Angekündigt, lange erwartet und doch von vielen verdrängt – ein Sommertag am Heidesee kostet wieder, aber nur fürs Parken
Zwar hat der Sommer in den letzten Wochen deutlich geschwächelt, aber die warmen Tage kommen wieder – und mit ihnen die Menschenmassen, die nach Abkühlung lechzen. Wer die klassischen Freibäder links liegen lässt und stattdessen etwas Naturnahes bevorzugt, der kommt um die großen Freizeitzentren im Kraichgau kaum herum. Da gäbe es zum Beispiel den Hardtsee in Ubstadt-Weiher, der in den letzten Jahren an der Art und Weise des Ticketverkaufs geschraubt hat, oder den Philippsee in Bad Schönborn, der von privaten Pächtern karibisch umgestaltet wurde. Und eben auch das gute alte Forster Planschbecken – den Heidesee.
Was wurde in den letzten Jahren über den Heidesee diskutiert – heißblütig, bis zum Überdruss. Kein Wunder, ist die Anlage doch für den Forster Haushalt nicht nur Segen, sondern im besten Falle eine Herausforderung, realistisch aber eine Belastung. Für die nötige Betreuung wurde viel Personal und Logistik nötig – beides Ressourcen, die nur schwer aufzutreiben waren. Irgendwann dann der Befreiungsschlag der Gemeinde: die Umwandlung des Badesees in eine sogenannte „offene Badestelle“, die nicht nonstop mit der Rundumversorgung ausgestattet sein muss.

Für die Badegäste hatte das Vor- und Nachteile. Nachteilig natürlich die eigene Verantwortung für das Badevergnügen und weniger Personal auf der Anlage – als Pluspunkt war aber definitiv der kostenlose Eintritt zu verbuchen. Um es gleich vorwegzunehmen: Dabei bleibt es auch. Der Heidesee und dessen Besuch werden auch in Zukunft kostenfrei sein – wenn man zu Fuß oder mit dem Fahrrad anreist.
Für Autos – und damit für die Form der Anreise, die offenkundig von verdammt vielen Badegästen bevorzugt wird – fällt ab sofort wieder ein Entgelt an. Das kommt nicht überraschend, das wird schon seit Jahren angekündigt. Nun ist es also so weit. Die Gemeinde Forst informiert nun über die Details dieses neuen Parksystems am Heidesee – wir versuchen das Ganze kurz & knapp wiederzugeben, weitere Details finden sich auf der Homepage des Sees beziehungsweise der Gemeinde.

Ab dem 8. August wird abgerechnet
Schauen wir uns an, welche Änderungen in etwa einer Woche am Heidesee greifen: Durchatmen, entspannen und abschalten. Einfach hinkommen, Auto abstellen, ins Wasser springen – fertig. Daran soll sich im Kern auch nichts ändern. Der Zugang zur Badestelle bleibt weiterhin kostenlos, das Baden erfolgt wie bisher auf eigene Gefahr. Doch rund ums Parken wird sich ab dem 8. August 2025 einiges tun.

Die Gemeinde Forst führt an diesem Tag ein neues Parkraumkonzept ein, das künftig für mehr Übersicht und eine geregelte Nutzung der Stellflächen sorgen soll. Herzstück des neuen Systems ist eine automatische Kennzeichenerfassung am Parkplatz – die Schranken gehören damit der Vergangenheit an. Stattdessen wird jetzt modern und bequem per Karte oder Smartphone bezahlt.
Und das geht so: Wer sein Auto abstellt, kann die Parkgebühr entweder direkt vor Ort am Terminal (an der Stelle der alten Heideseekasse) oder ganz entspannt online bezahlen – bis zu 48 Stunden nach dem Parkvorgang. Möglich sind Zahlungen per Bankkarte, Visa, Mastercard, Paypal, Apple Pay, Google Pay und bald auch über Dienste wie „easyPark“ oder „Mercedes me“. Barzahlung ist nicht mehr vorgesehen – sicherlich zum Unmut vieler, nachvollziehbar aber, da Bargeld immer teure Logistik erfordert. Geld muss abgeholt, gewechselt, verwahrt, transportiert und eingezahlt werden. Letzteres ist übrigens schon lange mit reichlich Gebühren seitens der Banken gesegnet.

Aber wie auch immer, kommen wir zum Eingemachten:
- In der Hauptsaison vom 1. Mai bis 15. September gelten künftig folgende Tarife:
- Die erste Stunde bleibt kostenfrei.
- Wer bis zu zwei Stunden bleibt, zahlt 1,50 €.
- Drei Stunden kosten 3,00 €, danach steigt der Preis auf 12,00 € für einen Tagesaufenthalt bis zu zwölf Stunden.
- Wer länger bleibt oder übernachtet, zahlt 15,00 €.
In der Nebensaison (16. September bis 30. April) bleibt das Parken sogar ganz kostenlos – solange man nicht länger als zwölf Stunden bleibt. Für 2026 ist ein Jahresticket in Planung, das für 110 € die komplette Badesaison abdeckt.

Ausnahmen gibt’s auch: Wer in den Restaurants „Casa del Mar“ oder beim Schützenverein einkehrt, parkt bis zu drei Stunden kostenlos. Auch Vereinsmitglieder, Handwerker und Lieferanten zahlen nichts. Und bei Sonderveranstaltungen können eigene Tarife gelten – diese werden rechtzeitig auf der Heidesee-Website bekannt gegeben.
Fazit: Das Parken am Heidesee kostet ab kommender Woche Geld – die Gebühren allerdings fallen äußerst fair und moderat aus.
Bewegt euch mit dem Rad , dass hält euch Stark !! Freunde der Doppelmoral