Army Go Home! Vor 20 Jahren drehte Hollywood einen Blockbuster im Kraichgau

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Umstrittene Komödie mit Starbesetzung mit vielen Szene aus dem Hügelland

Erst vor wenigen Tagen kündigte US-Präsident Donald Trump den Abzug Tausender amerikanischer Soldaten aus deutschen Stützpunkten an – ein Thema das auch einen unmittelbaren Bezug zu unserer Region hat, waren hier doch bereits zahlreiche GI in Kasernen beispielsweise in Karlsruhe, Ettlingen oder Heidelberg stationiert.

Vor fast 20 Jahren widmete sich auch die Traumfabrik Hollywood diesem Thema und begann mit den Dreharbeiten für die Komödie “Buffalo Soldiers”, deren deutscher Titel “Army Go Home” lautet. Das Besondere an diesem Streifen: Viele Szenen wurden unmittelbar vor unserer Haustür abgedreht. Doch der Reihe nach..

In “Army Go Home” spielt Joaquin Phoenix, der erst vor wenigen Wochen für seine Rolle als “Joker” einen Oscar gewonnen hat, den währen des Mauerfalls in Deutschland stationierten US-Soldaten Ray Elwood. Dieser betreibt in der Kaserne einen professionell aufgezogenen Schwarzmarkthandel mit Army-Eigentum und dealt zudem mit Drogen. Um diesen Verfehlungen noch das Sahnehäubchen aufzusetzen, schläft Ray außerdem mit der Ehefrau des Kasernenkommandanten Berman, gespielt von Ed Harris. Als mit dem von Scott Glenn (Das Bourne-Vermächtnis) verkörperten Sergeant Robert Lee ein neuer Kommandant die Zügel in der Kaserne übernimmt, gerät Rays Leben komplett aus dem Gleichgewicht.

Im Film soll sich dieses Szenario in und um eine Kaserne bei Stuttgart abspielen, gedreht wurden viele Szenen aber in unserer Region. Da wäre z.b. das schon längst dem Erdboden gleichgemacht Kasernengelände im Karlsruher Stadtteil Knielingen sowie das einstige Paul Revere Village in der Nordstadt, wo Ray sein Unheil treibt. Die romantische Szene mit Joaquin Phoenix und Anna Paquin (X-Men) im Becken und auf dem 10-Meter-Brett des amerikanischen Schwimmbades, wurde im ehemaligen Karlsruher Tullabad abgedreht – heute ein Teil des Karlsruher Zoos.

Auch die Szenerie von Rays Exkursionen in die Stadt dürfte vielen bekannt vorkommen. So fährt er in einer Szene mit seinem Mercedes durch die Karlsruher Kriegsstraße, feiert in einem fiktiven Club unter der Karlsruhe Hirschbrücke (hier wurde nur der Eingang einer Besenkammer verwendet, hinter der sich ganz sicher keinen Club verbirgt) und trifft sich mit einem Drogenboss in einer Gaststätte direkt neben der Schauburg in der Marienstraße.

Die aufwendigste Szene im Film, die Drogenfahrt mit einem Panzer, wurde dagegen auf der anderen Rheinseite in Jockgrim abgedreht – der Höhepunkt hier: Die Explosion einer örtlichen Tankstelle. Weitere Szenen spielen in Königsbach, in Siegelsbach sowie in Maximiliansau.

Beim internationalen Publikum kam der Film sehr gut an, erhielt in der International Movie Database IMDB 6,8 Punkte und 73% bei Rotten Tomatoes. Das amerikanische Publikum ging jedoch teilweise mit der Komödie hart ins Gericht – bei einer Vorführung auf dem Sundance Film Festival reagierten viele Zuschauer aufgebracht und warfen dem Streifen Antiamerikanismus und unpatriotisches Gedankengut vor – Anna Paquin wurde sogar bei einer Pressekonferenz mit einer Wasserflasche beworfen. (Quelle Wikipedia)

Wir haben uns den Film anlässlich dieses Artikels noch einmal angesehen und können hier eine klare Empfehlung aussprechen. Mit schwarzem, derben Humor und großartig aufgelegten Schauspielern, macht der Streifen wirklich Spaß und steht außerdem für ein echtes Stück Geschichte direkt aus unserer Heimat.

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