Mit der Festlegung des Kreistags auf das Gelände in Bruchsal beginnt die Planung für die neue Deponie der Klasse II für mineralische Abfälle
Öffentliche Informationsveranstaltung findet am 20. Mai in Bruchsal statt
Kreis Karlsruhe. Auf dem Gelände der alten Hausmülldeponie Bruchsal soll eine neue Deponie der Klasse II für mineralische Restabfälle entstehen. (Hügelhelden berichtete) Mit dieser einstimmigen Standortentscheidung des Kreistags, der am 7. Mai in der Lußhardhalle in Hambrücken tagte, endet vorerst das detaillierte Suchverfahren. Für den Standort spricht, dass die Flächen sowie die Infrastruktur vorhanden sind und kein Raumordnungsverfahren vorgeschaltet werden muss. Das Gremium beauftragte die Verwaltung, die Ausschreibung der Planungsleistung vorzubereiten. An das Planungsverfahren schließt sich dann das Genehmigungsverfahren an. Beide Verfahren ziehen sich voraussichtlich über mehrere Jahre hin.
Der Landkreis Karlsruhe verfügt über keine eigenen Deponiekapazitäten für mineralische Abfälle und kooperiert deshalb mit der Deponie Hamberg im benachbarten Enzkreis. Da diese in absehbarer Zeit verfüllt sein wird, muss der Landkreis eigene Kapazitäten schaffen. Es geht um eine Größenordnung von jährlich 37.000 Tonnen inertes Material wie Straßenaufbruch, belasteter Bodenaushub, Produktionsabfälle wie Kesselasche oder Rückstände aus Eisengießereien und auch um Betonabfälle aus kerntechnischen Anlagen, die „freigemessen“ sind, das heißt unterhalb der Strahlungsgrenzwerte liegen, aber nicht direkt in die Wiederverwertung gehen können. Aber auch Privatleute sollen dort haushaltsübliche Mengen von Asbestabfällen wie alte Welleternitplatten oder Mineralfaserabfälle hinbringen können. Über einen Zeitraum von 60 Jahren wird mit einer gesamten Einbaumenge von 2,2 Millionen Tonnen gerechnet, was einem Volumen von 1,3 Millionen Kubikmetern entspricht.
Seit 2018 läuft der Prozess für eine Standortsuche. Suchgebiet war der gesamte Landkreis. Sechs sogenannte „Positivbereiche“ in Waghäusel, Hambrücken, Bruchsal, Rheinstetten und in Stutensee kamen in die engere Wahl. Empfohlen hatte das beauftragte Ingenieurbüro schlussendlich die Fläche der ehemaligen Hausmülldeponie Bruchsal. „Dort sind die Flächen verfügbar, die notwendige Infrastruktur ist sowohl vorhanden als auch nutzbar und dem eigentlichen Planfeststellungsverfahren muss voraussichtlich kein Raumordnungsverfahren vorgeschaltet werden“, begründete Landrat Dr. Christoph Schnaudigel das Ergebnis. Das äußere Erscheinungsbild der Deponie werde sich nicht wesentlich ändern, da der nördliche Bereich mit dem markanten Hügel nicht von dieser Maßnahme betroffen ist und die neue Deponiefläche im südlichen Bereich diese Höhe nicht überschreitet. Nun können die Planungen beginnen, denen sich dann das eigentliche Planfeststellungsverfahren als Grundlage einer Genehmigung anschließt. In diesen Verfahren werden sämtliche Fragen aufgeworfen und bewertet, wie zum Beispiel auch der Anlieferverkehr, für den aktuell mit durchschnittlich elf LKW-Fahrten pro Tag gerechnet wird. „Ebenso muss im weiteren Verlauf auch die Wirtschaftlichkeit und die Finanzierung geklärt werden, denn es ist klar, dass diese Deponie nicht die Kreiseinwohnerinnen und -einwohner über die Müllgebühren zahlen, sondern die tatsächlichen Nutzer“, unterstrich der Landrat. Wichtig für ihn ist es, weiterhin transparent vorzugehen, weshalb die Bevölkerung am 20. Mai zu einer Informationsveranstaltung eingeladen wird. Auch eine eigene Homepage für dieses Projekt wurde unter www.deponie2.de freigeschaltet. Diese enthält eine Fülle relevanter Informationen zum Prozess der Standortsuche, FAQ’s und veröffentlicht die Fortschritte des Projekts.
Termin für die öffentliche Informationsveranstaltung zur Deponie II
Über die Ergebnisse der Standortsuche für die Deponie II kann sich die Bevölkerung am Mittwoch, 20. Mai, in der Aula der Balthasar-Neumann-Schule in Bruchsal, Franz-Sigel-Straße 59A, informieren. Einlass ist um 18 Uhr, um 18.30 Uhr beginnen dann die Vorträge. An dem Abend erläutert Knut Bühler, Erster Landesbeamter des Landkreises Karlsruhe und zuständiger Dezernent für den Fachbereich, gemeinsam mit Carol Adam, Geschäftsführerin des Abfallwirtschaftsbetriebs Landkreis Karlsruhe, die fachlichen Grundlagen und Entscheidungswege. In der Gesprächsrunde werden Fragen aus der Öffentlichkeit aufgegriffen und Raum für Austausch und Diskussion geschaffen. Das Publikum hat die Möglichkeit diese vorab an einer Pinnwand sowie auch direkt an die Expertinnen und Experten zu richten. Informationsstände zum Technischen Betrieb sowie zur Standortsuche selbst ergänzen das Angebot für die Besucherinnen und Besucher.
Um eine vorherige Anmeldung zur Veranstaltung wird gebeten unter www.deponie2.de.
Mitteilung des Landkreises Karlsruhe
