Sehen was Sache ist. Das geht nur mit dir direktem Kontakt in die Region, einen Kontakt den Landrat Dr. Christoph Schnaudigel von je her pflegt. Am Dienstag besuchte er so die Stadt Östringen, um sich im Rahmen seiner regelmäßigen Gemeindebesuche über aktuelle Projekte und kommunale Anliegen auszutauschen. Wie sich zeigte, sollte es davon in Östringen jede Menge geben.
Umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur
Bei einer gemeinsamen Rundfahrt stellte Bürgermeister Felix Geider dem Landrat und anwesenden Gemeinderäten wichtige Zukunftsprojekte vor. Trotz angespannter Haushaltslage investiert die Stadt stark in ihre Infrastruktur. Dazu gehört die Beteiligung am Abwasser-Zweckverband Kraichbachniederung mit einer Investition von 13 Millionen Euro für Östringen, die den Umbau der Kläranlage in Kronau und eine Verbindungsleitung umfasst.
Auch beim interkommunalen Zweckverband der Wasserversorgung ist der Bau einer zweiten Haupt-Förderleitung mit einem Netto-Investment von rund 23 Millionen Euro geplant. Ein weiterer Meilenstein ist das neue Baugebiet Dinkelberg IV, das erste Neubaugebiet der Stadt seit über 15 Jahren, in dem 138 Bauplätze für Häuser und Geschosswohnungsbau entstehen.
Neues Netze BW-Regionalzentrum und Bewegungspark
Gut voran schreitet zudem das neue Regionalzentrum der Netze BW, das Material, Technik und Einsatzkräfte bündelt. Von dort aus werden künftig rund 180 Mitarbeitende und 30 Auszubildende die Versorgungssicherheit in der Region Nordbaden garantieren.
Ein weiteres Vorhaben ist der generationenübergreifende Sport- und Bewegungspark Waldbuckel. Als Pilotkommune des bundesweiten Modellvorhabens VERBUND setzt Östringen hierbei auf LEADER-Mittel, um Angebote für Jung und Alt direkt neben Sportvereinen und einem Kindergarten zu schaffen.
Glasfaserausbau und medizinische Versorgung
Im anschließenden Gespräch mit dem Gemeinderat standen kreispolitische Themen im Mittelpunkt. Zum Glasfaserausbau nach dem angekündigten Rückzug der Deutschen Glasfaser betonte Landrat Schnaudigel, dass der Landkreis über ein neues Markterkundungsverfahren auf den eigenwirtschaftlichen Ausbau setzt und betroffene Kommunen unterstützt.
Diskutiert wurde auch die ambulante ärztliche Versorgung. Nach Kürzungen der Betriebszeiten in umliegenden Bereitschaftspraxen sieht der Landkreis die Notaufnahmen überlastet und setzt auf Gespräche des neuen Gesundheitsministers Oliver Hildenbrand mit der Kassenärztlichen Vereinigung. Abschließend forderten Landrat und Bürgermeister vom Bund und Land klarere Vorgaben für den Katastrophenschutz angesichts neuer Bedrohungslagen.