Gemeinsam für Ubstadt-Weiher – Jeden Tag halten Fabian Simon und sein Team vom Bauhof Ubstadt-Weiher das Kleeblatt in Schuss.
Es ist schon erstaunlich: Obwohl das Team des Bauhofs Ubstadt-Weiher meist in gut sichtbarem Signalorange gekleidet ist, bleibt die Truppe im Alltag doch irgendwie fast unsichtbar. Wir reden hier immerhin von 22 Mitarbeitenden, die sich nicht selten mit schwerem Gerät mehr oder minder nonstop in den vier Ortsteilen der Gemeinde aufhalten, dort immer irgendwo am Rödeln und Schaffen sind. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir uns einfach alle an sie gewöhnt haben – die guten Geister von Ubstadt-Weiher, die alles am Laufen halten.
Hausmeister für die ganze Gemeinde
„Ich vergleiche es eigentlich immer mit einer Hausmeistertätigkeit, bloß dass wir halt die Hausmeister von der ganzen Gemeinde sind“, lacht Fabian Simon, der die Truppe seit über vier Jahren von seinem kleinen Büro am Bauhof aus leitet.
Der Bauhof selbst ist so unscheinbar wie die orangen Trupps selbst. Vermutlich weiß längst nicht jeder, wo er sich überhaupt befindet. Tatsächlich liegt das weitläufige Gelände etwas versteckt neben dem Kreisverkehr, dort, wo sich Weiher und Stettfeld berühren: direkt an der Kreisstraße 3575 und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kläranlage. Hier draußen gibt es keinerlei Publikumsverkehr. Allenfalls ein paar Radfahrer kennen diesen kleinen Winkel von Ubstadt-Weiher, liegt er doch an einem beliebten Radweg durch den Stettfelder Bruch.



Der Bauhof ist so zweckmäßig, wie man es von einer solchen Einrichtung erwarten würde. Es gibt reichlich Lager voller Material, Maschinen und Werkstätten für die vielfältigen Tätigkeiten. Die To-do-Liste von Fabian Simons Truppe ist tatsächlich erstaunlich lang, zum Aufgabenbereich zählt mehr, als man glauben würde.
„Ich bin jetzt schon über vier Jahre hier und trotzdem gibt es immer wieder neue Dinge, bei denen ich gar nicht wusste, dass wir auch dafür zuständig sind“, zwinkert Fabian, der als Quereinsteiger die Nachfolge von Erich Streicher angetreten hat. „Wenn du mich, als ich angefangen habe, gefragt hättest, was der Bauhof macht, hätte ich nicht einmal fünf Prozent von dem sagen können, was tatsächlich gemacht wird.“
Große Zahlen, starke Leistung
Was Fabian, seine 21 Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin jeden Tag leisten, geht auf keine Kuhhaut. Ein paar Zahlen gefällig? Here we go: Die Truppe aus Profis – bestehend aus Gärtnern, Garten- und Landschaftsbauern, Gipsern, Elektrikern und Schreinern – kümmert sich tagtäglich um die Pflege und Unterhaltung von Grünflächen mit einer Gesamtfläche von rund 15 Hektar. Des Weiteren betreuen sie 230 Kilometer Wegebankett, 100 Kilometer Graswege, 3.500 Bäume, vier Friedhöfe und 40 Spielplätze.



Dazu kommen der Winterdienst mit einer 24-Stunden-Bereitschaft, die Absperrungen bei Großveranstaltungen, Reparatur und Instandhaltung von Gemeindeliegenschaften und nicht zuletzt der Support für die unzähligen Vereine in Ubstadt-Weiher. Gerade Letzteres ist vom Aufwand her nicht zu unterschätzen. Schließlich wird für jedes Fest beispielsweise die Müllentsorgung übernommen und gegen ein kleines Entgelt auch der Verleih von Toilettenwagen und Co. organisiert. Das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit. Im Umland sei ihm keine andere Gemeinde bekannt, die derart viel für die örtliche Vereinslandschaft stemmt, wie es in Ubstadt-Weiher gang und gäbe ist, erzählt Fabian stolz.
Aufgeteilt in drei Spezialtrupps
Seine Mannschaft unterteilt sich bei der Bewältigung all dieser Aufgaben in drei große Einheiten: Da gibt es zum einen den Grüntrupp, bestehend aus elf Personen, der die Pflege der Grünflächen und Plätze übernimmt. Dann den Bautrupp mit sieben Personen, der für Instandhaltungen und Reparaturen verantwortlich zeichnet. Der Rest des Teams arbeitet im Umwelttrupp, der sich um alle Flächen und Wege außerhalb der Bebauung im sogenannten Außenbereich kümmert.

