr menschelt als sonstwo.

VIDEO: Last Emma Standing – Das Ende der kleinen Dorfläden