Politik

Ein Schnitzel mit Martin

Freitag-Abend im Brettener Stadtteil Büchig. Rund 1500 Menschen leben hier umrandet von Feldern, Waldstücken und dem vor sich hin gluckernden Talbach. Am Wochenende trifft man sich in der Vereinsgaststätte der Kickers am südlichen Ortsrand, der ganze Stolz der Büchiger. Mit vereinten Kräften haben die Menschen das Haus nicht nur selbst finanziert sondern auch im Wesentlichen selbst gebaut. Seither dient es den Kickers, die gerade ihren 70. Geburtstag gefeiert haben als Vereinsheim und für alle anderen Büchiger als Ersatz-Wohnzimmer. Das Essen ist gut, die Preise klein und die Athmosphäre einfach rundum gemütlich. Heute Abend ist die Hütte mal wieder gerammelt voll. Am Stammtisch wird diskutiert, daneben prostet sich die freiwillige Feuerwehr zu und im Minutentakt öffnet sich die Küchentüre und eifrige und gut gelaunte Kellnerinnen servieren üppig gefüllte Teller. Zwei davon, einer mit Schnitzel und Pommes, der andere mit Wurstalat und Brot bestückt, werden vor einem großen Mann mit hell leuchtenden, blauen Augen und einer Frau mit ordentlich zu einem Zopf zusammengebundenen Haaren abgestellt. Oberbürgermeister Martin Wolff und seine Frau Elke legen ihre Notizen beiseite und machen sich mit Appetit über die Hausmannskost her. Mit Ihnen am Tisch sitzt Büchigs Ortsvorsteher Uve Vollers und berichtet dem Oberbürgermeister derweil wo im Dorf gerade der Schuh drückt.

Heute Abend wird Martin Wolff hier bei den Kickers zu den Büchigern sprechen und – eine Woche vor der Wahl – seine Ideen und Ziele für eine weitere Amtszeit als Stadtoberhaupt vorstellen. Gekommen ist er schon rund eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung – um etwas zu essen, aber noch viel mehr um zuzuhören und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. In Büchig plagt man sich seit jeher mit dem dichten Durchgangsverkehr herum, für den die enge Ortsdurchfahrt einfach nicht ausgelegt ist, man ärgert sich über zu wenig Parkmöglichkeiten für die Anwohner und sorgt sich um den Zustand der alten Friedhofsmauer. Martin Wolff weiß um diese Brennpunkte und nimmt sich Zeit sich von den Ortsräten auf den neusten Stand bringen zu lassen. Seine Frau Elke notiert jedes Anliegen säuberlich in ihr Vokalbelheft, auf dessen Vorderseite sie in feiner Schrift ihren Namen geschrieben hat. Alles hat seinen Platz und seine Zeit. Als Martin irgendwann aufsteht und zu den Menschen im Raum spricht, notiert sie all das Gesagte ebenfalls darin um den Abend zu dokumentieren.

Das zeichnet die beiden Eheleute Wolff aus – Sie sind gewissenhaft und ordentlich. Es wird nicht gehuddelt, nicht voreilig etwas gesagt nur um etwas gesagt zu haben und nichts übers Knie gebrochen. Wenn man etwas macht, dann richtig oder gar nicht. Das Problem erkennen, nachdenken und eine saubere Lösung erarbeiten – so machen die Wolffs das seit jeher und sind bisher gut damit gefahren. Sie sind seit 33 Jahren glücklich verheiratet, haben zwei Söhne durch die Wirren von Kindheit, Sturm, Drang und Pubertät begleitet und sich gemeinsam ein Leben und eine Karriere aufgebaut. Niemals laut, niemals überschwänglich und immer mit ihrer ihnen zutiefst zueigenen Gelassenheit.

Diese Besonnenheit legen seine politischen Gegner Martin Wolff oft als Schwäche aus und werfen ihm Stillstand und die Unfähigkeit zur Veränderung vor. Doch so verhält es sich bei genauem Hinsehen eben gerade nicht. Wer am lautesten brüllt und die schönsten Worte hinausposaunt, kaschiert meist damit schlicht keine Lösung für die Probleme zu haben. Populismus ist eben Trumpf anno 2017 – Im Großen wie im Kleinen. Martin Wolff weiß aber: Für hoch-komplexe Probleme gibt es keine einfachen Lösungen. Man setzt sich zusammen, bespricht die Chancen und Möglichkeiten, hört auch jene an, die sich damit fundiert auskennen, erarbeitet einen Plan und setzt diesen um. Die Früchte dieser Arbeit zeigen sich manchmal erst nach einer gewissen Zeit, sind dafür aber nachhaltig und verpuffen nicht wie so manche öffentlichkeitswirksame Hauruck-Aktion.

So steht der OB mit dem Rücken zum Tresen und spricht zu den Büchigern, die ihrerseits aufmerksam seinen Ausführungen folgen. Es geht um Themen wie den Verkehr, den Hochwasserschutz, die Entwicklung des Einzelhandels und all die anderen Dinge die in Bretten und seinen neun Ortsteilen wichtig sind. Während er spricht nimmt Martin Wolff immer wieder die kleine Lesebrille ab und sieht den Menschen direkt in die Augen. Ab und zu ein kleiner Witz, eine Nettigkeit, aber ansonsten : Information, sorgfältig vorbereitet und ebenso formuliert. In allen Ortsteilen hat der OB in den letzten Wochen einen solchen Stop eingelegt um zu zeigen, wie wichtig ihm die Anliegen vor Ort sind, hat er doch selbst schon in Ruit, Bretten und Diedelsheim gelebt. Büchig ist seine vorletzte Station, nun folgt noch Ruit und dann steht der Wahltag auch schon vor der Tür.

