Philippsburg

Nach der Konverter-Entscheidung – Philippsburg zieht in den Kampf

Nach der Konverter-Entscheidung - Philippsburg zieht in den KampfBürgermeister will Standort „Altrhein“ nicht akzeptieren

Die Stadt Philippsburg im Dezember. Es mag zwar ruhig zugehen auf den Straßen und Plätzen, doch hinter den Kulissen brodelt es trotz besinnlicher Adventszeit. Vor wenigen Tagen hat der Netzbetreiber TransnetBW entschieden, dass die umstrittene Groß-Konverter-Anlage am Standort Altrhein unweit des Philippsburger Atomkraftwerkes errichtet werden soll. Das will Rathauschef Stefan Martus nicht hinnehmen und kündigt Widerstand gegen die Entscheidung an. Wir haben mit Ihm über die Pläne der Stadt gesprochen.

VIDEO: Nach der Konverter-Entscheidung – Philippsburg zieht in den Kampf

TransnetBW entscheidet über Standort für Gleichstrom-Umspannwerk

TransnetBW entscheidet über Standort für Gleichstrom-UmspannwerkStandort Altrhein auf Gemarkung Philippsburg am besten geeignet

Genehmigungsverfahren wird 2016 eingeleitet

Stuttgart. Der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW plant, das Gleichstrom-Umspannwerk am Endpunkt der Leitungsverbindung „Ultranet“ in Philippsburg zu errichten. Das Gelände mit der Bezeichnung „Altrhein“ liegt neben dem Kraftwerkstandort Philippsburg. Hier kann das Gleichstrom-Umspannwerk direkt ohne zusätzlichen Leitungsneubau an den Netzverknüpfungspunkt angebunden und dabei bestehende Infrastruktur genutzt werden.

„Wir haben mehr als zwanzig Standort-Alternativen sorgfältig geprüft“, sagt Dr. Werner Götz, Geschäftsführer der TransnetBW und verantwortlich für Großprojekte und Netzausbau. „Wesentliche Gründe für unsere Entscheidung waren zuletzt der große Abstand zur Wohnbebauung und der gute Sichtschutz an diesem Standort.“ Die Wohnbebauung ist rund 900 Meter entfernt, zwischen Umspannwerk und den Häusern liegt ein Waldstück. Obwohl das Umspannwerk schon sehr leise arbeitet, bietet der Wald neben dem Sicht- auch zusätzlichen Lärmschutz. Von Vorteil ist auch, dass das dortige Grundstück in öffentlichem Besitz ist.

Welches Genehmigungsverfahren eingeleitet werden soll, wird TransnetBW Anfang 2016 entscheiden. Den Dialog mit den Philippsburger Bürgern nimmt das Unternehmen allerdings schon in den nächsten Tagen auf. „Wir werden wie bisher offen und transparent informieren“, betonte Götz.

Das Leitungsprojekt „Ultranet“ verbindet Baden-Württemberg mit den erneuerbaren Energiequellen von morgen und ist ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Energiewende. Götz: „Mit der Entscheidung für den Standort des Gleichstrom-Umspannwerks haben wir einen wichtigen Schritt auf diesem Weg gemacht. Der Stadt Philippsburg kommt so eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der Energiewende in Baden-Württemberg zu.“

VIDEO: Antworten zur Standort-Entscheidung von Dr. Werner Götz, Geschäftsführer der TransnetBW


Über Ultranet

Ultranet bildet den südlichen Teil einer der geplanten Gleichstrom-Autobahnen aus Norddeutschland in den Süden. Mit Startpunkt im Raum Osterath soll die Leitung auf ca. 340 Kilometern Länge bis nach Philippsburg reichen. Am Start- und Endpunkt ist je ein Gleichstrom-Umspannwerk vorgesehen, das den übertragenen Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. Das Projekt ist 2013 in das vom Bundestag beschlossene Bundesbedarfsplangesetz aufgenommen worden. Die Gleichstromleitung mit einer Übertragungsleistung von zwei Gigawatt soll den Wegfall der Kernenergieerzeugung am Standort Philippsburg kompensieren. Als Stromleitung in HGÜ-(Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-)Technik ist Ultranet ein wichtiger Baustein, um die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen, denn mit HGÜ kann Strom über weite Strecken transportiert werden. Außerdem ermöglicht HGÜ eine verbesserte Nutzung bestehender Stromtrassen durch eine höhere Leistungsdichte. Das heißt: Mit dem Bau von HGÜ-Leitungen wird der Bedarf neuer Stromleitungen im Wechselstromnetz reduziert. Über seine nationale Bedeutung hinaus spielt Ultranet auch für das Erreichen der gemeinsamen europäischen Ziele eine wichtige Rolle und wurde von der Europäischen Kommission als „Projekt von gemeinsamem Interesse“ (engl. Projects of Common Interest, PCI) gekennzeichnet.

