Was lange fährt, hält endlich an

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Der neue Haltepunkt Stettfeld der S-Bahn Rhein-Neckar ist in Betrieb

Stettfeld am Morgen des dritten Advent. Bei bestem Kraichgauer Schmuddelwetter stehen die Mitglieder des Gemeinderates Ubstadt-Weiher um ihren Bürgermeister Tony Löffler versammelt, der hier gerade ein paar letzte Regieanweisungen für die Ereignisse der kommenden Minuten gibt. Gleich fährt er hier ein und – das ist neu – hält endlich auch an: Der leuchtend rote Zug der S-Bahn Rhein-Neckar. Schnell werden Dambedeis, Fahrpläne und Freikarten in diverse Hände gedrückt und dann geht es auch schon auf den jungfräulichen Bahnsteig des neuen Haltepunktes. Da hat naht auch schon die rote Bahn, lässt zur Begrüßung die Pfeife erklingen und hält pünktlich am Stettfelder Bahnsteig. Menschen strömen hinein und heraus, Gebäckstücke werden verteilt, Hände gedrückt und hier und da ertönt in der gelösten Stimmung auch etwas Applaus.

Auch wenn man sich an diesem verregneten Morgen sicher gemütlichere Aufenthaltsorte vorstellen könnte, so verdient es dieser Moment durchaus gefeiert zu werden. Ganze zehn Jahre hat es gedauert um den Haltepunkt Stettfeld tatsächlich Wirklichkeit werden zu lassen. 2009 wurden die Planungsverträge abgeschlossen, danach verzögerte sich das Projekt immer wieder aufs Neue. Nun aber, unzählige Meetings, Besprechungen,Briefe und Telefonate später, ist es endlich vollbracht: Die S-Bahn Rhein-Neckar hat mit Stettfeld einen neuen Haltepunkt bekommen und gilt damit auf dem dazugehörigen Ast als vollendet. Unsere “Brot und Butter-Strecke” ist fertig, freut sich auch Markus Kempf, Verkehrsplaner bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg. Eine 80-Prozentige Steigerung der Fahrgastzahlen konnte diese seit Ihrer Inbetriebnahme verbuchen, ein Vorteil von dem ab sofort auch alle Stettfelder profitieren können. Bis zu 30 Mal am Tag hält die rote Bimmelbahn nun hier an, um Menschen wahlweise Richtung Bruchsal oder Heidelberg zu- oder aussteigen zu lassen. Wer Richtung Süden will, kann die Bahn mit einer KVV Karte nutzen, Richtung Norden muss ein Ticket der Deutschen Bahn gelöst werden. Kleiner Bonus für Inhaber einer Karte des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar: Diese gilt per Sonder-Erlass bereits ab Stettfeld.

Noch nicht alles ist fertig, am neuen Haltepunkt in Stettfeld. Dort wo die beiden Aufzugstüren zur Überführung sein sollten, finden sich derzeit noch Sperrholzplatten erst 2020 sollen die Aufzüge eingebaut werden. Etwas früher werden die Fahrradständer auf dem großen Parkplatz installiert, später sollen zudem sowohl für Räder als auch Autos noch elektrische Ladepunkte ergänzt werden.

Die kleine Feierstunde am Sonntagmorgen markierte übrigens nur die zweite von drei Premieren am neuen Haltepunkt. Die erste war der tatsächlich erste Halt des ersten Zuges in der Nacht zuvor und die dritte und größte wird die offizielle Eröffnung im Beisein des baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann sein.

Ab sofort können zugestiegene Fahrgäste in Stettfeld Richtung Süden bis nach Karlsruhe und Richtung Norden bis nach Heidelberg, Ludwigshafen und sogar Kaiserslautern fahren. Die vorläufigen Abfahrtszeiten hat die Gemeinde Ubstadt-Weiher auf ihrer Internetseite zum Download bereitgestellt.

Zu finden ist die neue Haltestelle am Ortsausgang von Stettfeld Richtung Weiher. Kritiker, die die Lage des Haltepunktes auf der “grünen Wiese” monieren, können diesen von der Stettfelder Ortsmitte aus innerhalb von nur 7 Minuten zu Fuß erreichen. Eine Verlegung der kompletten Bahnstrecke durch den Stettfelder Ortskern war leider ebenso unrealistisch, wie eine Verlegung des Ubstadt-Weiher Ortsteiles näher an die Gleise heran. Irgendwas ist eben immer….

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