Und die Moral von der Geschicht‘: Mit List und Tücke kommt man zum Glück

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– so oder so ähnlich endeten die Geschichten am Weltgeschichtentag in Gochsheim

von Jacqueline Huggenberger / Stadt Kraichtal

Warme, frühsommerliche Sonnenstrahlen fielen durch die Fenster des Rittersaals und tauchten den Raum in ein stimmungsvolles Licht. Passend zum Motto „Licht in der Dunkelheit“ wurden die Gäste im Graf-Eberstein-Schloss auf den diesjährigen Weltgeschichtentag eingestimmt.

Am Nachmittag des 22. März 2026 begrüßte Bürgermeister Tobias Borho die Anwesenden in Kraichtal. In seiner Ansprache ging er auf die besondere Atmosphäre und kulturelle Bedeutung des Rittersaals ein und wies augenzwinkernd darauf hin, dass dieser auch als Trauort zur Verfügung stehe – eine charmante Einladung an alle, die diesen Schritt noch vor sich haben oder vielleicht ein zweites Mal wagen möchten.

Im Anschluss eröffnete eine liebevolle Begrüßungsmelodie zweier Mitglieder der Gruppe Capella Antica Bruchsal die Veranstaltung. Bereits im vergangenen Jahr hatten sie die Erzählungen musikalisch begleitet und verliehen auch diesmal den Geschichten eine besondere Tiefe. Die Erzähler Norbert Bögle und Martin Rausch präsentierten in teils mundartlicher Sprache eine Reihe fantasievoller Märchen. Es ging um Könige, die ihre Söhne auf die Probe stellten, um einen würdigen Nachfolger zu bestimmen, um listige Tiere wie Kater und Füchse, die gemeinsam den Wald regierten, und um einen Esel, der sein „I-A“ fand und dabei das Publikum einbezog. Auch ein Ritter mit ungewöhnlichen Verdauungsproblemen sorgte für heitere Momente. Immer wieder zeigte sich dabei: Mit List und Tücke lässt sich selbst die Obrigkeit überlisten.

Märchenerzähler Martin Rausch und Norbert Bögle – Bild: Stadt Kraichtal

Zwischen den Erzählungen schufen die mittelalterlichen Klänge der Musiker aus Bruchsal Raum zum Nachklingen und Vertiefen. Eine kleine Pause bot Gelegenheit für Erfrischungen sowie einen kurzen Rundgang durch die Ausstellung. Am frühen Abend klang die Veranstaltung schließlich mit vielen fröhlichen Gesichtern aus.

Einmal mehr wurde deutlich, wie wichtig es ist, sich Zeit für die eigene Fantasie zu nehmen, dem Alltag zu entfliehen und ein wenig Licht in die Dunkelheit zu lassen.

Ein herzlicher Dank gilt den Märchenerzählern, den Musizierenden und natürlich allen Gästen. Bis zum nächsten Jahr, wenn es wieder heißt: Weltgeschichtentag in Gochsheim.