Ein Krankenhaus verschwindet

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Im Inneren des sterbenden Riesen

Die letzten Stunden der alten Rechbergklinik Bretten

Brocken für Brocken beißt der mächtige, 40 Tonnen schwere Abrissbagger aus den Mauern der alten Brettener Rechbergklinik. Der Mittelteil mitsamt dem prägnanten Eingangsbereiches des in den 60er Jahren erbauten Krankenhauses ist bereits nicht mehr, derzeit laufen die Abrissarbeiten an den beiden Flügeln. Läuft alles reibungslos weiter, wird in etwa vier Wochen schon die sogenannte Nulllinie erreicht sein, oberhalb der Erdoberfläche steht dann kein Stein mehr auf dem anderen.

Mit großen Lastwagen wird der Bauschutt vom Gelände gefahren, zwischen 2000 und 3000 solcher Fahrten sind notwendig um die enormen Mengen an Abbruchmaterial abzutransportieren. Noch ist der Korpus der alten Klinik gut zu erkennen, doch wenn der Frühling kommt, erinnern nur noch Fotos an jenes Gebäude, das den Brettener Rechberg jahrzehntelang prägte.

Während in der benachbarten neuen Rechbergklinik bereits längst der Alltag Einzug gehalten und das Leben wieder seinen gewohnten Gang aufgenommen hat, geht nebenan – nur einen Steinwurf entfernt – eine Ära zu Ende. Hier kreuzten sich unzählige Lebenslinien der Menschen aus Bretten und dem Umland – manche begannen und wiederum andere endeten hier.

Wenn schließlich auch das Kellergeschoss der alten Klinik abgetragen wurde, steht der Weg frei für den Neubau des “Ärztehauses Rechberg”. Auf rund 4000 Quadratmetern Grundfläche sollen dann hier zahlreiche Fachärzte, aber u.a. auch eine neue Rettungswache und ein Sanitätshaus einziehen können.

Auch wenn der Abschied von der alten Klinik viele Brettener schmerzen mag, symbolisiert sie doch den gerade in einem Krankenhaus allgegenwärtigen Kreislauf des Lebens. Das Alte geht, das Neue kommt und das ist auch gut so.

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