Da geht die Post ab – 1250 Jahre Diedelsheim

1250 Jahre Diedelsheim – Das muss gefeiert werden

Neben der Kernstadt feiert in diesem besonderen Jahr auch der Brettener Ortsteil Diedelsheim sein 1250-Jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass beging die 3.500 Seelen-Gemeinde von Freitag bis Sonntag ein buntes und abwechslungsreiches Jubiläumswochenende. Hand in Hand feierten die Diedelsheimer zusammen mit einer Abordnung aus der ungarischen Partnerstadt Hidas ihren runden Geburtstag.

Den Auftakt zum Jubiläumswochenende bildete dabei am Freitag-Abend der große Festakt in der Sporthalle. Zu den Gästen der Feierstunde gehörten Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, die Landtagsabgeordneten Andrea Schwarz und Joachim Kössler, sowie natürlich Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff und Bürgermeister Michael Nöltner.

In seinem Grußwort hob Ortsvorsteher Martin Kern, der an diesem Abend auch seinen Geburtstag feierte, die Diedelsheimer Tugenden hervor und würdigte die Besonnenheit und den Durchhaltewillen der Dorfbewohner. Nur sie hätten die kleine Gemeinde durch die bewegten Jahrhunderte getragen und ihr den Aufstieg zu einem gedeihenden Ganzen ermöglicht.

Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff betonte in seinen Grußworten die harmonische Beziehung und die voranschreitende Verflechtung Diedelsheims mit der Kernstadt. Auch wenn es Mitte der 70er-Jahre manche kritische Stimme rund um den Zusammenschluss gab, so habe sich dieser doch als Bereicherung für beide Seiten herausgestellt. Wolff ließ es sich zudem nicht nehmen Diedelsheims Ortsvorsteher Martin Kern ein Geburtstagsgeschenk zu überreichen und zu seinen Ehren ein Geburtstags-Lied anzustimmen.

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel ging in seiner Laudatio augenzwinkernd auf die gastronomische Geschichte Diedelsheims ein und berichtete vom außergewöhnlich hohen Einwohner-Gaststätten-Verhältnis anno 1850. Damals kamen auf 350 Diedelsheimer noch 12 Gaststätten. Würde man das auf die heutigen Zahlen hochrechnen, müsste es eigentlich 116 Gaststätten im Ort geben, so der gut gelaunte Landrat.

Was Diedelsheim in besagten 1250 Jahren, von der erstmaligen Erwähnung im Lorscher Codex 767 als „Teutinsheim“ und später „Ditinesheim“ bis hin zur Eingemeindung in die große Kreisstadt Bretten 1975 erlebt hat, schilderte dann Eberhard Schallhorn in seinem packenden Vortrag.

Auch die Gäste aus der ungarischen Partnergemeinde Hidas waren fester Bestandteil des Festaktes. In seiner Begrüßung betonte Bürgermeister Csaba Berg die guten Beziehungen über Ländergrenzen hinweg und schickte mit seinem Bekenntnis zu europäischen Werten auch eine nicht zu überhörende Botschaft in Richtung Budapest. Im Anschluss begeisterte die mitgereiste Tanztruppe aus Hidas das Publikum mit traditionellen ungarischen Volkstänzen.

Aufgelockert wurde der Abend durch die Diedelsheimer Schulen und Vereine. Die Trommlergruppe der Pestalozzischule, der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde und der Männergesangverein „Freundschaft“ Diedelsheim sorgten für ein imposantes Rahmenprogramm – inklusive des mitreißenden Finales in Form des gemeinsames Singens des „Diedelsheimer Liedes“.

Im Anschluss strömten die Gäste ins Freie um gemeinsam bei einem Glas Sekt und einem Stehimbiss den Abend bei guten Gesprächen ausklingen zu lassen.

Die partnerschaftlichen Beziehungen zur Partnergemeinde Hidas prägten den Fest-Samstag in Diedelsheim. Um 10 Uhr unterzeichneten Ortsvorsteher Martin Kern und Bürgermeister Csaba Berg im Beisein von Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff und Bürgermeister Michael Nöltner, den damit erneuerten Freundschaftsvertrag zwischen den beiden Gemeinden. In einer bewegenden Geste überreichte Csaba Berg im Anschluss seinem Freund Martin Kern den Schlüssel zu seiner Stadt. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: Falls einmal niemand da sein sollte um Euch die Türen zu öffnen.

Danach bestiegen die vier Gemeindeoberhäupter gemeinsam die historische Postkutsche, welche an diesem Wochenende an die historische Bedeutung Diedelsheims als einst wichtigem Verkehrsknotenpunkt erinnern sollte. Der Rest des Tages spielte sich dann um das Dorfgemeinschaftshaus ab. Hier luden die Ortsvereine zum gemütlichen Beisammensein ein.

Der Sonntag war dann ein Festtag für Groß und Klein. Auf der großen Festmeile am Ortsrand kamen alle auf ihre Kosten. Die Kinder beim Ponyreiten, Zuckerwatte essen, Küken streicheln, Apfelsaft pressen und Karussell fahren, die Erwachsenen eher beim Oldtimer bewundern, bei der Rundfahrt mit dem Ochsenkarren oder bei einem kühlen Bier.

In der Sporthalle zeigten die Kleinen indes was sie auf dem Kasten haben. In beeindruckenden Darbietungen leisteten die Kindergarten- und Schulkinder ihren Beitrag zum runden Jubiläum ihres Ortes.

Insgesamt ein gelungenes und abwechslungsreiches Festwochenende in Diedelsheim, das mit unverklärtem Blick zurück und hoffnungsvollem Blick nach vorne, die Bedeutung seiner 1250 durchlebten Jahre eindrucksvoll unterstreichen konnte.

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