Seit Monaten gehen rund um Bruchsal Hütten, Unterstände und Schuppen in Flammen auf. Wer dahinter steckt, bleibt weiter unklar.
Es passiert wieder und wieder und wieder. Zwischen den Meldungen, die von der Bruchsaler Feuerwehr über brennende Gartenhütten abgesetzt werden, vergehen seit vergangenem Jahr meist nur wenige Wochen, im schlimmsten Fall sind es nur wenige Tage. Erst am Dienstag brannte in der Werner-von-Siemens-Straße eine Hütte bis auf die Grundmauern ab, eine weitere folgte nun am gestrigen Sonntag bei Heidelsheim. Dort ist man diese Art von Kummer bereits seit Monaten gewohnt, alleine im Herbst 2025 gingen gleich mehrere Unterstände und Weinberghütten in Flammen auf. Eine weitere größere Serie gab es im Frühjahr 2025, als fast ein halbes Dutzend Gartenhütten niederbrannte. Nun ist es wieder geschehen.
Die Polizei sprach damals von mutmaßlicher Brandstiftung – eine gefühlt eher zurückhaltende Formulierung, wenn man sich die Ereigniskette rund um Bruchsal im Zusammenhang ansieht. Mittlerweile hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen. Mittlerweile hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen. Offizielle Ergebnisse stehen zwar noch aus, doch es gibt nach uns vorliegenden Informationen aus Bruchsal erste Ansätze: Nach Angaben der Behörden liegen derzeit erste Hinweise vor, denen die Ermittler nachgehen. Ob diese Informationen den Fall tatsächlich entscheidend vorantreiben können, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt jedoch unklar. Ungeachtet dessen lässt die Häufung der Vorfälle kaum einen anderen Schluss zu als ein systematisches Vorgehen. Ob durch eine einzelne Person, oder durch mehrere, ist dabei ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen.
Die Feuerwehr Bruchsal ist zwar nicht für die Ermittlungen zuständig und kann somit auch keine Aussagen zu den Hintergründen treffen, doch im Gespräch formuliert man es mit jenem Sarkasmus, ohne den dieser oft harte Job nicht zu machen wäre: „Die gemeine Gartenhütte in ihrer Grundform neigt eher weniger dazu, sich von alleine zu entzünden.“
Nun könnte man sagen, es sind ja nur Gartenhütten, das geht ja in den meisten Fällen noch recht glimpflich aus, doch das greift definitiv zu kurz. Wie Tibor Czemmel, Pressesprecher der Feuerwehr Bruchsal, betont: „Eine brennende Gartenhütte ist jedes Mal eine Art Überraschungsei.“ Tatsächlich weiß man am Brandort nicht, was darin aufbewahrt wird. Das können im besten Fall nur ein paar Möbelstücke sein, vielleicht ein paar Gartengeräte; im schlimmsten Fall, wie erst neulich bei einem der jüngsten Brände, sind aber auch Gasflaschen für Heizgeräte oder den Grill Teil des Inventars. Und spätestens hier hört der Spaß auf, spätestens hier wird eine solche Situation zu einer realen Gefahr für Menschen. „Wenn so eine 11-kg-Gasflasche aufmantelt, ist das weniger lustig“, weiß auch Tibor Czemmel, „auch benzinbetriebene Gartengeräte brennen ab einem gewissen Punkt sehr intensiv.“
Auch wenn der Schaden rein vom materiellen Wert her vergleichsweise gering ausfallen mag, ein Schaden ist es dennoch. Gartenhütten sind Rückzugsorte für Menschen, Orte, an denen sie sich sicher und wohl fühlen, die sie liebevoll gestaltet und über Jahre hinweg gepflegt und aufgebaut haben. Ein Fall von Brandstiftung rangiert nicht unter ferner liefen, sondern ist jedes Mal ein massiver Eingriff in das Eigentum anderer und immer mit der realen Gefahr verknüpft, dass dabei jemand zu Schaden kommen kann.
Mit jeder brennenden Hütte steigt die Wahrscheinlichkeit, dass genau so etwas passiert, schließlich lässt sich nicht immer mit Sicherheit abschätzen, ob die Hütte tatsächlich menschenleer ist. Von Zufällen dürfte vermutlich keiner der beteiligten Akteure mehr ausgehen. Alleine der Umstand, dass bei der Brandserie im Bruchsaler Areal Hanfröste gleich vier nebeneinander stehende Hütten in Flammen aufgegangen sind, eine weitere dann 150 Meter entfernt, lässt kaum Raum für Zweifel an einer Vorsätzlichkeit. „Wärmeübertragung ist das definitiv nicht“, sagt Tibor Czemmel, der in den letzten Monaten wieder und wieder mit seinen Kameradinnen und Kameraden ausrücken musste, um die Brände zu löschen.
Bleibt man bei besagten Wahrscheinlichkeiten, so stehen die Chancen gut, dass die Feuerwehr Bruchsal auch weiterhin zu Einsätzen ausrücken muss, die genau diese Signatur tragen. Ob es einen Bruchsaler Feuerteufel gibt, mehrere oder auch nicht – all das sind Fragen, die letztlich nur die Ermittler der Polizei beantworten können. Bis es soweit ist, bis eine Ursache oder Verantwortliche gefunden wurden, dürften die Besitzer von Gartenhütten rund um die Barockstadt weiterhin unruhig schlafen.
Wie wärs mit Bewegungskameras in der Nähe der Hütten, wenn immer die gleiche Region betroffen ist?
Es nervt aber wirklich allmählich.
Auch wenn es „nur“ eine Gartenhütte ist.
So eine Hütte ist in der Wildnis mühselig aufzubauen, Holz ist teuer wie alles Baumaterial zur Zeit.
Und als Dank, dass man eine Obstwiese oder einen Garten mühevoll pflegt, bekommt man von irgendwelchen Idioten sein Zeug abgefackelt.
Wenn ich unterwegs durch die Heidelsheimer Weinberge bin komme ich an den Überresten einer Hütte vorbei, die irgend ein Zeitgenosse abgefackelt hat. Das erinnert mich fatal an jenen Menschen der damals in einem Seniorenheim eine Matraze angezündet hat. Meine Mutter überlebte mit einer schweren Rauchvergiftung. Der Täter wurde damals aus Mangel an Beweisen frei gesprochen.
Also ich mach nix mehr…die Natur holt sich dann alles zurück.🤷
„im schlimmsten Fall, wie erst neulich bei einem der jüngsten Brände, sind aber auch Gasflaschen für Heizgeräte oder den Grill Teil des Inventars. Und spätestens hier hört der Spaß auf“
Der Spaß hört schon vorher auf. Niemand hat irgendjemandes Eigentum anzuzünden. Das ist kein Pappenstiel, unabhängig vom Inhalt der Hütte!