Der größte Lump

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Blicke / Symbolbild der Redaktion

Bürger gegen Bürger – Aus einem Miteinander in der Krise darf niemals ein Gegeneinander werden

Wie relativ doch die Zeit nun auch fernab des Papiers geworden ist… Vor einigen Wochen haben wir noch fröhlich miteinander Fasching gefeiert, Schulter an Schulter und Wange an Wange. Heute wäre ein solches Zusammenkommen illegal und würde hohe Bußgelder für jeden einzelnen nach sich ziehen.

Wohlan, die Zeiten haben sich geändert, der Wind hat sich gedreht. Ein mikroskopisch kleiner Erreger schickt sich an, seinen Feldzug durch unsere grünen Auen auszuweiten und befällt jeden Tag tausende, neue Wirte. Um die Schwachen und Verwundbaren zu schützen, haben Politiker überall auf der Welt Maßnahmen erlassen, die zweierlei, spektakuläre Wesenszüge aufweisen: Sie sollen durch die fast völlige Aussetzungen zwischenmenschlicher Kontakte die Übertragungswege unterbrechen und Sie sind gleichzeitig die größte Beschneidung unserer freiheitlichen Grundrechte, die es hierzulande seit Ewigkeiten gegeben hat.

Binnen Tagen wurde das was vorher noch wünschenswert und selbstverständlich war, zu einer strafbaren Handlung. Zwischenmenschlichkeit als neuer Sündenfall, das ist – wenngleich in der Not unabdingbar – einfach nur unendlich traurig. Die meisten von uns haben verstanden wieso uns diese Last auferlegt wurde. Schnell und bereitwillig (möglicherweise etwas zu viel von beidem) haben wir die verhängten Einschränkungen akzeptiert, mitunter sogar ausdrücklich begrüßt. Man hätte sich vielleicht gewünscht, dass ungeachtet der Dringlichkeit und der gebotenen Eile, etwas mehr kontroverse Diskussion um die Beschneidung bis dato unverhandelbarer Grundrechte stattgefunden hätte.

Doch nun ist es wie es ist und wir müssen das Beste daraus machen, in den sauren Apfel beißen bis sich ein Silberstreif am Horizont bemerkbar macht. Wichtig erscheint mir dabei, dass wir gemeinsam dieses Tal durchschreiten und uns nicht in unserer tristen Isolation noch gegeneinander richten. Menschen mit absurd hohen Bußgeldern zu belegen, deren einziges Vergehen körperliche Nähe ist oder Aufforderungen von höchster politischer Ebene – einander zu denunzieren – zu folgen, sind dabei die Schritte, die zu gehen ich nicht bereit bin. Ich weise gerne freundlich hin, erkläre oder belehre zur Not auch. Dem Aufruf unseres Innenministers, Verstöße gegen die Corona-Verordnungen der Polizei zu melden, werde ich aber niemals nachkommen. Für ein Miteinander bin ich bereit Opfer zu bringen – für ein Gegeneinander niemals.

Ein Kommentar von Philipp Martin

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6 Gedanken zu „Der größte Lump“

  1. Verstösse gegen Coronaverordungen zu melden hat Nichts mit einem „Gegeneinander“ zu tun, sondern man Schütz die Gesellschaft vor einer schnelleren Ausbreitung des Virus und rettet damit vielleicht Leben. Darüber sollte der Autor mal nachdenken!!

    • Sie sind aber ein braver Soldat – lassen Sie mich ihnen virtuell ein Leckerli zuwerfen. Mal sehen was von unserer Gesellschaft noch übrig bleibt, wenn unsere Obrigkeit bereits nach einer Woche zur Denunziation aufruft.

  2. Ich empfehle den Panikern und denen die denken mit Denunziantentum tut man der Allgemeinheit was gutes mal genau darüber nachzudenken wie sich Unrechtssysteme in der Vergangenheit entwickelt haben. Immer haben die Denuzianten gemeint sie dienen einer guten Sache und haben sich noch sehr gut bei ihrer arbeit gefühlt. Beängstigend dass das heute von manchen schon wieder als Bürgerpflicht gesehen wird. Das zeigt uns wie indoktriniert von der politischen Propaganda, durch öR Medien viele schon sind. Um den Blick für die Realität nicht zu verlieren empfehle ich den Coronapanikern dringend die Lektüre dieses Berichtes: https://influenza.rki.de/Wochenberichte/2019_2020/2020-12.pdf – vom RKI höchstselbst heraus gegeben. Und dann vielleicht noch dies: https://www.risknet.de/themen/risknews/covid-19-und-der-blindflug/ Und ich empfehle etwas Enthaltsamkeit von den Statements von Wieler, Drosten, Span und Konsorten ;-)

  3. Sehr geehrter Herr Megerle.
    Sie sprechen mir aus dem Herzen und dem ist nichts hinzuzufügen.
    Die Menschen, die so etwas gutheißen, sollten mal genauer hinschauen, vor wessen Karren sie sich spannen lassen

  4. Man sollte sich immer vor Augen halten, wer ist betroffen: meine Eltern, meine Kinder ,meine Frau oder gar ich. Dann wird die Welt ganz anders aussehen oder? Nicht dieser Fremde den ich nicht kenne ist betroffen sondern ich!!!! Warum kann man nicht einmal in seinem Leben für nur 3Wochen sich einschränken? Was haben unsere Eltern in den Kriegsjahren mitgemacht und wir leben heute im Wohlstand Wer hat euch zur Welt gebracht der Fremde oder deine Eltern und jetzt sollen diese sterben

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