Wald statt Wohnung – Stutensee sagt „Nein“

|

Wald
Der Lachwald bleibt

Der Lachwald bleibt

Der Speckgürtel von Karlsruhe hat längst die südlichen Ausläufer des Kraichgaus erreicht, was in der Folge zu akuter Wohnungsnot und steigenden Miet und Kaufpreisen führt. Das einst ländliche Stutensee ist davon aufgrund seiner Stadtnähe besonders betroffen. Ein immer größer werdendes Heer von angehenden Städtern sorgt hier in steigendem Maße für einen Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Um diese Situation in den Griff zu bekommen, plante die Stadt einen Teil des Lachwaldes, ein großes Naherholungsgebiet zwischen Büchig und Blankenloch, zu roden und dort Wohnhäuser zu errichten.

Die Bürgerinnen und Bürgern in Stutensee waren damit aber keineswegs einverstanden und brachten vor rund 4 Monaten einen Bürgerentscheid auf den Weg um die Einwohnerschaft über die Zukunft des Lachwaldes abstimmen zu lassen. Am gestrigen Sonntag war der große Moment nun gekommen und die Menschen aus der seit 1975 aus den Orten Blankenloch, Friedrichstal, Spöck und Staffort gebildeten großen Kreisstadt traten den Urnengang an

Das (vorläufige) Ergebnis dieser Abstimmung lässt keine Fragen am Bürgerwillen offen: Rund 7.200 Wahlberechtigte stimmten für den Erhalt des Waldes – Nur circa 2.700 Bürger für die Abholzung und den Bau des Wohngebietes.

Generell sehen viele Menschen den Trend zur flächendeckenden Bebauung in der Region mit wachsender Besorgnis. Durch den Bauboom in Karlsruhe breiten sich die Trabantensiedlungen der großen Stadt immer weiter in den ländlichen Raum aus. So verschwimmen die Grenzen der Dörfer immer mehr und wachsen allmählich mit jenen der Stadt zusammen. Einstmals separat erkennbare Dörfer wie Hagsfeld, die Waldstadt, Grötzingen und Co. sind längst im wachsenden Gürtel Karlsruhes verschwunden und auch Stutensee hat über den Reitschulschlag bereits eine physische Verbindung mit der Fächerstadt hergestellt. Die Flächen an natürlichem Grün und Naherholungsgebieten gehen indes immer weiter zurück. Was die Menschen in Stutensee hiervon halten, haben sie nun gestern deutlich unter Beweis gestellt. Es dürfte in der Region nicht der letzte Kampf dieser Art gewesen sein.

Stimmt etwas nicht? Haben wir einen Fehler gemacht oder etwas vergessen? Sagen sie's uns! Hier finden Sie alle Kontaktmöglichkeiten mit unserer Redaktion.Ihr Feedback zählt!

Vorheriger Beitrag

Östringen: Defekter Tiefkühlschrank löst Küchenbrand aus

„Mir geht’s gut, alles ist gut!“

Nächster Beitrag