Richtfest in Münzesheim: Rohbau für neue Gemeinschaftsschule fertiggestellt

Richtfest in Münzesheim: Rohbau für neue Gemeinschaftsschule fertiggestellt
Richtfest in Münzesheim: Rohbau für neue Gemeinschaftsschule fertiggestellt

Größtes Bauprojekt in der Geschichte der Stadt Kraichtal / Bisher 1,4 Millionen € verbaut

Kraichtal (sn). Rund 300 Meter Bauzaun, 5.600 Kubikmeter Erdaushub, eine Grundfläche von 2.300 Quadratmeter, 21.400 Kubikmeter umbauter Raum, eine Gesamtgeschossfläche von 5.500 Kubikmeter sowie 2.400 Kubikmeter verarbeiteter Stahlbeton ohne Fertigteile. Aufmerksame Beobachter des Neubaus der Gemeinschaftsschule Kraichtal am Schulstandort Münzesheim wissen es längst: Nach dem feierlichen Baggerbiss am 29. Mai 2017 und der Einrichtung der Baustelle durch die mit dem Rohbau beauftragten Firma Lang Bau GmbH aus Ettlingen, konnte nun – gut zwölf Monate nach Beginn der Bauarbeiten – das traditionelle Richtfest gefeiert werden. Nicht nur Mitglieder des Kraichtaler Gemeinderates ließen sich das Ereignis am Freitagnachmittag, 8. Juni, nicht entgehen; es pilgerten Mitarbeiter von Baufirmen und des Planungsteams ebenso, wie Rathaus-, Schulverantwortliche und Schülervertreter nach Münzesheim, wo das „neue Domizil für Kraichtals Jugend“ entsteht. Die zahlreichen Gäste, unter ihnen auch Architekt Bernhard Asböck vom Büro Asböck Architekten München, wurden zunächst durch Bürgermeister Ulrich Hintermayer begrüßt, bevor – wie sollte es anders sein – ein Maurermeister den „Richtspruch“ sprach: „Hier entsteht ein Ort, an dem gemeinsam fürs Leben gelernt werden kann. Dem Bauherrn sei mein erstes Glas – ein spritziger, gut gekühlter Kraichtaler Weißwein – geweiht.“ In seiner Ansprache ging anschließend das Stadtoberhaupt noch einmal auf den bisherigen Bauablauf ein. Konkret begonnen hat die Realisierung des Großprojekts Anfang Juni 2017 mit den Abbruch- beziehungsweise Rückbauarbeiten durch die Firma Oettinger aus Malsch. Das bestehende, eingeschossige Nebengebäude, einst in Holzskelettbauweise auf 580 Quadratmetern Grundfläche errichtet, wurde ebenso abgerissen, wie der dreigeschossige Westflügel. Allein unter den Fundamenten des Westflügels wurden 30 Kubikmeter (rund 70 Tonnen) Betonmehrmassen entsorgt sowie 510 Quadratmeter Aluminiumfassade mit Dämmung abgebaut. Die Baustraße für die Folgegewerke auf dem Baufeld wurde hergestellt. Es folgten Rohbau-, Entwässerungs- und Stahlbetonarbeiten. Die Wände und Stützen wurden im Zeitraum Ende Oktober bis Anfang Februar errichtet; die Wandstärke beträgt zwischen 20 und 30 Zentimeter, die Wände sind 3,42 Meter hoch. Die Trennwand im Verbindungsbau, ein sogenanntes Fertigteil-Hohlwandelement, verläuft im Treppenaufgang über zwei Geschosse und wurde im Monat Februar eingebaut. Im Verbindungsbau selbst befindet sich eine Ortbetontreppe mit Verbindungsrampe, welche den Bestand mit dem Neubau verbindet. „Für Mitte Juli ist voraussichtlich der letzte Betonier-Termin auf der Baustelle, die Aufkantung des Flachdachs, vorgesehen. Dies ergibt eine Terminverschiebung von rund sechs Wochen, welche durch den Innenausbau kompensiert werden soll“, so der Bürgermeister. Danach kommt für rund drei Wochen der Dachdecker auf die Baustelle und der Innenausbau kann beginnen.

Investitionskosten in Höhe von 15 Millionen €

„Nahezu ein Drittel der Gesamtkosten in Höhe von 15 Millionen € werden aus Zuschüssen verschiedenster „Fördertöpfe“ bezahlt“, bezifferte der Bürgermeister die Investitionskosten. Trotz dieser Rekordinvestitionssumme ist er überzeugt davon, dass die Entscheidung für die Einführung der Schulart „Gemeinschaftsschule“ die richtige und zukunftsweisende war. Ohne diese Entscheidung wäre Kraichtal in naher Zukunft nur noch Grundschulstandort geworden, da die Schüler ab der Klasse 5 in die umliegenden Städte und Gemeinden mit entsprechendem weiterführendem Bildungsangebot abgewandert wären. Gemeinschaftsschul-Rektor Mathias Fuchs und Architekt Bernhard Asböck dankten im Rahmen ihrer kurzen Ansprachen aufrichtig für die bislang reibungslose und konstruktive Zusammenarbeit zwischen allen am Großprojekt Beteiligten. „Für einen Planer ist ein Richtfest stets ein ganz besonderer Moment“, so der Architekt aus München, der weiter ausführte, dass er und sein Team gerne den relativ weiten Weg nach Kraichtal auf sich nehmen, insbesondere bei so herrlichen Wetterverhältnissen wie am heutigen Tag. Und nicht nur die Sonne lachte am Tag des Richtfestes. „Der Unterricht in den neuen Räumlichkeiten soll zum Schuljahr 2019/2020 beginnen“, merkte Bürgermeister Ulrich Hintermayer bei den Feierlichkeiten in Münzesheim an. Da, Stand heute, alle fest davon ausgehen, dass das Zieldatum „2019“ auch erreicht werden kann, wurden diese vier Ziffern bereits deutlich sichtbar im ersten Obergeschoss des Bauwerks ins Mauerwerk einbetoniert.

Hintergrundinfos

Der Gemeinderat hatte nach einer kontroversen Diskussion Mitte Mai 2013 die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule an der Markgrafen-Schule Münzesheim mehrheitlich beschlossen. Auf Antrag vom 24. Juni 2013 hat das Regierungspräsidium Karlsruhe im Februar 2014 der Einrichtung einer Gemeinschaftsschule in Kraichtal zugestimmt. Mit dem Grundsatzbeschluss vom März 2015 für den Schulstandort Münzesheim folgte zeitgleich die Entscheidung für die Durchführung eines europaweiten Planungswettbewerbs – ein Novum in der Geschichte der Stadt Kraichtal. Ein Architektenwettbewerb wurde durchgeführt. Überzeugt hat schlussendlich das Modell der Asböck Architekten GmbH aus München; zum einen durch sein ausgewogenes Raumprogramm, zum anderen durch die gelungene Einbildung in die Landschaft.

Redaktion: Nadja Steinhilper

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