Kraichtaler Nazi-Bunker verschwindet wieder in der Erde

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Fundstelle der alten Nachtscheinanlage wird zugeschüttet

Im Sommer diesen Jahres hatte einen Landwirt oberhalb des Kraichtaler Stadtteils Unteröwisheim bei Feldarbeiten eine nicht ganz alltägliche Entdeckung gemacht. Er stieß auf eine massive Stahlbetonkonstruktion, deren Aufbau dem einer alten Bunkeranlage ähnelte.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben untersuchte daraufhin das Gelände vor Ort und stellte Nachforschungen an. Bei dem Fund handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Überreste einer alten Nachtscheinanlage. Diese hatte im Zweiten Weltkrieg die Aufgabe feindliche Bomber vom Bruchsaler Bahnhof abzulenken.

Der ab 1940 vom Luftgaukommando VII errichtete Komplex, soll auf dem Höhenkamm zwischen Ober- und Unteröwisheim errichtet worden sein, um die alliierten Bomber vom nahen Bruchsal fernzuhalten. Ähnliche Anlagen gab es auch bei Lauffen und Stuttgart.

Nach Schilderungen mehrerer älterer Kraichtaler Einwohner, soll es an besagter Stelle tatsächlich eine solche Anlage gegeben haben soll. Demnach wurde der Bruchsaler Scheinbahnhof zwischen 1943 und 1944 enttarnt und wurde danach als Bunker für die Lagerung von Rüstungsteilen aus Bruchsaler Fabriken genutzt. Nach dem Krieg soll der Komplex teilweise durch die Besatzungstruppen gesprengt worden sein.

Wie die Stadt Kraichtal mitteilt, hat die Bundesanstalt beschlossen die Vergangenheit ruhen zu lassen und keine Grabungen an besagter Stelle durchzuführen. Die Zuständigkeit wurde daher an die Stadt zurückgereicht. Das Kraichtaler Rathaus wiederum hat nach intensiver Diskussion beschlossen, das entsprechende Areal mit Erde auffüllen zu lassen, damit es wie von jeher landwirtschaftlich genutzt werden kann.

Welche Überreste der alten Bruchsaler Nachtscheinanlage also noch in der Kraichtaler Erde schlummern, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.

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