Wenn Odenheim sein legendäres Schwimmbadfest feiert
Wenn in Odenheim an einem Wochenende gerade mal nicht gefeiert wird, kann man förmlich hören, wie die Menschen hinter ihren Fenstern und Türen mit den Hufen scharren und unruhig auf den nächsten Anlass warten, endlich wieder die Korken knallen zu lassen. Kaum eine andere Ortschaft im Kraichgau feiert so gerne, häufig und ausgelassen wie die Odenheimer – und wenn sie feiern, dann mit allem, was dazugehört.
Bei einem Schwimmbadfest könnte man meinen, es würde ausreichen, wenn der Bürgermeister das Fass mit einem gekonnten Hammerschlag ansticht, die Band einen Tusch spielt und das Fest damit eröffnet ist. Nicht so in Odenheim. Hier stellt man stattdessen einen kompletten Umzug durch das Dorf auf die Beine. Wie heißt noch gleich der einschlägige Song? „Faschingszeit ist nur einmal im Jahr“? Nicht in Odna – hier geht man bei jedem Anlass auf die Straße.

Das Schwimmbadfest startet jedes Jahr mit einer großen Prozession aus der historischen Odenheimer Ortsmitte, direkt beim alten Rathaus, bis hin zum Felsenkeller am Ortsrand. Dort liegt das charmante kleine Freibad – und das bereits seit 90 Jahren.
Ein Freibad aus eigener Hand
Auf ihr Freibad dürfen die Odenheimer auch wirklich stolz sein, entspringt es doch ihrer eigenen Hände Arbeit. In gerade einmal zehn Wochen wurde es als Gemeinschaftsleistung des damals noch eigenständigen Ortes anno 1936 im wahrsten Sinne des Wortes aus der Erde gestampft. Durch unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz – sogar der Architekt verzichtete auf sein Honorar – kam die kleine Gemeinde zu ihrem eigenen Freibad. Der Erfolg sollte den Anstrengungen recht geben: Bereits in den frühen 40er-Systemjahren besuchten zeitweilig mehr als 600 Menschen das Bad – an einem einzigen Tag.
















Kein Wunder also, dass um das jährliche Fest ein derart großes Aufheben gemacht wird, ist das Bad doch neben der großen Mehrzweckhalle eines der Odenheimer Heiligtümer. Der Umzug zur Festeröffnung wird daher traditionell von einem historischen Oldtimer angeführt, auf dessen Lederpolstern der Odenheimer Ortsvorsteher Thomas Krapp, Östringens Bürgermeister Felix Geider und natürlich eine Abordnung der führenden Köpfe hinter dem Freibad Platz nehmen.
Der ganze Ort auf den Beinen
Hinter dem Wagen folgt der restliche Ort in Richtung Freibad: die Kinder aus den Schulen und Kindergärten, die Karnevalisten, der Kienholzclub und viele mehr. Es sind zu viele, um sie alle aufzuzählen – im Grunde ist jeder Verein, der etwas auf sich hält, Teil des beliebten Sommertagsumzuges.

Im Bad angekommen wird dann ausgiebig gefeiert, und das oft schon den zweiten Tag in Folge. Bereits am Vorabend wird die Stimmung traditionell angeheizt, etwa mit den bewährten Stimmungsmachern der ZAP-Gang, bevor am Samstagabend Bands wie „Laut & Leise“ das Ruder übernehmen. Ein weiteres Highlight am Samstag ist das große Gauditurnier mit reichlich Wasserspaß, bei dem garantiert kein Auge und kein T-Shirt trocken bleibt.
Ja, Odenheim liebt sein Freibad – eine kleine blaue Perle, die seit nunmehr 90 Jahren für Abkühlung, Gemeinschaft und jede Menge Spaß an heißen Tagen sorgt.
Der Dank gilt den vielen Helfer für solch eine Klasse Veranstaltung auch ein Lob an die Stadt mit der Hoffnung noch mindestens weitere 90 Jahre so feiern zu können.
Also ich beneide die Odenheimer um ihr Bad!
Glückwunsch und weiterhin viel Spaß!👍
Da werden Erinnerungen bei mir wach. NEIN, sie haben NIX dem Freibad in ODna zu tun. Früher fuhr ich mit den Radl ins nahe gelegene Bad in Flehingen. Da mußte zuerst noch ein Buckel überwunden werden und dann war man da. Ich erinnere mich noch an die Möglichkeit sich dort um zu ziehen. Durch einen roten Strang war das Nichtschwimmerbecken vom tieferen Becken getrennt.
Wenn ich nach Östringen fuhr, dann passierte ich immer das Freibad.