Ultranet ist ein Gemeinschaftsprojekt von TransnetBW und Amprion. Grundlage der Planungen für Ultranet ist das erklärte Ziel der beiden Vorhabenträger, die Leitung möglichst auf bestehenden Trassen zu realisieren. So kann der Flächenverbrauch auf ein Minimum reduziert werden. Ultranet soll gemeinsam mit bereits existierenden 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitungen auf einem Mastgestänge, einem so genannten Hybridsystem, geführt werden. Eine solche Kombination von Gleich- und Wechselstromübertragung in Form von Hybridleitungen gibt es weltweit bisher noch nicht. Ultranet hat deshalb Pilotcharakter.

Mehr Informationen zum Projekt finden sich unter: https://www.transnetbw.de/de/ultranet.

Für interessierte Bürgerinnen und Bürger bietet TransnetBW eine kostenlose Hotline an:
Unter 0800/380470-1 oder per E-Mail unter dialognetzbau@transnetbw.de steht der „DIALOG Netzbau“ des Übertragungsnetzbetreibers für Fragen zur Verfügung.

Quelle Pressemitteilung und Bild: TransnetBW

 

Musik im Video: 

Piano March von Audionautix ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution license (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/) lizenziert.

Showdown im Konverter-Kampf

Showdown im Konverter-KampfStandortfrage steht kurz vor der Entscheidung

Markus Rupp mahnt zu „Sorgfalt vor Eile“

Noch ist es herbstlich still in den Landstraßenäckern zwischen Oberhausen und Wiesental. Doch schon bald könnten hier die Bauarbeiten für einen Stromkonverter mit gigantischen Ausmaßen beginnen. Nach aktuellen Informationen der BNN soll die Entscheidung, die schlussendlich von der Bundesnetzagentur getroffen wird, bis spätestens Ende des Jahres fallen.  Die Bürger-Initiative K21 spricht sich seit langem gegen den Standort wegen seiner räumlichen Nähe zu Wohngebieten aus. Auch der Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag und Landtagskandidat Markus Rupp sieht den Vortstoß in Richtung Landstraßenäcker kritisch und will nun eine bisher chancenlos geglaubte Alternative wieder ins Gespräch bringen. Wir haben uns mit Ihm in den Landstraßenäckern verabredet.

VIDEO: Showdown im Konverter-Kampf

Atomkraftgegner protestierten für sicheren und transparenten Abriss des Atommeilers Philippsburg

Atomkraftgegner protestierten für sicheren und transparenten Abriss des Atommeilers PhilippsburgDer dreitägige Erörtungstermin zum Abriss des Atommeilers Philippsburg I hat heute in Huttenheim begonnen

Die Veranstaltungsräume bleiben für spontane Besuche jedoch verschlossen, nur wer vorab eine schriftliche Einwendung eingereicht hat erhält Zugang. Vor der Bruhrainhalle bezogen zum Auftakt der Erörterung der BUND Regionalverband Mittlerer Oberrhein und die Anti-Atom-Initiative Karlsruhe Stellung. Ihr zitiertes Ziel ist es die Landesregierung aufzufordern, sich den Sorgen und Bedenken der Menschen anzunehmen. An die EnBW richteten die Einwender den Anspruch, Sicherheit und Schutz vor Radioaktivität höchste Priorität einzuräumen und die Bürgerinnen und Bürger umfassend und verständlich über das geplante Vorgehen zu informieren.  Wir waren mit der Kamera vor Ort.

VIDEO: Atomkraftgegner protestierten für sicheren und transparenten Abriss des Atommeilers Philippsburg