Stau-Frust in Kraichtal – Bürger protestieren gegen zu viel Verkehr

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Mit gezielten Störungen des Straßenverkehrs will die Bürgerinitiative auf die Verkehrsproblematik in Kraichtal aufmerksam machen

Zäh fließender Verkehr im Kraichtaler Stadtteil Unteröwisheim. Dieses Bild ist man hier schon lange gewohnt, doch an diesem Freitag wälzte sich die Blechlawine besonders langsam und stockend durch die enge Friedrichstraße. Immer wieder drückten dieselben Herrschaften den Knopf der Fußgängerampel, immer wieder passierten dieselben gemächlich tuckernden Traktoren die Szenerie und auch den einen oder anderen Radfahrer mit Wiedererkennungswert sah man zwischen den unzähligen Autos und Lastwagen.

Hinter diesem besonders hohen Verkehrsaufkommen zum Start ins erste Ferienwochenende stehen die Mitglieder der Bürgerinitiative Verkehrsentlastung Kraichtal. Sie haben die Nase voll von der angestrengten Verkehrssituation in Kraichtal und wollen mit einer bewussten Störung des Durchgangsverkehrs in Unteröwisheim auf die Probleme aufmerksam machen.

So setzten rund 20 Teilnehmer der Protestaktion darauf Sand ins Getriebe des ohnehin nur mäßig laufenden Maschinerie des Unteröwisheimer Durchgangsverkehrs zu streuen – mit Erfolg, auch heute staute sich die Blechlawine bis an die Ortsränder, wenngleich auch mit deutlich weniger chaotischen Folgen wie bei der ersten Aktion vor einigen Wochen.

Vor Ort war auch Kraichtals Bürgermeister Ulrich Hintermayer um sich ein Bild von der Aktion zu machen und den Austausch mit den Mitgliedern der BI zu suchen. Wir haben diesen außergewöhnlichen Nachmittag mit der Kamera begleitet.

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13 Gedanken zu “Stau-Frust in Kraichtal – Bürger protestieren gegen zu viel Verkehr”

  1. Für die Anwohner ist es seit Jahren eine Extremsituation die Untragbar ist. Hier muss definitiv die Verkehrsinfrastruktur verbessert werden.

    Ich bin zwar nicht betroffen, kann die Menschen aber gut verstehen. Ob die Aktion zielführend ist sei zunächst einmal dahingestellt.
    Klar ist aber das dieses Problem jetzt öffentlich wird.
    Es sollte nicht nur um Stuttgart 21 oder Friday for Future gehen während die Menschen auf dem Land vergessen und teilweise abgehängt werden.

    Steht für eure Bedürfnisse ein und kämpft für euer Recht. Denn sonst macht es ja keiner. Weder in Münzesheim, Stuttgart oder Berlin.

  2. Durch den Glauben an endloses Wirtschaftswachstum haben wir den Salat, von allem zuviel: zu viele Waren und deren Warenverkehr, die Verpendlerisierung der Arbeitswelt mit den vielen km zum Arbeitsplatz, und alles über den Individualverkehr über’s Auto auf die Strecke gebracht … im Ergebnis gibt’s den Verkehrskollaps.
    Man müßte das große Rad drehen: lokalere Wirtschaft, mehr Fracht auf die Schiene, ein attraktiver Nahverkehr, so dass die Strassen wieder leerer werden und wieder mehr Ruhe einkehrt … aber leider obsiegt halt immer noch der Glaube an „grenzenlose Mobilität“ …
    Ich denke, lokal müßte man die Politik dahingehend beeinflussen, die Österreicher können es mit Ihren Fahrverboten doch auch !

    • C.S

      Die Situation wird noch verschärft durch die Baustellen auf der B 35 bei Gondelsheim und Bruchsal, sodass die projektierte B35 Nord jetzt de facto mitten durch Kraichtal führt Die Lösung besteht aber nicht im Bau von Ortsumgehungen – Verbesserte Verkehrswege führen nur zu noch mehr Verkehrsaufkommen- sondern in Durchfahrverbot für LKW über 12.5 to mindestens. In UÖ und Münzesheim sowie flächendeckend Tempo 30 innerorts

      • Und die Firmen können nicht mehr beliefert werden. Wo holt Ihr dann Eure Sachen??????
        In Karlsruhe. Erst denken dann quatschen.
        Der Verkehr ist schlimm aber wenn alle LKW s aussenrum fahren müssen dann gibt es noch mehr Ausstoß und und und.

  3. Es ist echt eine Zumutung, kann den Frust der Anwohner in der Friedrichstraße voll und ganz verstehen. Erlebe es auch bei täglicher Fahrt zur Arbeit, man muss teilweise bis zu 10 Minuten warten bis mal einer so freundlich ist um einen aus der Seitenstraße zu lassen.
    Und wenn man mal rausgelassen wird muss man Angst haben dass der Hintermann innerhalb der Ortschaft zum überholen ansetzt und dir dann fast in der Seite drin hängt…

    Also, von mir ein Go für weitere Aktionen

  4. Liebe unterowisheim ihr hattet vor Jahren die Möglichkeit gehabt nur wollte ihr eure Äcker nicht verkaufen sonst gibt Es bestimmt schon eine Umgebung für Kraichtal PS es gibt schon 3ampel bei euch

  5. Es hat nicht nur der Durchgangsverkehr von LKW’s in unnaroisa zugenommen. Es betrifft auch alle weiteren Stadtteile bis nach Landshausen!! seit der Einführung der Maut Gebühren auf Bundesstrassen!!

