Bildergalerie

Einfach einmal Danke sagen

Das Helferfest Integration in Kraichtal

Als 2015 die Flüchtlingsströme in Deutschland eintrafen, mussten viele Hände gemeinsam anpacken um die damit verbundenen Aufgaben zu bewältigen. Auch in Kraichtal gab und gibt es hier jede Menge zu tun. Hunderte Menschen aus den Krisengebieten dieser Welt leben seither in der Kraichgau-Gemeinde und sind auf die Hilfe und die Unterstützung der Kraichtaler angewiesen.

In allen Ortsteilen fanden sich bis heute zahllose ehrenamtliche Helfer, die regelmäßig ihre Freizeit darauf verwenden um da zu sein wenn sie gebraucht werden. Sie alle leben ein Musterbeispiel an Engagement welches für eine erfolgreiche langfristige Integration unabdingbar ist.

Am Freitag war es an der Stadt Kraichtal diesen selbstlosen Helfern einmal Danke zu sagen. Beim Helferfest Integration in der Mehrzweckhalle Menzingen sollte sich einen Abend lang einmal alles um die Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe drehen. Bürgermeister Ulrich Hintermayer eröffnete seine Ansprache mit den bis heute nachhallenden Worten des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog aus dem Jahre 1996:

„Das, was die Ehrenamtlichen in unserem Lande leisten, das kann kein Staat bezahlen. Aber es ist noch etwas anderes. Es geht ja auch darum, dass die Ehrenamtlichen nahe an den Problemen dran sind, ganz gleichgültig, ob in der sozialen Arbeit, im Sport, in den Kirchen oder in anderen Verbänden. Sie sind näher an den Problemen und können mit ihrer Kreativität – ja einfach mit dem offenen Blick für Probleme – helfen, diese zu lösen oder zumindest sich an der Lösung beteiligen; und das viel besser, als irgendeine staatliche Behörde dies je könnte. Zudem entsteht bei ehrenamtlicher Arbeit auch immer eine menschliche Beziehung.“

In der Tat haben die Ehrenamtlichen in den letzten Monaten und Jahren Unglaubliches geleistet. Der neu gegründete Verein „Kraichtal hilft“ und insbesondere sein Vorsitzender Melo Danze haben die Neuankömmlinge unter ihre Fittiche genommen und für Sprachkurse, Kinderbetreuung, Helferkreise und Patenschaften gesorgt. Zu den herausragenden Projekten gehört auch die Gebrauchtkleiderbörse Depot 25 und das Café International als Basis für einen besseren Kontakt zwischen Flüchtlingen und Einheimischen.

An diesem Freitag-Abend sollten also die Ehrenamtlichen einmal zu Ehren kommen. Nach den Grußworten von Bürgermeister Hintermayer und der Integrationsbeauftragten der Stadt Kraichtal Sonna Sickert, referierte Gastrednerin Dr. Kidist Hailu über das bedeutsame Thema der interkulturellen Begegnung und zeigte auf, dass schon bei einfachen Angelegenheiten wie der Begrüßung, diverse kulturelle und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt sein wollen um keine Missverständnisse nach sich zu ziehen.

Für die musikalische Untermalung des Abends sorgte indes der Syrer Hussan Abulaban, der in Vertretung für den krankheitsbedingt ausgefallenen Landsmann Abdulalim Khalil auf dem Klavier einige syrische Volksweisen zum besten gab.

Für die vielen Kinder war an diesem Abend auch bestens gesorgt. Die Auszubildenden der Stadt hatten für sie ein tolles Programm rund um die Mehrzweckhalle auf die Beine gestellt und Tobias Stefaniak bot auf dem Vorplatz eine gemeinsame Holzbastelstunde an.
Nach dem offiziellen Teil war dann Zeit für den gemeinsamen Austausch bei einem großen Festbuffet im Foyer. Wer Lust hatte konnte auch noch einmal einen Blick auf die Ausstellung „Eine Taube für Damaskus“ des syrischen Künstlers Karam Abdullah werfen, die bislang im Torwächterhaus Münzesheim zu sehen war und nun auf Tour durch die ganze Region geht. Auch die Presse war zum Kraichtaler Helferfest international aufgestellt – neben den Hügelhelden war auch der syrische Journalist Saja vor Ort um in professionellen Bildern über die gelungene Veranstaltung zu berichten.

