Ubstadt im Glück – der Zug der Gaudi 2026
Wie schnell politische Macht bröckeln kann, musste Bürgermeisterin Katharina Kimmich auch in diesem Jahr wieder erfahren. Rosenmontag, kurz nach elf. Die leise Hoffnung, das Wetter könne den Rathaussturm vielleicht verhindern, zerplatzte wie eine Seifenblase.
Wie immer rückten die Narren des Elferrats an, Seite an Seite, mit klarer Mission: Rathaus übernehmen, Gemeindeoberhaupt in Ketten legen, symbolisch zumindest – und fertig ist der Machtwechsel. So isch des ewwe. Ab jetzt regiert das närrische Parlament.
Und weil man eine frisch übernommene Herrschaft nicht einfach im Sitzungssaal versauern lässt, schickten die Ubstädter am Dienstag ihren traditionellen „Zug der Gaudi“ durchs Dorf – als lautstarke Visitenkarte der neuen Ordnung.



















Punkt 14.11 Uhr setzte sich der kunterbunte Lindwurm in Bewegung. Und ja, das Wetter hätte sich vielleicht noch ein klein wenig konsequenter entscheiden dürfen. Erst ein ordentlicher Schauer vor dem Start, dann pünktlich Sonnenschein – mee wie schee. Wer sich an 2017 erinnert, weiß: Eisregen kann auch anders. Dagegen war das diesmal fast Wellness-Fasnacht.
66 Zugnummern schlängelten sich durch Ubstadt, vorbei an einer vermutlich knapp fünfstelligen Menschenmenge. Köpfe, wohin man blickte. Der „Zug der Gaudi“ ist und bleibt ein Publikumsmagnet – würdiger, lauter und ziemlich bunter Schlusspunkt der Kraichgauer Fasnacht.




















Und selbst als später nochmal ein Wolkenbruch vorbeischaute: Die Stimmung ließ sich davon kein bisschen beeindrucken. Entlang der Strecke wurde gewunken, gejubelt, getanzt. Angeführt wurde der Tross traditionell vom Elferrat – samt Esele auf der Motorhaube, das natürlich nicht fehlen durfte. Dahinter: Umzugswagen, Musikvereine, Fußgruppen, Guggenmusiker aus der Region und darüber hinaus.
Es ist genau diese herrlich eigenwillige Mischung aus schmetternden Blechbläsern, wummernden Boxen, tanzenden Menschen und dem permanenten Süßigkeiten-Regen, die den Zauber ausmacht. Für ein paar Stunden wird der Alltag auf Pause gedrückt. Man steht nebeneinander – Freunde, Nachbarn, Familie und solche, die man vielleicht noch nie gesehen hat – und feiert einfach gemeinsam.























Wobei: Wirklich fremd ist sich hier eigentlich niemand. Elferrat, Hardtseegugga, Schneckenschleimer, Scholweklopfer, Kerschdekipper – sie alle zogen gut gelaunt durch die Straßen, von der Altenbergstraße durch die Ortsmitte bis hinauf zur Festmeile. Dort warteten deftige Stärkungen und das eine oder andere Heißgetränk mit ordentlich Umdrehung, das dem Winter freundlich, aber bestimmt seine Grenzen aufzeigte.
So endet sie wieder, die närrische Zeit – mit Dusel, Gewusel und einem Dorf, das für ein paar Stunden ein bisschen lauter, bunter und leichter war als sonst.

Toller Bericht, tolle Fotos, toller Umzug… Es war wirklich richtig schön. Wir haben zwar leider nicht viel mitbekommen, weil wir erst an der Mautstelle und dann in der Eselstränke zu tun hatten… Da hat uns der Hügelheld leider nicht bemerkt…
Ein Kompliment für den wunderbaren Bericht und die Bildergalerie!! Es können ja nicht alle fotografiert werden, Frau D.Schroff wird es verkraften können daß sie nicht zu sehen war!!