Etwas Weitsicht ist nie verkehrt, vor allem nicht dann, wenn man sie von diesen wunderbaren Hotspots im Kraichgau aus genießen kann.
Guggemol! Als Land der 1000 Hügel ist das Potenzial auf sensationelle Fernsichten im Kraichgau eher begrenzt. Das wäre natürlich anders, würden wir im Land der 1000 Berge wohnen, aber na ja … Doch keine Sorge, auch in unseren Breitengraden gibt es ein paar wirklich tolle Hotspots, von wo aus Sie zumindest Teile des Umlands in einem beeindruckenden Panorama bewundern können. Die meisten kennen sie wahrscheinlich bereits, doch vielleicht haben wir ja auch ein paar Perlen dabei, die bislang an Ihnen vorbeigegangen sind. Kleiner Tipp: Auch im Kraichtal, dessen höchste Erhebung der Landskopf ist, gibt es sogar abseits davon eine neue Möglichkeit, den Blick weit kreisen zu lassen, aber lesen oder schauen Sie am besten selbst.



Fangen wir mit einem Klassiker an, dem „Kraichgaublick“ ganz in der Nähe des Eppinger Himmelreichs. Im Südosten der Stadt gelegen, am besten zu erreichen vom Waldstadion aus, schmiegt sich die Aussichtsplattform direkt an die Hänge des Ottilienberges und gibt durch ein schön geschnittenes Fenster in der Vegetation den Blick auf Eppingen frei – und zwar in einem derart schönen Panorama, dass man auf den hölzernen Bänken durchaus ein paar andächtige Minuten verbringen kann. Die Gegend empfiehlt sich generell zum Wandern; zwischen Otti und Jägersee winken nicht nur die zerklüfteten alten Befestigungsanlagen der Eppinger Linien, sondern noch weitaus mehr Schätze – von einem begehbaren Moor bis hin zur restaurierten Chartaque.



Besonders weit können Sie vom letzten Außenposten des Hügellandes aus in die Ferne blicken. Die erste große Erhebung, wenn man von der nordbadischen Rheinebene aus in den Kraichgau fährt, ist bekanntlich der Letzenberg. Hier oben steht die gleichnamige Kapelle, die sowieso schon einen Ausflug wert ist, aber die Fernsicht bei gutem Wetter ist nicht von schlechten Eltern. Sie können die komplette Ebene überblicken und sehen sogar – ob Sie das wollen oder nicht – die rauchenden Schlote der Kraftwerke in Mannheim am Horizont.



Eine ganz ähnliche Aussicht genießen Sie aus dem Zeidama Himmelreich – nicht zu verwechseln mit der Eppinger Variante. Hierbei handelt es sich um den kleinen Höhenzug, der zwischen den Ubstadt-Weiherer Ortsteilen Stettfeld und Zeutern sowie den Kraichtaler Stadtteilen Oberöwisheim und Neuenbürg verläuft und sich bis nach Odenheim hinzieht. Oberhalb von Zeutern gibt es die Himmelreichhütte, ein ehrenamtlich gebautes und gepflegtes Projekt, mit einem gemütlichen Unterstand und einem richtig tollen Panorama, das weit über Zeutern hinaus, über Bad Schönborn bis in die Kurpfalz reicht.



Beliebt für seine schöne Fernsicht ist auch die Aussichtsplattform auf dem Oberderdinger Horn oder „Weinplateau“, wie man sich seitens der Stadt Oberderdingen bemüht, den Begriff zu festigen. Auch von hier aus können Sie weit über die Ebene blicken und sehen Oberderdingen, wie es da eingebettet in den Feldern und Weinbergen liegt. Der Platz ist schön gestaltet, es gibt sogar einen kleinen Kinderspielplatz, reichlich Informationen und durch gemütliche Bänke und Tische auch die entsprechende Aufenthaltsqualität. Theoretisch teilweise mit dem Auto zu erreichen, praktisch aber besser zu Fuß – ein schöner Blick will ja auch verdient sein.



Ganz neu mit dabei ist auch der alte Wasserbehälter bei Gochsheim. Tatsächlich ein wirklich schöner Platz, um das alte mittelalterliche Städtchen aus einer wirklich schönen Perspektive zu bewundern. Ein Ort, der vor einigen Monaten noch völlig verwildert vor sich hin fristete, mittlerweile aber durch das Engagement ehrenamtlicher Bürgerinnen und Bürger zu einem wirklich schönen Ausguck umgestaltet wurde. Es gibt reichlich Informationstafeln, der Hang wurde mit Treppenstufen befestigt, die Plattform selbst über dem alten Hochbehälter komplett saniert. Wer hier oben steht, sieht Gochsheim von seiner Schokoladenseite aus. Das ganze Panorama der Skyline, von der alten Schule über die Kirche und natürlich das Graf-Eberstein-Schloss, kann hier bewundert werden, ohne auch nur einmal den Nacken zu drehen. Wenn das historische Ensemble nach Abschluss der aktuellen Bauarbeiten nicht mehr eingerüstet ist, wird es vermutlich sogar noch ein bisschen schöner.