Martin Wolff will die Wiederwahl schaffen – für Ihn kommt nur ein Sieg in Frage. „Wer sich mit Plan B beschäftigt, verliert Plan A aus den Augen“ lacht er und setzt sich zu den Ü60ern an den Stammtisch. Im Laufe der kommenden Stunden findet man ihn mal hier und da. An jedem Tisch hört er zu und nimmt die Gedanken und Anregungen der Menschen in sich auf. In den folgenden Tagen wird er sich viele ergänzende Informationen dazu besorgen und daran gehen, alles was tatsächlich und sinnig umgesetzt werden kann auch umzusetzen. Und wenn mal etwas nicht machbar ist …. dann sagt er das frei heraus. Einfach nur ja sagen um im Wahlkampf zu punkten, das ist nicht Martin Wolffs Art. Er weiß – später muss er sich am Gesagten messen lassen und falsche Versprechen, wenn in der Politik auch trauriges Tagwerk – kommen immer auf einen zurück.

Die letzten Tage vor dem Wahlabend sind angebrochen und auch für den sechzig Lenze zählenden OB ist nun Abwarten angesagt. In seiner Freizeit lenkt sich Martin Wolff mit handfester Gartenarbeit ab, hört – wenn Elke gerade außer Haus ist – laut seine Pink Floyd – Platten oder dreht mit dem Motorrad, einer 1100er BMW eine Runde. Im Rathaus lässt er sich aber nichts von jedweder Anspannung anmerken. Beflissen und routiniert geht er seiner Arbeit nach – für Bretten und für die Brettener. Gerne auch noch für weitere acht Jahre.

Eine Kolumne von Hügelhelden.de – Herausgeber Stephan Gilliar

Wirbel um den Pfannwaldsee

Ein Biotop erhitzt die Gemüter

In den Geschäften des kleinen Kraichtaler Teilortes Oberöwisheim kann man die Forderungen schon lange im Aushang lesen, nun hat es das Schriftstück als Leserbrief bis in die Tageszeitung geschafft. In wenigen, dafür klaren Worten fordern drei Bürgerinnen und Bürger sich dem „verwilderten und verwahrlosten“ Pfannwaldsee im Oberöwisheimer Forst anzunehmen. Adressiert ist das Schreiben an die „Verantwortlichen“. Die Autoren wollen den „vergammelten“ und „zum Himmel stinkenden See“ sowie die damit verbundenen Begleitumstände nicht mehr länger akzeptieren. Ferner wird der Bewuchs mit Brenneseln und die Veränderung bei den Wander, Sitz- und Parkmöglichkeiten moniert.

Wie schlimm ist es wirklich?

Tatsächlich hat sich der See in den letzten Jahrzehnten verändert. Das einstige klare Gewässer hat durch Algenbildung eine grünliche Farbe angenommen und durch Verlandung fällt der sumpfige Uferbereich dementsprechend größer aus. Bei einem Ortstermin ist unserer Redaktion jedoch weder Gestank aufgefallen, noch wirkt der See vergammelt. Im Gegenteil ist die Szenerie recht idyllisch, wie unsere Bilder aus dem vergangenen Herbst zeigen…den jetzigen Zustand werden wir am kommenden Wochenende mit der Filmkamera dokumentieren. Der See hat sich über die Jahre zu einem Biotop entwickelt, das von diversen Tieren und Pflanzen bevölkert wird – darunter jede Menge Amphibien, Schildkröten uns sogar Nutrias. Mit einem auf Hochglanz getrimmten Badesee wie z.B. dem Hardtsee hat das Gewässer nichts gemein, an Charme und Idylle fehlt es dem Pfannwaldsee jedoch nicht.

Bei der Stadtverwaltung Kraichtal nimmt man die Sorgen der Oberöwisheimer indes ernst. Seit Jahren versuche man schon mit Reinigungsmaßnahmen den See sauber zu halten, doch jeder Antrag würde sofort von der oberen Naturschutzbehörde kassiert, so das Rathaus. Der Grund: Der See liegt in einem Naturschutzgebiet und hat sich längst zu einem dynamischen Biotop entwickelt in dessen Ökosystem man nicht ohne weiteres eingreifen darf. Ein bisschen Rasenmähen ist erlaubt – mehr darf der Bauhof der Stadt jedoch nicht unternehmen, so Bürgermeister Ulrich Hintermayer gegenüber Hügelhelden.de

Weil der Uferbereich – insbesondere bei tagelangem Regen – sehr weich werden kann, hat die Stadt entlang der asphaltierten Straße Baumstämme verlegen lassen, die das Befahren des unsteten Untergrundes verhindern sollen. Auch dies wird im Leserbrief aus Oberöwisheim im Hinblick auf „Fußkranke und Alte“ kritisiert. Der Parkplatz für Wanderer befindet sich allerdings nur in einem Abstand von ca. 50 Metern!

Wie geht es nun weiter?

Um die Menschen in Oberöwisheim umfassend zu informieren, hat sich die Stadt nun entschlossen eine Bürgerversammlung anzusetzen. Bei dieser sollen Vertreter der Naturschutzbehörde über die Situation vor Ort und ihre diesbezügliche Einschätzung Auskunft geben. Der Termin hierfür wird zeitnah über die Webseite der Stadt bekannt gegeben. Bis dahin machen Sie doch einfach mal wieder einen Ausflug zum Pfannwaldsee und verschaffen Sie sich selbst einen Eindruck. Was meinen Sie? Zum Himmel stinkend oder ein wildes Idyll? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

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