Hambrücken zeigt Waghäuseler Schulzentrum rote Karte

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Unterricht in der Schule (Symbolbild)

Auch zu viele Schulen können den Brei verderben

Es ist Bewegung in der Waghäuseler Schullandschaft. Die Pläne der Stadtverwaltung sehen den Umzug der Gemeinschaftsschule an einen gemeinsamen Standort mit ihrer Außenstelle in der Gymnasiumstraße vor und damit in die direkte Nachbarschaft mit der Johann-Peter-Hebel Realschule. Auf diese Art und Weise würde hier ein kleines Schulzentrum entstehen, dass möglicherweise in Zukunft sogar den Abschluss mit Abitur ermöglichen würde – ein Arbeitsgruppe scheint sich nach Informationen aus gesicherter Quelle derzeit zumindest bereits gedanklich mit dem Planspiel, die Gemeinschaftsschule mit einer gymnasialen Oberstufe zu erweitern zu befassen. Die Stadt Waghäusel konnte dies auf Nachfrage hin allerdings nicht bestätigen

Die Schulaufsichtsbehörden sehen im Umzug der Gemeinschaftsschule indes formal die Auflösung einer Schule am alten Standort und die Neuerrichtung an anderer Stelle – ein Vorgang der auch von den Nachbargemeinden abgenickt werden muss. Wie das benachbarte Hambrücken in einer Pressemitteilung schreibt, hat der dortige Gemeinderat diese Zustimmung aber mit breiter Mehrheit verneint und Bedenken gegen die geplanten Maßnahmen formuliert. Der Rat zeigte sich hinsichtlich der Entwicklung der Schülerzahlen an der eigenen Lußhardt-Gemeinschaftsschule besorgt, die die Gemeinde zusammen mit dem benachbarten Forst betreibt. Knackpunkt ist demnach die mögliche Erweiterung der Gemeinschaftsschule in Waghäusel mit einer gymnasialen Oberstufe. Würde diese realisiert werden, so bestünde die Möglichkeit, dass Eltern im Zweifelsfalle ihre Kinder gleich in Waghäusel anmelden, da hier dann die komplette schulische Laufbahn bis zum Abitur ohne weitere Schulwechsel möglich wäre.

Zwar ist das Upgrade mit einer gymnasialen Oberstufe an der Gemeinschaftsschule in Waghäusel derzeit nur in einer frühen Diskussionsphase, jedoch reicht offenbar allein diese Tatsache aus um die Hambrückener Ratsmitglieder – trotz Beruhigungsversuche seitens Bürgermeister Ackermann – richtig nervös zu machen. Unbegründet sind die Sorgen in jedem Fall nicht. In der Region buhlen eine Vielzahl an Schulen um neue Schüler. Wenn im ebenfalls benachbarten Karlsdorf-Neuthard nun auch eine neue Realschule wie angedacht auf den Weg gebracht wird, so könnte die Situation schnell kritisch werden. Zu viele Schulen würden um zu wenige Schüler werben – die Folge könnte am Ende gar ein Schulsterben sein. Der Knatsch unter allen beteiligten Nachbarn ist schon jetzt garantiert.

Ein Blick auf die Umgebungskarte zeigt sofort deutlich wie groß das Überangebot an Schulen im Umkreis ausfällt. Im benachbarten Graben-Neudorf existiert bereits die Pestalozzi Gemeinschaftsschule, in Ubstadt-Weiher wird das Alfred-Delp-Schulzentrum weiter ausgebaut, in Waghäusel laufen die Pläne für die Errichtung des Schulzentrums an der Gymnasiumstraße und auch Bruchsal, Kronau und Philippsburg mit ihrem großen Schulangebot sind nicht weit.

Für die Gemeinschaftsschulen in jener Ecke könnte es also durchaus eng werden. Kritiker verweisen schon länger darauf, dass bei der Gründung der Neulinge das existierende Umfeld und der Bedarf nicht ausreichend in die Überlegungen mit einbezogen wurden.

UPDATE: Auch Oberhausen-Rheinhausen hat den Plänen in Waghäusel eine Absage erteilt. Allerdings offerierte die Nachbargemeinde im selben Atemzug zudem eine weitere Optionen: Wie die BNN schreiben könne sich Bürgermeister Martin Büchner eine interkommunale Zusammenarbeit und die Zusammenlegung der Gemeinschaftsschulen von Oberhausen-Rheinhausen und Waghäusel vorstellen.

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