Die Wiederauferstehung von Heydolfesheim

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Stolz, Geschichte und ein Fest mit Seele – Heidelsheim feiert Reichsstadtfest

Die Heidelsheimer sind ein stolzer Haufen. Kein Wunder, wenn man sich anschaut, was ihr Dorf – pardon, ihre Stadt – bereits hinter sich gebracht hat. Erstmals erwähnt anno 770, hat das einstige Heydolfesheim reichlich Höhen und Täler durchschritten, gejubelt, aber auch ordentlich Dreck fressen müssen. Tiefpunkt der eigenen Historie war der Sommer des Jahres 1689, als französische Truppen die Stadt quasi vollständig zerstörten. Nur etwa 50 Menschen überlebten diese dunklen Tage.

Als stolze ehemalige Reichsstadt saß die Entscheidung von 1935, den Heidelsheimern ihren Stadttitel zu entziehen, tief. Nach vielen Kämpfen und reichlich Insistieren erhielt das degradierte Dorf diese Auszeichnung, welche über Jahrhunderte hinweg Bestand hatte, Anfang der Fünfzigerjahre erneut. Vor diesem Hintergrund fällt es leicht nachzuvollziehen, wieso sich Heidelsheim zwanzig Jahre später mit Händen und Füßen gegen die Eingemeindung zur Stadt Bruchsal gewehrt hat. Doch auch wenn sie einen guten Kampf geliefert haben – am Ende war es vergebliche Liebesmühe. Heidelsheim wurde Stadtteil von Bruchsal und verlor abermals seine Eigenschaft als selbstständige Stadt.

Ein Fest als lebendige Erinnerung

Um an die goldenen Tage von Heidelsheim zu erinnern, an den Kampf und an die Bedeutung ihrer Stadt, feiern die Menschen hier alle zwei Jahre das Reichsstadtfest – in diesem Jahr übrigens zum 21. Mal. Das ist kein neudeutscher Patriotismus, es ist die Bewahrung des eigenen geschichtlichen Andenkens.

Für drei Tage verwandelt sich Heidelsheim dann wieder in sein verblichenes alter Ego: die Reichsstadt Heydolfesheim. Am Ortsbild muss man dabei übrigens gar nicht viel verändern – Heidelsheim hat sich seinen mittelalterlichen Charme bis heute bewahrt. Die Altstadt quillt nur so über vor historischen Fachwerkbauten, in der Mitte natürlich das steinerne Torhaus, durch das sich noch heute der Durchgangsverkehr Richtung historischer Marktplatz ergießt.

Wenn Heydolfesheim erwacht

Genau durch dieses Tor, vorbei am beeindruckend schönen Ensemble alter Heidelsheimer Architektur, schiebt sich zum Festauftakt der große Umzug – jedes zweite Jahr das Highlight des Festes. Noch bevor es losgeht, wimmelt die alte Stadt vor Emsigkeit und Menschen. Egal ob am Marktplatz, an der Merianstraße, der Wettgasse oder wie das alte Pflaster auch immer heißen mag – überall stehen Hunderte, ach was, Tausende von Menschen und warten auf das bunte historische Treiben. Über ihnen weht stolz die alte Heidelsheimer Flagge, von historischen Zinnen wie zum Beispiel dem Diebesturm oder den Resten der alten Stadtmauer.

Ein Ort, ein Fest, ein Miteinander

Alle ziehen an diesen drei historischen Tagen an einem Strang: Gleich elf Ortsvereine sind mit eigenen Ständen vertreten – unterstützt von den Kirchen und städtischen Einrichtungen. Das Salz in der Suppe bilden dabei natürlich die historischen Gruppen: die Fahnenschwinger, Fanfarenzüge, Trommler, Tänzer, Jongleure und Gaukler.

Ebenfalls seit 30 Jahren treu mit von der Partie: die Freunde aus der italienischen Partnerstadt Volterra in der schönen Toskana. Egal ob die „Compagnia Balestrieri“, die „Gruppo storico Sbandieratori“ oder die „Spadacroce“ – die Volterraner sind ebenso geschichtsbegeistert wie die Heidelsheimer selbst. Kein Wunder: Beginnt doch die Geschichte ihrer Stadt vier Jahrhunderte vor Christi Geburt und lässt damit das steinalte Heidelsheim schon fast wie eine Neubausiedlung wirken.

Volles Engagement für drei Tage

Auf Seiten der Heidelsheimer Vereine lässt man sich an diesen drei Tagen nicht lumpen und wirft alles in die Waagschale, was geht. Engagiert bringen sich unter anderem der Odenwaldklub, die Fußballer, die Tennisspieler, die Turner, die Sänger, die Schützen, die Stadtkapelle, die Bürgerwehr und die Melkkiwwlreider ein. Ihr Ziel: ein schönes Fest zu feiern, das es an nichts missen lässt.

Falls Sie übrigens die ersten beiden Festtage versäumt haben sollten – heute am Montag haben Sie noch einmal die Gelegenheit, den Rücksturz Heidelsheims in die Tage des alten Heydolfesheim mitzuerleben.

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1 Kommentar zu „Die Wiederauferstehung von Heydolfesheim“

  1. Frad kumma mir fum Feschtd. Probiert haben wir bei der Bürgerwehr einen Steakweck dazu ein sehr sehr leckeres schwarzes Bier. Krönender Abschluß war ein Rahmbrot auch dazu gab es ein schwarzes Bier. Micha hat heute früher Feierabend gemacht. Dann sind wir zusammen los. Nun setzt Regen ein und wir sind zu Hause, geniessen bei Hügelhelden die Bilder.

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