  6. Diese Aktion mag im ersten Blick ankommen – aber – wer die Schiene favorisiert, sieht bei weitem nicht das die Bahn ihren Güterverkehr kontinuierlich ABGEBAUT hat , zugunsten des Strassen Güterverkehrs , siehe db schenker….
    Und noch an alle , die meinen der Güterverkehr lässt sich eindämmen mit verboten ,
    Fakt ist das jeder 2. per Internet bestellt u seine
    Ware ,Paket den nächsten bzw übernächsten Tag bei sich vor der Haustür landet !
    Falsch , genau hier sollte der bruttonormalo bürger Umdenken!
    Vielleicht kriegen diejenigen , die lkw verbote fordern ja einen eigenen gleisanschluss , oder wegen des Co2 smog alarm seine ware mit dem eselkarren gebracht .
    Also , nicht nur fordern , sondern auch mal hinter die Kulissen blicken .

  7. Bei allem Verständnis für die Situation, halte ich eine bewusst herbeigeführte Behinderung des Straßenverkehr für nicht hinnehmbar. Spätestens wenn eine Person im betroffenen Gebiet dringend einen Notarzt braucht wird das sicher ein Nachspiel haben, denn dann ist angesichts des Stauaufkommens bis in die Nachbargemeinden eine rechtzeitige Hilfe wohl nicht mehr möglich. Auch Leute, die beispielsweise Kühlwaren nach Hause bringen wollen und dann im Stau stehen, können die Lebensmittel hinterher wegschmeißen. Demonstrieren ist ein Grundrecht, ja, aber dann doch bitte so, dass dadurch nicht Gefahren geschaffen werden. Die Akteure sollten lieber vor der Gemeindeverwaltung oder dem Landratsamt demonstrieren, da würden sie auch die richtigen Leute erreichen. In diesem Sinne habe ich für diese Verkehrblockaden, die ohnehin nur unbeteiligte Treffen, kein Verständnis.

  8. Hallo,
    also als Handwerker der täglich auf den Straßen rund um Bretten, Bruchsal, Kraichtal unterwegs ist kenne ich viele Verkehrssituationen.
    1. Unteröwisheim ist schon seit Jahrzehnten ein Nadelöhr (ich kenne
    auch noch die Situation mit der S-Kurve in der Dorfmitte).
    2. War ein Umgehung geplant nur hat diese Niemand umgesetzt
    (warum auch immer).
    3. Ich kann die Anwohner in Unteröwisheim verstehen dass diese auf
    den vielen Verkehr sauer sind.
    4. Alle Autofahrer + LKW zahlen KFZ – Steuer, Benzin – Steuer, Maut
    etc. das heißt die Straßen gehören den Autofahren und wenn es ein
    Change gibt den Verkehr zu verlagern dann sollte diese
    wahrgenommen werden; ansonsten Pech gehabt.
    5. Als Autofahrer kann ich nur die Straßen benutzen die da sind;
    B35 gesperrt; und Mautpflichtig
    L618 nicht für LKW befahrbar
    L554 frei von Mautkosten und auch noch schneller von Autobahn
    über L554 und K3508 nach Bretten.

    Also mir gefällt das auch nicht; und ich befürchte in 1-2 Jahren sind die Straßen kaputt (Mautausweichverkehr).
    Seit Bundesstraßen Maut Kosten sehe ich auf der K3508 eine starke Zunahme des LKW Verkehrs und den Rest erledigt die dynamische Routenführung; TMC, Google Apple und Co.
    Und ja natürlich kann ich den Frust verstehen aber die Entscheidungsträger sitzen im Kreistag, Landtag, und Bundestag.
    Als Autofahrer muss ich halt Straßen benutzen

  9. Das Problem gibt es auch in Oberacker aber wenn man da legal was dagegen unternimmt dann kann die Stadt für den auswärtigen Verkehr ganz schnell absolute Halteverbote durchsetzen. Wollen die Kraichtaler Bürger aber dass die Stadt veranlasst dass der rasende Verkehr wenigstens durch eine Blitzeranlage reguliert wird dann heißt es das sei Sache des Kreises. Was für eine Verwaltung die sich für den Durchgangsverkehr und nicht für die eigenen Bürger einsetzet. Auf meine Nachfrage hin hat es nur geheißen die hätten sich beschwert. Daher meine ich auch die Verkehrsgeschädigten in ganz Kraichtal sollten sich einzeln beim Ordnungsamt beschweren. So viel wie möglich, das ist nur rechtens und auch so kann man die Ämter auf Trab bringen.

  10. Ach kommt, auch wenn der Protest vielleicht mal ganz interessant ist – aber seid doch ehrlich zu Euch selbst … wie viele Pakete bekommt Ihr von AMAZON oder DHL geliefert – wie oft fahrt Ihr aus Unteröwisheim raus und kauft woanders ein?
    Erst wenn eine Alternative hierzu vorhanden ist und diese nicht umgesetzt wird, dann ist so eine Aktion ja ok – aber so – einfach nur daneben. Genießt den Smog wenn alle langsam durchfahren … ist doch toll – manchmal sollte man auch schon vor dem Handeln ein wenig denken!

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