Wegen Corona-Lockdown: Östringer Christbaumsammlungen endgültig abgesagt

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Ausgediente Weihnachtsbäume müssen zu den kommunalen Häckselplätzen gebracht werden

Wegen der normalerweise traditionell Anfang Januar anstehenden Christbaumsammlungen glühten jetzt zwischen den Feiertagen und auch gleich nach Neujahr förmlich die Drähte zwischen den Rathäusern in der Region einerseits und den zuständigen Fachbehörden in Karlsruhe beziehungsweise Stuttgart andererseits.

Ausgangspunkt der zahlreichen Anfragen zu diesem Thema bei den Aufsichtsbehörden waren die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gegenwärtig geltenden Ausgangsbeschränkungen, die grundsätzlich auch der sonst üblichen Abholung der ausrangierten Tannenbäume durch die Feuerwehr oder durch andere Organisationen entgegenstehen. Viele Kommunen, so auch die Stadt Östringen, hatten in diesem Zusammenhang bis zuletzt versucht, bei den Aufsichtsbehörden doch noch eine Freigabe für diese ehrenamtlich konstituierten Sammelinitiativen zu erreichen. Die Östringer Stadtverwaltung hatte ihre dementsprechende Anfrage beim Landratsamt unter anderem damit begründet, dass im Falle der Absage der Sammlungen die Privathaushalte ihren ausgedienten Tannenbaum selbst auf den kommunalen Wertstoffhöfen beziehungsweise Grüngutsammelstellen entsorgen müssen. „Das führt auf unseren Häckselplätzen absehbar zu einem deutlich erhöhten Besucheraufkommen“, hatte Bürgermeister Felix Geider argumentiert und dabei zugleich darauf verwiesen, dass auf den Wertstoffhöfen im Landkreis Karlsruhe zu Jahresbeginn wegen der gerade vollzogenen Umstellung der Bioabfallsammlung ohnehin mit einem verstärkten Andrang zu rechnen sei.

Wie das Karlsruher Landratsamt den kreisangehörigen Städten und Gemeinden nun allerdings am Montag dieser Woche mitteilte, ergibt sich aus einer zwischenzeitlichen Rückmeldung des Landkreistags Baden-Württemberg, dass das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft die Christbaumsammlungen von Vereinen und karitativen Einrichtungen weiterhin nicht als Teil der kritischen

Infrastruktur im Sinne der Corona-Verordnung sieht und solche Initiativen daher als rechtlich nicht zulässig einstuft. Das Landratsamt legte gegenüber den Kommunen weiter dar, dass die Christbaumsammlung unter den gegebenen Umständen auch nicht öffentlich-rechtlich unter der Regie des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises organisiert werden könne, da die Abfallwirtschaftssatzung des Landkreises eine solche öffentliche Sammlung von Christbäumen im Holsystem nicht vorsehe.

„Bei Beachtung der in Bezug auf Corona geltenden Schutz- und Hygieneregeln wären die Christbaumsammlungen der Vereine ein wirksamer Beitrag zur Entzerrung des Besucheraufkommens auf den Häckselplätzen und damit auch zur Minimierung von Infektionsrisiken gewesen“, bedauerte Bürgermeister Geider nun die Entscheidung aus dem Ministerium und gab bekannt, dass damit auch die ursprünglich in allen Östringer Stadtteilen für den 9. Januar geplanten Sammelaktionen entfallen müssen.

Der Wertstoffhof mit Häckselplatz in Östringen ist im neuen Jahr erstmals am Samstag, den 9. Januar, in der Zeit von 13 Uhr bis 16.45 Uhr für private Anlieferungen geöffnet. Der Häckselplatz Eichelberg/ Tiefenbach ist am selben Tag von 10 Uhr bis 12 Uhr zugänglich und ebenfalls am Samstag, den 9. Januar, ist der Häckselplatz Odenheim von 13 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Während des gesamten Aufenthalts auf dem Wertstoffhof beziehungsweise auf dem Häckselplatz ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend.

Das Management zur Entsorgung der ausgedienten Christbäume bleibt in Baden-Württemberg unterdessen durchaus uneinheitlich. Während landesweit in den allermeisten Städten und Gemeinden die Sammelinitiativen durch Feuerwehren oder Vereine nun in der Tat ausfallen, schloss sich beispielsweise die Stadt Heilbronn der Einschätzung des Umweltministeriums nicht an und erlaubt – als Ergänzung zur Abgabemöglichkeit der Bäume auf den Wertstoffhöfen – die Abholung durch interessierte Vereine beziehungsweise durch ein privates Entsorgungsunternehmen. Eine andere Variante gibt es in Heidelberg, dort übernimmt die städtische Müllabfuhr die Einsammlung der welken Weihnachtsbäume.

Redaktion: Wolfgang Braunecker / Stadt Östringen

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