Ohne Schwall kein Drall

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Wasser Marsch im Schützenhaus Unteröwisheim

Sind wir ehrlich – für die meisten von uns ist die tägliche Grundversorgung in den eigenen vier Wänden nicht einmal mehr einen kurzen Gedanken wert. Sie drücken auf den Lichtschalter und das Licht geht an, sie drehen am Thermostat und es wird warm, sie öffnen den Hahn und das Wasser läuft. Alles Selbstverständlichkeiten unserer zivilisatorischen Errungenschaften, die einfach so sehr zu unserem Alltag dazugehören, dass wir sie als gegeben wahrnehmen. Wie gravierend sich der Ausfall einer oder mehrerer dieser Faktoren auf unsere Lebensqualität auswirken würde, kann man sich in einem kurzen Gedankenexperiment vor Augen führen. Ohne Strom würde weder Heizung noch Kühlschrank funktionieren, ohne Öl oder Gas bliebe die Bude kalt – aber richtig kritisch würde es ohne Wasser werden. Es gäbe nichts zu trinken, Körperhygiene wäre unmöglich, und ohne Toilettenspülung … na ja, soweit möchte man gar nicht denken.

Kein Wasser, kein Vereinsleben

Im Schützenhaus bei Unteröwisheim mussten sich die Vereinsmitglieder allerdings mit genau diesem Gedanken auseinandersetzen – nicht hypothetisch, sondern ganz real und unmittelbar in der Praxis. Dazu muss man wissen, dass der Verein nicht irgendein Mini-Zusammenschluss aus einer Handvoll Mitglieder ist, sondern zu den größten der Stadt zählt. Der SSV Unteröwisheim ist ein vielfältiger und inklusiver Schützenverein mit über 200 Mitgliedern, der Menschen zwischen 4 und 85 Jahren sportliche Betätigung in zahlreichen Disziplinen ermöglicht und sich in Jugendbetreuung, Behinderten- sowie multikultureller Integration engagiert. Das Vereinsheim außerhalb von Unteröwisheim ist daher Dreh- und Angelpunkt der Aktivitäten. Hier gehen viele Menschen regelmäßig ein und aus – inklusive ihrer, nennen wir es, biologischen Bedürfnisse.

Natürlich gibt es im Vereinsheim Toiletten, doch das Wasser stammt aus einem eigenen Grundwasserbrunnen, da die Anlage nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen ist. Das liegt einfach an ihrer abgelegenen Lage, ein ganzes Stück außerhalb der Dorfgrenze.

Für den SSV war es daher ein schwerer Schlag, als das Ergebnis der routinemäßigen Wasserüberprüfung ergab, dass die Parameter der Untersuchung so schlecht ausfielen, dass eine Nutzung des Wassers untersagt wurde. „Bei der Verwendung für das Kochen oder die Lebensmittelzubereitung ist das ja selbstverständlich, aber dass wir das Wasser auch nicht für die Toiletten nutzen durften, war für uns nur schwer nachvollziehbar“, erzählt Wolfgang Bock vom Schützenverein bei einem gemeinsamen Termin vor Ort. Doch es war, wie es war – und die Folgen für den Verein entsprechend drastisch. Im Grunde war das Vereinsheim nicht mehr richtig nutzbar, erzählt Wolfgang, denn ohne Toiletten ist ein Trainingsbetrieb schlicht nicht denkbar. In großen IBC-Containern wurde Wasser herangekarrt – ein irrsinniger Aufwand, verbunden mit hohem maschinellem und personellem Einsatz.

Ein Aufatmen in Trinkwasserqualität

Doch diese Geschichte hat nun – Gott sei Dank – einen guten Abschluss gefunden. Durch bekanntschaftliche Kontakte wurde der Verein auf ein Unternehmen aufmerksam, das für den SSV eine maßgeschneiderte Aufbereitungsanlage entwickelte und anfertigte. Das mit Spannung erwartete Ergebnis ist nun da: Die Eckdaten der Trinkwasseranalyse entsprechen nicht mehr nur den Vorgaben – sie übererfüllen sie sogar.

Dieser fröhliche Anlass wurde vergangene Woche bei einem kleinen Festakt am Schützenhaus gefeiert. Dabei waren nicht nur der Landtagsabgeordnete Dr. Christian Jung zu Gast, sondern auch Vertreter des BSB und der Gemeinde – allen voran Bürgermeister Tobias Borho. Die Finanzierung der Anlage wäre für den Verein nur schwer zu stemmen gewesen, doch mit Fördermitteln des Badischen Sportbundes, Spenden und Zuwendungen der Stadt Kraichtal wurde es am Ende doch möglich.

Für den SSV bedeutet das nun eine echte Erleichterung – eine deutlich entspanntere Nutzung der eigenen Anlage und damit auch eine Zukunft für den über 70 Jahre bestehenden Verein.

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3 Kommentare zu „Ohne Schwall kein Drall“

  1. Also ich mach mir viele Gedanken, wo was wie herkommt.
    Aber auch, wo was wie weggeht.
    Das würde mich hier auch interessieren!

  2. Kein großes Geheimnis bei dezentraler Entsorgung. Grube, Pumpfahrzeug, Kläranlage…

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