Das Wetter hat mitgespielt, die Stimmung war top: Am Sonntag wurde auf dem Rathausplatz endlich wieder der Maibaum hochgehievt. Und dieses Mal war einiges neu, denn der Musikverein „Harmonie“ hat das Zepter übernommen und gezeigt, dass sie nicht nur Töne treffen, sondern auch Feste organisieren können.
Schon beim Kinder-Maibaum, geschmückt mit selbstgemalten Bildern, gab es den ersten Applaus. Richtig Leben in die Bude brachten dann die Kids aus der Kita Schneckenhaus mit ihren Liedern und die „Tanzbienchen“ der Landfrauen, die ordentlich Schwung auf den Platz lieferten. Für den passenden Sound dazu sorgten die Gäste vom Musikverein Unterreichenbach – Blasmusik und Gesang vom Feinsten, genau so, wie man sich das an so einem Nachmittag vorstellt.
Bürgermeister Markus Rupp blickte in seiner Rede kurz zurück: Seit 1989 war das Maibaumstellen fest in der Hand des Heimat- und Kulturvereins. Nach über 35 Jahren war dort jetzt aber aus Altersgründen Schluss mit der Organisation. Umso schöner, dass der Musikverein Gondelsheim in die Bresche gesprungen ist und die Tradition am Leben hält.
Ein bisschen Geschichte gab es auch, aber mit einer ordentlichen Portion Humor: Rupp erinnerte daran, dass Maibäume früher mal den Wohlstand einer Gemeinde zeigen sollten. Sein trockener Kommentar zur aktuellen Kassenlage: „Wenn das heute noch der Maßstab wäre, stünde hier kein Baum, sondern höchstens ein Zahnstocher.“
Zum Glück war es dann doch ein stattlicher Baum. Wer Lust auf Nostalgie hat, kann sich in den sozialen Medien noch das Video vom allerersten Mal 1989 anschauen – auch wenn das Fest 2026 bewiesen hat, dass es kein Stück gealtert ist.
