Hunde, wollt ihr ewig kacken

Hunde, wollt ihr ewig kacken
Hunde, wollt ihr ewig kacken

Warum Hundekacke auf unseren Straßen und Plätzen das Letzte ist

Ein Gastartikel von Thomas Gerstner

Gleich vorweg – die Überschrift sagt schon alles – in diesem Artikel geht es um Hundekacke! Nicht um Hunde-Ahah, um Hunde-Häufchen oder um Hunde-Würstle. Ich entschuldige mich vorab das Wort im Folgenden noch 12 Mal zu verwenden, doch wenn wir schon über so ein ekelhaftes Thema reden müssen, nennen wir das Kind doch gleich beim Namen. Warum? Nun, es begibt sich jedes Jahr zu einer Zeit da der Frühling seine wärmenden Strahlen ausschickt um synchron die gesammelte, tiefgefrorene Hundekacke eines ganzen Winters autauen zu lassen. Nicht nur dass diese Kacke dann ihr unverwechselbares Aroma entfaltet – nein, wir kratzen sie dann auch mit Stöckchen aus dem Profil unserer Schuhe und versuchen unsere Kinder slalomartig darum herum zu bugsieren. Denn auch im Frühling 2015 gibt es noch genügend Hundebesitzer die einen feuchten Kehricht darauf geben wo Ihre Vierbeiner ihr Geschäft verrichten. Selten sieht man jemanden der sich bückt und den Dung mit einem Beutel einsammelt um ihn anschließend korrekt zu entsorgen. Dabei ist es ganz einfach: Hundebesitzer können mit Ihren Bellkumpanen so viel Spaß haben wie sie möchten, solange Sie dem Rest der Menschheit damit nicht auf die Nerven gehen. Als Nichthundehalter will ich beim Spazierenghehen nicht angesprungen werden, will in keine Hundekacke treten und nachts kein stundenlanges Bellkonzert hören müssen.

Manche Menschen bringen dieses grundlegende Verständnis auf und akzeptieren dass die Grenzen des Universums nicht an des Dackels Schwanzspitze enden, andere eben leider nicht. Meiner Beobachtung nach spalten sich die Tierhalter dabei in drei Lager auf.

Gruppe 1 hat ein normales Verhältnis zu ihren Tieren und auch zu ihren Mitmenschen. Leben und leben lassen ist ihre Maxime, der Hund kackt dort wo es niemanden stört und ein artgerechter Umgang mit dem Tier ist eine Selbstverständlichkeit.

Gruppe 2 hat ein Tier, ist aber total überfordert damit und/oder zu faul ihren Pflichten als Halter nachzukommen. Einmal am Tag Gassi gehen, möglichst nur um den Block und wenn die Töle dann auf den Gehweg kackt wir die Straßenreinigung das schon in Ordnung bringen.

Gruppe 3 hat ein übertriebenes und schon fast pathologisches Verhältnis zu ihren haarigen Freunden. Das Tier wird vergöttert und dient als vollwertiger Beziehungspartner. Zum Mittag gibt´s feinstes Rinderhack vom Bio-Metzger während der eigene Nachwuchs Dosen-Ravioli aufgetischt bekommt.

Verursacher der Hundekack-Misere auf Grünanlagen und Gehwegen ist unzweifelhaft die recht große Gruppe 2.  Es ist ja auch nicht gerade ein kleines Problem. Bundesweit müssen 540.000 Tonnen Hundekot pro Jahr öffentlich entsorgt werden. In Worten fünfhundertvierzigtausend Tonnen. In vielen Städten und Gemeinden gibt es schon lange Hundekackbeutel-Spender. Vorreiter war hier einst Wien mit dem Slogan „Nimm ein Sackerl für mein Gackerl“ oder auch Konstanz mit „Macht´s Hundle mal a Häufele, dann kauf hier gleich a Schäufele“. Ich finde sogar diese Hilfestellung ist bereits zu viel des Guten. Warum sollten Steuergelder dafür verwendet werden den Hundebesitzern die Kack-Entsorgung leichter zu machen. Das ist deren Problem! Sollen Sie doch selber Schaufeln und Tüten mit sich führen. Doch es sind laut Schätzungen gerade einmal 15 Prozent der Hundehalter die tatsächlich besagte Häufele mit dem Schäufele wegräumen. 85% ist das einfach egal – was geht sie denn die Kacke ihrer Hunde an. In London plant man derzeit die Einführung von DNA-Tests für Hundekacke. So lasse sich die Hinterlassenschaft ganz eindeutig den Besitzern zuordnen, auf die dann ein fürstliches Bußgeld zukäme, schwärmt Darren Rodwell, Leiter der Bezirksverwaltung des Stadtteils Dagenham.

Davon sind wir hier noch Lichtjahre entfernt!  Hier im Kraichgau ist die Situation auch noch nicht hoffnungslos. Wald und Wiesen sind überall und schnell erreichbar. Es geht ja auch nicht darum dem Hund das Kacken zu untersagen, nur gehören Parks, Gehwege und Spielplätze nicht zu den idealen Abladeplätzen. Ich finde Hunde übrigens toll – es sind treue Freunde und wunderbare Tiere. Das Problem läuft auch nicht vorne sondern hinten an der Leine. Die letzten Worte dieses Artikels überlasse ich daher Manfred Gresens. Der 81-jährige Rentner hat zum Thema  einen treffsicheren Rap-Song geschrieben. Viel Spaß dabei und möge die Schaufel mit Ihnen sein.

 

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=t66h8GWm7MU]

 

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