Landwirte demonstrieren mit XXL-Staffelfahrt

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Große Traktorenkorsos durchqueren die Region

Zuerst die Ordnungshüter in blau-gelb vorne weg und dann ein nicht endender Strom aus Grün in allen Farbschattierungen. Am gestrigen Donnerstag fuhren unzählige Landwirte mit ihren Traktoren im Rahmen einer Staffelfahrt durch das Land. Aufgerufen dazu hatte der Verein ,,LandschafftVerbindung Baden-Württemberg“. Mit der motorisierten Demonstration wolle man den Druck auf die Politik erhöhen, so der Verein in einem im Vorfeld versandten Schreiben.

Zu den drei zentralen Forderungen der Landwirte zählen das Aussetzen der Düngeverordnung und die Prüfung der Nitratberichte, die Sicherstellung der deutschen Lebensmittelproduktion und die Umsetzung einer Zukunftskommission.

In Sachen Nitratbelastung stellen die Landwirte die These auf, Deutschland hätte irreführende Nitratwerte an die Europäische Union gemeldet und würde auf diese Art und Weise die eigenen Landwirte gegenüber den europäischen Mitbewerbern benachteiligen. Anders sieht dies die Europäische Kommission und attestiert Deutschland die mitunter schlechteste Grundwasserqualität in der ganzen EU – in einigen Bundesländern seien mehr als 30 Prozent des Grundwassers mit mehr als 75mg Nitrat pro Liter verunreinigt, wobei ab aber der Grenzwert bei 50 mg/l läge, teilt die Kommission über ihren offiziellen Internetauftritt mit.

Des Weiteren bemängeln die Landwirte die hohen Importquoten ausländischer Lebensmittel nach Deutschland und den mangelnden Ausbau der heimischen Lebensmittelproduktion. Tatsächlich stammt der Löwenanteil der in Deutschland verzehrten Lebensmitteln aus dem Ausland und wird nur in geringerem Umfang im eigenen Land produziert.Gerade bei pflanzlichen Erzeugnissen liegt der Importanteil bei fast 80 %, so das Statistische Bundesamt.

Zuletzt mahnt der Verein in Schulterschluss mit dem Deutschen Bauernverband die bereits im Dezember zugesagte Gründung einer Zukunftskommission an, die über ein Vierteljahr später weiterhin allenfalls vage und wenig konkret sei. Vereinbart wurde eine solche Institutionen bereits Ende vergangenen Jahres von den Vertretern der Landwirte sowie Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Auch wenn es mit der Krise an der türkisch-griechischen Grenze sowie der Ausbreitung des Coronavirus derzeit zwei weitere große Themen-Hotspots in Deutschland gibt, wollen die Landwirte aber hier nicht zurückstecken und kündigten bereits weitere Demonstrationen an.

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