Um möglichst effizient zu arbeiten, verfügt der Bauhof über einen großen Fuhrpark, der für alle Eventualitäten gerüstet ist. Es gibt zwei große Schlepper, zwei Radlader, einen Bagger, eine Kehrmaschine, einen Lkw mit Ladekran, ein halbes Dutzend Pritschenwagen und darüber hinaus eine Reihe kleinerer Fahrzeuge.
Zusammenhalt wie in einer großen Familie
Durch das große Know-how innerhalb des Teams hilft man sich gegenseitig, wo man nur kann. Das Ganze funktioniert so reibungslos, dass Fabian einfach nur stolz ist. Sein Team ist für ihn mehr als nur eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen – das Ganze ist eine große Familie in Orange.
„Nach Feierabend sitzen wir noch oft zusammen und trinken ein Bier zum Tagesabschluss. Regelmäßig wird gegrillt, auch die Mittagspausen verbringen wir gemeinsam“, erzählt er. Dabei ist ihm anzumerken, wie viel Freude ihm der Job bereitet.
Auch die Kooperation mit den umliegenden Bauhöfen funktioniert reibungslos. „Wir konkurrieren ja nicht, es gibt auch keine Betriebsgeheimnisse, die man schützen möchte. Wir haben schließlich alle die gleichen Probleme“, erzählt Fabian. Ein schönes Bild, das die Familie in Orange noch größer werden lässt.
Flexibilität als Tagesgeschäft
Was ihm besonders gefällt, ist die Abwechslung, die dieser Job mit sich bringt und die jeden Tag eine neue Überraschung bereithält. „Du kommst morgens und denkst: ‚Heute nimmst du dir vorher vor, was du abarbeiten willst‘“, beschreibt Fabian dieses alltägliche Phänomen. „Kann sein, dass um halb sieben der Kollege kommt und sieht: Das Auto geht nicht, das ist kaputt. Oder du kriegst einen Anruf, dass wir da und dort Probleme haben. Und dann bist du eigentlich den ganzen Tag unterwegs, am Abend hast du dann noch nicht mal deine E-Mails gecheckt.“

Das Draußensein, das Unterwegssein, das Mitanpacken – das ist Fabian trotz der vielen Aufgaben am PC weiterhin wichtig. So oft es geht, versucht er neben den organisatorischen Aufgaben auch ganz praktisch Hand anzulegen. Das gelingt nicht so oft, wie er es sich wünschen würde, aber das ist nun mal das Los eines Leiters.
Vorausschauende Planung ist alles
Trotzdem ist es wichtig, dass jemand die Organisation im Blick und die Zügel in der Hand hat. Es gilt, intelligente Routen für den Einsatz der Trupps zu planen und sich an die Gegebenheiten des Tages anzupassen. Wenn es beispielsweise so schrecklich heiß ist wie in den letzten Wochen, geht es ohne die richtige Logistik einfach nicht. Die besonders schweißtreibenden Tätigkeiten werden dann ganz früh in die Morgenstunden gelegt. Mittags, während der größten Hitze, folgt der weniger aufwendige Teil oder die Arbeit wird dort verrichtet, wo es viele Bäume und Schatten gibt.
Dafür braucht es einfach einen Kopf – und dieser Kopf gehört Fabian Simon. Das bedeutet viel Arbeit und die Bereitschaft, auch mal mitten in der Nacht aufzustehen.
Wenn er die Zeit noch einmal zurückdrehen könnte – in jene Tage zurückreisen, als er sich bei der Gemeinde um den Job beworben hat? „Dann würde ich es sofort wieder tun“, sagt Fabian selbstsicher und wie aus der Pistole geschossen. Es gibt keinen besseren Job als diesen.
Hut ab vor dieser Truppe!
KI kann das nicht!!!
Für die Gemeinde Ubstadt-Weiher ist Bauhofleiter Fabian Simon ein Glücksgriff. Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Bauhof läuft top: man stimmt sich ab, man ergänzt sich, man unterstützt sich im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten. Dicker Dank an Fabian und alle KollegInnen in orange für ihre tägliche Arbeit!