Wanderausstellung zum Thema: Gerechter Zorn? 500 Jahre Bauernaufstand im Kraichgau, ab sofort in Gochsheim
von Carmen Krüger / Stadt Kraichtal
Der Ebersteinsaal war gut gefüllt mit interessierten Gästen aus nah und fern, als die historische Musikgruppe„Capella Antica Bruchsal“, Klänge aus dem 16. Jahrhundert anstimmte. Bürgermeister Tobias Borho begrüßte am vergangenen Freitag die Anwesenden, unter ihnen auch den Landtagsabgeordneten Christian Jung (FDP), im Graf-Eberstein-Schloss in Kraichtal. Das Stadtoberhaupt freute sich besonders, dass diese Wanderausstellung nun „im Zentrum des Geschehens“ angekommen ist. Ein Grußwort sprach Karl-Heinz Glaser (1. Vorsitzender des Heimat- und Museumsvereins und ehemaliger Kulturreferent der Stadt Kraichtal), der die Entstehungsgeschichte der Museen in Gochsheim, unter den Bürgermeistern Zimmermann und Kochendörfer, darlegte und viel über die Sammlungen und Stiftungen zu berichten wusste.
Carmen Krüger, Museumsbeauftrage der Kraichtaler Museen, dankte ihren Partnern im 2021 gegründeten Museums-Netzwerk-Kraichgau, das diese Ausstellung und viele weitere Tagungen, Aktionen und Veranstaltungen unter dem Motto: 500 Jahre Bauernkrieg, im Jubiläumsjahr möglich gemacht hat. Die Ansprachen waren immer wieder untermalt mit passenden Bauernliedern auf historischen Instrumenten vorgetragen von der Gruppe um Roland Leibold, teils auch mit Gesang. Kurzweilig ging es weiter, als Thomas Adam (Historiker und Leiter des Kulturamtes der Stadt Bruchsal), mehr ins Detail ging und die Besuchenden mit einer flammenden Rede in seinen Bann zog. Er erläuterte, wie sich der Kraichgauer Haufen um den „leichtfertigen Pfaffen“ Anton Eisenhut in Gochsheim versammelte, um sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren. Adam leitete zur Ausstellung über, die der Schultes sodann im Rittersaal eröffnete. Ansprechende Texttafeln, wie auch stilvoll bestückte Vitrinen, eine Mythen-Metzgerei und eine Fotowand runden die Ausstellung ab. Anregende Gespräche entstanden bei einem Glas Sekt oder Wasser und einem kleinen Imbiss. Die im Schloss beheimatete Kraichgau Bibliothek des Heimatvereins Kraichgau hatte auch geöffnet und bot viel Literatur zum Thema an.
An dieser Stelle sei ein großer Dank an Alle gerichtet, die vor und hinter den Kulissen zum Gelingen dieser Wanderausstellung beigetragen haben. Der städt. Bauhof war ebenso involviert, wie die Hausmeister, die Feuerwehr – die freundlicherweise das Transportfahrzeug zur Verfügung stellte – sowie Kunsthistorikerin Eva Wick und René Kafka (Mediengestalter und Fotograf).
An den folgenden Sonntagen bis einschließlich 16. März, ist die Wanderausstellung im ersten OG des Schlosses der Ebersteiner, jeweils von 13 bis 18 Uhr, geöffnet. Führungen, auch unter der Woche, zum Thema: Bauernkrieg werden ebenso angeboten und können bei der Stadt Kraichtal gebucht werden (kultur@kraichtal.de oder 07250 77-44). Ab dem 23. März ist die Wanderausstellung in der Senderstadt Mühlacker zu sehen, bevor sie noch weitere Stationen im Kraichgau, unter anderem Bruchsal, Bretten und Eppingen durchläuft.
Nach der Wanderausstellung werden in Kraichtal die Geschehnisse vor 500 Jahren mit weiteren Objekten, alsWechselausstellung für 2025 bis Ende November, beleuchtet. Interessante Funde u. a. aus dem Landesarchiv Hessen in Marburg und aus Kellern und Scheunen von Historikern können dann im Ebersteinsaal betrachtet werden. Bücher des Verlags regionalkultur werden zum Kauf angeboten, ebenso der 14. Band der Kraichtaler Kolloquien, mit dem Titel: Bauernkrieg – Regionale und überregionale Aspekte einer sozialen Erhebung von Professor Kurt Andermann.
Schleckermäuler aufgepasst – Backtag: Am 16. März wird auch wieder der historische Zweikammer-Brustfeuerofen angeworfen, in dem das Team der Bäckerei Föckler wieder leckere Sauerteigbrote zaubert (so lange der Vorrat reicht). Herzliche Einladung ins Museumsstädtchen Gochsheim.