Reinhold in da Porterhouse

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Fleischeslust in der Andreas Klause Ubstadt

Zugegeben, wenn man die Andreas Klause in Ubstadt das erste Mal sieht, bleibt das Auge nicht zwangsläufig an ihr hängen. Untergebracht ist die Gaststätte in einem funktionalen 80er-Jahre Bau mit untergeschobenen Beton-Arkaden – die Fenster sind braun und undurchsichtig, der Eingang im Halbschatten versteckt. Ja, die Andreas Klause ist derart unscheinbar, dass es uns trotz der räumlichen Nähe zur Redaktion bisher noch nie dorthin verschlagen hat. Wie sich nun herausstellen sollte: Ein gewaltiger Fehler.

Die Andreas Klause (Andreas kommt von der gegenüberliegenden Kirche, als Klause bezeichnet man eine süddeutsche Landwirtschaft in der Einöde) ist das Reich von Reinhold Weiler. Reinhold ist Metzgermeister durch und durch und hat in Ubstadt-Weiher und Umgebung eine stetig wachsende Fan-Gemeinde. In seinen Zwanzigern mietete er im Keller der 1986 eröffneten Klause eine kleine Wurstküche an und produzierte dort Wurstkonserven nach seiner ureigenen Art. Diese Konserven bot der dann in der damals noch von Dieter Leibold betriebenen Gaststätte, direkt am Tisch den Gästen zum Kauf an. Qualität, Geschmack, alles stimmte.. und so begann Reinholds kleines Geschäft zu florieren, während die Andreas Klause eher schlecht als recht über die Runden kam. 1999 nahm Reinhold schließlich sein ganzes Geld und seinen ganzen Mut zusammen und kaufte die Klause. Alles was hier auf der Speisekarte niedergeschrieben steht, entstammt ausschließlich Reinholds eigener Produktion. Die Wurstküche im Keller gibt es immer noch und Reinhold kreiert in ihr fleischgewordene Träume. Besonders berühmt ist sein gigantisches Cordon bleu, faustdick mit echtem Hausmacher-Schinken und üppig Käse. Für seine Würste und neulich auch die Maultaschen wird er dabei immer wieder mit dem Gold-Standard ausgezeichnet.

Als eine der ganz wenigen verbleibenden Gaststätten in Central-Ubstadt ist Reinhold längst eine Institution – seit über 20 Jahren gibt es ihn nun hier zwischen Kirche und Kelterhaus. Am Anfang hat er sogar noch regelmäßig mit Disco-Abenden den Ortskern belebt, doch diese Tage sind leider längst vorbei. Weil es immer wieder Menschen gibt die einerseits den Komfort genießen wollen mitten im Ortskern zu leben, andererseits aber auf die vollständige und absolute Ruhe wie auf dem platten Land bestehen, musste Reinhold wegen wiederkehrender Anzeigen wegen Ruhestörung ab Punkt 22 Uhr irgendwann die Reißleine ziehen. Ein Problem mit dem sich sogar die gemeindeeigene Einrichtung Kelterhaus auch noch heute beständig herumärgern muss. So schaffen es einige wenige mit Justizias Hilfe das letzte bisschen Leben aus den Dorfkernen zu ekeln – ein trauriges Bild.

Doch auch wenn die wilden Tage an Reinholds Tanztheke im Nebenzimmer längst vorüber sind, hat sich der findige Metzgermeister andere Freuden für seine Gäste einfallen lassen.

Dry Aged Dreams

Besonders stolz ist Reinhold auf seine luftgetrockneten Spezialitäten vom Kraichgauer Rind. In seinen beiden Dry Ager – Kühlkammern hängen Rinderfilets erster Güte und das mitunter mehrere Monate lang. Durch diese lange Reifezeit entfaltet das Fleisch einen sehr intensiven, aromatischen und leicht nussigen Geschmack, dem ein normales Steak laut Reinhold nicht das Wasser reichen kann. Je nach Verfügbarkeit bietet er seinen Gästen diese Dry Aged Schmuckstücke aus der Trockenkammer als Club Steak, als T-Bone-Steak oder als Porterhouse-Steak an. Die Preise hierfür beginnen bei 8 € pro 100 Gramm, wer das Geld investiert bekommt dafür einen echte kulinarischen Höhenflug garantiert.

Auch wenn Reinhold sich den Traum einer eigenen Metzgerei wegen der hohen Kosten nie erfüllen konnte, leistet er als Metzgermeister dennoch nicht weniger als seine Kollegen mit dazugehörigem Ladengeschäft. Egal ob für das kleine Grillfest im Kreise der Familie am Wochenende oder die große Vereinsfeier in der Halle, Reinhold erfüllt alle Wünsche und versteht sich gerade jetzt im Sommer meisterhaft darauf, leckere Schmankerln für ein zünftiges Barbecue herzustellen. “Oifach orufe und sage was ihr braucht”, gibt Reinhold uns zum Schluss mit auf den Weg …. genau so werden wir es machen.

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