Wie der Pfeifferturm zu seinem Namen kam

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Das älteste Gebäude in Eppingen birgt noch viele Geheimnisse

Was ist das erste das Ihnen einfällt, wenn sie sich die Eppinger Skyline vor Augen rufen? Der kleine Uhrenturm auf dem Rathaus? Die alte Universität mit ihrem mächtigen Fachwerk? Das spitze Quintett auf der Krone der katholischen Kirche? Nein? Dann ist es bestimmt jenes Gebäude, das seit langem Mittelpunkt und Wahrzeichen des alten Eppingen ist.

Der Pfeifferturm gehört untrennbar zur Fachwerkstadt Eppingen und das bereits seit der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Damals wurde das stämmige Bauwerk, das am Fundament über zwei Meter dicke Mauern verfügt, als Teil der Stadtbefestigung errichtet. Als Bollwerk der Stadtmauern befand sich der Pfeifferturm direkt neben dem einstigen Stadttor, das ein jeder passieren musste, wollte er Eppingen besuchen um hier beispielsweise Handel zu treiben. Die alten Steine, die den Übergang zur Stadtmauer bildeten, sind übrigens noch heute gut zu sehen.

Der aus massiven Quadern aus Schilfsandstein erbaute Turm verfügt nur über wenige Fenster, die meisten davon direkt unter dem Dach. Dort lebte einst in einer kleinen Wohnunh der Türmer, ein Berufsstand der die Aufgabe hatte über die Stadt zu wachen. Von seiner überlegenen Position aus konnte der Türmer schnell Brände ausmachen und vor herannahendem Unheil warnen. Alarm schlug er, indem er in einen großes Horn stieß, das auch noch in den entlegensten Winkeln der Stadt zu hören war. Das Pfeifen des Horns brachte dem Turm schließlich seinen Namen ein: Der Pfeifferturm.

Übrigens: Der Türmer hatte noch weit mehr Aufgaben, als nur die personifizierte Alarmanlage der Stadt zu sein. Tagtäglich musste er die Uhr, die seinerzeit in der Dachspitze des Turms angebracht war aufziehen. Diese Uhr existiert heute noch immer, jedoch verkündet sie die Zeit nun vom Dach des benachbarten Rathauses aus. Die Uhrenstube im Pfeifferturm wurde nämlich an dem 17. Jahrhundert für die Unterbringung von Gefangenen benötigt. Über lange Jahre hinweg diente der Pfeifferturm der Stadt als Gefängnis.

Seit 1935 sind verschiedene Museen in den alten Turm eingezogen, zwischenzeitlich ist er eine Außenstelle des Eppinger Stadtmuseums. Wer genau hinsieht, dem erzählt der Pfeifferturm aber immer noch seine Geheimnisse. Neben den bereits genannten Verbindungssteinen zur einstigen Stadtmauer, lassen sich auch immer noch die Umrisse des alten Türbogens erkennen, über den das mächtige Bauwerk vor vielen hundert Jahren betreten und – im Falle der Gefangenen, erst viele Jahre später wieder verlassen wurde.

Mehr Informationen zum Pfeifferturm finden sie auf der Webseite der Stadt Eppingen

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