Hier noch zwei ausgewählte Zitate zum Helferfest Integration

„In meiner täglichen Arbeit mit den Akteuren in Kraichtal mache ich gute Erfahrungen und kann behaupten, dass es ein produktives und unkompliziertes Miteinander ist. Das AundO ist aus meiner Sicht die Vernetzung zwischen Haupt- und Ehrenamt sowie eine aktive Einbindung der Geflüchteten selbst. Ich freue mich sehr, dass wir uns mit dem Helferfest Integration insbesondere bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern bedanken können!“ sagt Sonna Sickert, Integrationsbeauftragte bei der Stadt Kraichtal.

„Für die gesamtgesellschaftliche Aufgabe Integration ist die kommunale Lebenswelt von erheblicher Bedeutung. Wir haben in Kraichtal frühzeitig ein unbürokratisches Miteinander, transparente Informationen und echte Beteiligung der zahlreichen Akteure ermöglicht. Ich bin zuversichtlich, dass sich die geschaffenen Strukturen und das rege Engagement aller Beteiligten lohnen und nachhaltig der Integration dienen.“, so Manuel Kurz, Ordnungsamtsleiter bei der Stadt Kraichtal.

 

Ein nasser Spaß – Das Östringer Freibadfest 2017

Beste Stimmung trotz Regenwetter

Die Östringer wissen wie man feiert – auch wenn das Wetter mal nicht so richtig mitspielen will. Das bunte Freibadfest zog am Wochenende trotzdem wieder Hunderte auf das Gelände des Östringer Bades um gemeinsam in den jungen Juli zu feiern. Zu den Highlights des Programms zählten wie immer das kultige Entenrennen für die ganze Familie und natürlich ausgewählte Music-Acts auf der großen Bühne. In diesesm Jahr gab es Musik von Robert und Bernadette Ahl, der Heidelberg Swing-Band und Rock von REALUSION auf die Ohren. Das haben wir uns nicht durch die Lappen gehen lassen.

Alle für einen – Kicken für Mario

Benefiz-Spiel für jungen Schlaganfallpatienten Mario Marcikic

Spiel mit zwei Siegern

Hambrücken (fsch) Die bis dato heile Welt der Familie Marcikic hat sich am 14.Februar schlagartig verändert. Ihr gerade 20 Jahre alter jüngerer Sohn Mario, erlitt beim Fußballtraining einen Schlaganfall, der dessen linke Körperhälfte lähmte. Nicht nur die Familie war geschockt, sondern auch die Freunde und die Fußballkameraden des FV Concordia Hambrücken, ja die gesamte Gemeinde. Das Schicksal des Abiturienten sprach sich schnell herum und löste eine Welle von Hilfsbereitschaft aus, die nun im Benefizspiel gegen den KSC gipfelte und das heimische Stadion mit ca.1200 Zuschauern füllte.

„Die Anteilnahme war groß“, sagte Marios Vater, „zumal wir erst lernen mussten mit der neuen Situation umzugehen. Der Betroffene selbst ist voller Zuversicht. „Ich werde alles tun um wieder vollkommen zu genesen und bin für die Anteilnahme aller Besucher hier sehr dankbar“, sagte Mario, der „ein duales Studium als berufliche Vorbereitung ins Auge fasst.

Die hoch motivierte Helferschar des FV spendete nicht nur die Eintrittsgelder, sondern auch den Erlös aus der Kaffeebar und dem Speise- und Getränkeverkauf. Der Vorsitzende des Fußballvereins Michael Pusch, dessen Vorstandskollegen das Match mit dem KSC Chef Ingo Wellenreuther persönlich vereinbart hatte, ist sicher: „Mario wird unser Tun und die große Sympathie in seinen Rehabilitationsbemühungen helfen, nur das ist wichtig. Das Spiel hat deshalb zwei Gewinner: Den KSC als 8:0 Sieger und die Menschlichkeit“.

Redaktion: Frieder Scholtes

Summernight-Jazz auf dem Rohrbacher Hof

Daniel Stelter Quartett feat. Fola Dada begeistern

Längst ist der Name Daniel Stelter in der deutschen Jazz-Szene ein Begriff. Mit Ulf Kleiner (piano), Tommy Baldu (drums) und Michael Paucker (bass) bildet Stelter seit 2008 ein Quartett, das seinen persönlichen musikalischen Stil prägt und weiterentwickelt.

Mit „Little Planets“ lanciert das Quartett um den (Ingelheimer) Jazz-Gitarristen und Komponisten sein drittes Album. Stelters unaufgeregter, klarer Stil findet darin seine Fortsetzung. Und doch bringt jeder Musiker auch ganz eigene, neue Facetten mit ein. „Little Planets“ behält, wie schon die Vorgänger „Homebrew Songs“ (2009) und „Krikelkrakel“ (2012), das Prinzip einfacher Songstrukturen und eingängiger Melodien bei, sucht aber immer wieder Inspiration bei anderen Genres.

