Vom Showdown am Pfannenstiel bis in die alte Güterhalle. Jetzt schon legendär: Die Monnemmer Desert-Rock-Aficionados von Tascosa spielen in Sulzfeld auf
Bock auf einen kurzen Exkurs in den Wilden Westen? Nein? Sorry, muss aber! Lassen Sie mich Ihnen kurz von einer Nacht erzählen, die sich in diesem Jahr zum 140. Mal jährt. Im März 1886 kam es im Texas Panhandle, einem ländlichen Stück JWD, das in seiner Form an einen Pfannenstiel erinnert, zu einem legendären Showdown rivalisierender Cowboys.
In einer kalten Märznacht eskalierte der Streit zwischen Ranchern derart, dass es zu einer ausgiebigen Schießerei vor dem Saloon in der kleinen Stadt Tascosa kam. In der Folge kamen mehrere Cowboys ums Leben – das passiert eben, wenn die blauen Bohnen fliegen. Am nächsten Tag ritten 50 wütende Rancher in die Stadt, um Rache zu üben: eine echte amerikanische Wildwest-Geschichte eben, mit allem, was dazugehört. Im besagten Saloon war übrigens ein paar Jahre später auch Billy the Kid zu Gast, deswegen umweht diesen Ort von jeher ein Hauch von Legende.
Auch wenn Tascosa längst zur Geisterstadt geworden ist, tragen ihre Geschichten doch ganz offenbar in die Welt hinaus – sogar bis hinein in die Kurpfalz. In Mannheim hat es die Story ein paar Vollblutmusikern derart angetan, dass sie beschlossen haben, ihre Band nach der staubigen Ruinenstadt im Wilden Westen zu benennen. Das passt auch perfekt, denn die Musik, die die fünfköpfige Kombo spielt, ist wie für den Soundtrack eines modernen Western-Epos gemacht: Rauchig, wild, ungezügelt, mit reichlich Charakter und ordentlich Dreck unter den Nägeln. Das ganze aber handwerklich so sauber, dass es ihnen die Schuhe oder vielmehr die Stiefel auszieht. Ein bisschen Tito and Tarantula, ein bisschen Calexico und dazu Monnemer Chuzpe und Können.
Ihre Songs erzählen im Grunde genau die Art von Geschichte, die man sich damals am Tresen des Jenkins-Saloons bei einem hart gebrannten Schluck Feuerwasser zugeraunt haben mag – schwer und dunkel, kein leichtfüßiges Feelgood-Geplänkel, sondern düster und dick wie gegerbtes Leder.
Am 6. November kommt Tascosa nach Sulzfeld, spielt im alten Kulturschuppen auf, der zu jener Zeit errichtet wurde, als Old Tascosa gerade zur Geisterstadt wurde. Lassen Sie sich diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen – wilder wird es in den Hügeln nie wieder.
Tickets für das Konzert am 6. November kosten im VVK 15 Euro, an der Abendkasse 18 Euro. Einlass ist ab 19.30 Uhr. Die Reservierung wird dringend empfohlen! Sie erreichen das Info- und Kartentelefon im Bürgerbüro im Rathaus Sulzfeld unter 07269/78-0.