Kraichtaler Feuerwehr probt den Ernstfall

Zugübung in Gochsheimer Industriebetrieb

Dass nach einer Alarmierung durch eine Brandmeldeanlage nicht unbedingt mit einem Brandereignis zu rechnen ist, zeigte sich bei einer Zugübung der Freiwilligen Feuerwehr Kraichtal in einem Gochsheimer Industriebetrieb. Ein Mitarbeiter welcher im oberen Bereich eines Siloturmes arbeitete, wurde nach einem Sturz bewusstlos und benötigte Hilfe. Sein anwesender Kollege wusste sich nur zu helfen, indem er einen Handdruckmelder betätigte, welche die Brandmeldeanlage auslöste. Verbunden damit, ertönten die Sirenen der Firma, welche die Beschäftigten dazu veranlassten, die Gebäude zu räumen. Ein neugieriger Mitarbeiter erklomm währenddessen die Steigleiter an einem hohen Industriekamin um einen Blick auf die anfahrenden Einsatzfahrzeuge und die Rettungsarbeiten zu bekommen. Aufgrund der Höhe und der Kälte bekam er jedoch Angst und klammerte sich hilflos an die Leiter.

Für die Abteilungen Gochsheim, Münzesheim und Oberacker, gemeinsam mit der Führungsgruppe und dem Einsatzleitwagen, war dies das vorgefundene Übungsszenario, welches durch das Fachgebiet Ausbildung ausgearbeitet wurde. Nach der Erkundung durch den ersten Gruppenführer wurden wegen der verschiedenen Örtlichkeiten weitere Kräfte nachgefordert und zwei Einsatzabschnitte gebildet. Während eine Gruppe mit weiterer Unterstützung die verletzte Person mittels Schleifkorbtrage über eine innenliegende Treppe vom Siloturm rettete, wurde die Person am Kamin durch eine zweite Gruppe betreut und Zugang geschaffen. Nachdem sich weitere Kräfte mit Persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz und weiterem Rettungsgerät ausgestattet hatten, begann der Aufstieg am Kamin zur zu rettenden Person in etwa zehn Metern Höhe. Als der neugierige Arbeiter gesichert war, konnte er behutsam auf sicheren Boden zurückgebracht werden.

Insgesamt waren über 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr Kraichtal mit fünf Fahrzeugen in die Übung eingebunden. Zum einen stellte die Firma Refratechnik das Übungsobjekt zur Verfügung, zum anderen werden solche Übungen auch für intern notwendige Räumungsübungen genutzt, um die Mitarbeiter zu sensibilisieren. Dass so eine Übung bei laufendem Betrieb in einem realen Industrieobjekt stattfinden kann ist nicht selbstverständlich, unterstrich Zugführer Klaus Mayer bei der abschließenden Besprechung und dankte der Firma Refratechnik, welche im Anschluss noch zu einer Stärkung einlud.

Text und Fotos: toku

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