Musikalisch pendelt „Little Planets“ zwischen jazzigen, bluesigen, akustischen, rockigen und indiehaften Tönen, ohne den typischen Quartettsound zu verlassen. Vielmehr wird dieser in verschieden Richtungen ausgelotet und ausgedehnt.

Die luftigen Grooves von Baldu und Paucker ergeben im Zusammenspiel mit der Virtuosität von Stelters authentischer Gitarre und Kleiners charakteristischem Spiel auf Rhodes und Klavier den typischen Daniel Stelter Quartett-Sound.

Entstanden ist mit „Little Planets“ ein klangliches Werk, das irgendwie leichter klingt als seine Vorgänger und Stelters prägnantem Gitarrensound eine eigene Stimme verleiht. Ohnehin lässt sich Stelters Gitarre nur schwer in eine stilistische Schublade packen. Von vielen Seiten inspiriert, erhält sie in der Fusion mit dem Quartett ein eigenes Gesicht und damit auch ihren unverkennbaren Stil und Klang.

Apropos Stimme: Auf „Little Planets“ wird zunehmend mehr Raum für Gesang und Songs eingeräumt. Mit der Sängerin Fola Dada hat das Quartett eine perfekte 
Ergänzung zu seinem Sound gefunden.

„Unabhängig vom Quartett kocht jeder von uns musikalisch sein eigenes Süppchen“, sagt Stelter. Diese verschiedenen Einflüsse sind auch auf der neuen Platte zu hören. „Jeder Einzelne trägt seinen eigenen Teil zur neuen Platte bei und kreiert dabei einen völlig neuen musikalischen Kosmos“, beschreibt Stelter den Entstehungsprozess. (Text: Jazzclub Bruchsal / Bilder: Maria Dahm)

Musik ist in Kronau Trumpf

Drei Tage gute Stimmung

Kronau (fsch) Das absolute Highlight hatte sich der Musikverein Harmonie Kronau auf den letzten Tag seines jährlichen dreitägigen Musikfestes aufbewahrt. „Musik ist Trumpf“ titulierten die Musiker ihren bunten Melodienreigen, dem die verschiedensten Musik Genres Pate standen. Ob normale Volksmusik, Brass Melodien von Herb Albert, Lieder aus Musicals wie das Dschungelbuch, Schlager – und Rock- und Pop Hits, bestens interpretiert von Jackson Imitator Marc Nehling und der aparten stimmgewaltigen Sängerin Amalia, der Musikverein wagt sich mit seiner Dirigentin Kristin Bellm an fast alle Partituren, die der Liebe Gott den begnadeten Komponisten der letzten Jahrzehnte eingehaucht hat.

Die beiden Stimmungssänger Günter Himmelsbach, und Ingo Knaus sowie die Könner an den Instrumenten allen voran Wolfgang Holzer sorgten für ein grandioses Showangebot für das letzterer mit seiner Frau Birgit verantwortlich zeichnete. Die Performance der Protagonisten war einfallsreich und sorgte für manchen Lacher.

Tobias Lott sang als Balu im dicken Bärenfell bei gefühlten 50 Hitzegraden im Festzelt, das Dschungelbuchliedchen “Probiers mal mit Gemütlichkeit“. Beim Udo Jürgens Lied „Aber bitte mit Sahne“, gesungen von Ingo Knaus, Tabea Horn und Sarah Jakob, mutierte ein Kaffeekränzchen vier älterer Damen zur Kuchenschlacht, die durch den Abtransport der Seniorinnen per Sänitätstrage ein jähes Ende nahm.

Zum lustigen Mitmach-Spektakel geriet die Show Einlage der Schlagzeuger. Bis sie die Besucher im richtigen Marschtakt hatten musste sie ihre Animier Bemühungen oft wiederholen. Dass es gefallen hatte, verriet die Zugabeforderung.

Den Dreiergipfel- Zwist zwischen Trump, Putin und Merkel schlichtete Kronaus Bürgermeister Frank Burkard mit den Worten „Jetzt ist Ruh, sonst wird Euch der Marsch geblasen“ und manifestierte seine Worte mit der badischen Hymne „Hoch Badner Land“. Der Vorsitzende Dr. Andreas Maier hatte das erste und letzte Wort und moderierte drei Tage lang den Festverlauf, der viele befreunde Musiker der Umgebung nach Kronau führte und den „René and Friends“ am Samstag mit Rock, Pop und Schlagern und der jüngeren Generation eröffnete.

Redaktion: Frieder Scholtes