Notfallbetreuung für (fast) alle?

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Symbolbild

Strenge Voraussetzungen für Notfallbetreuung werden deutlich gelockert

Kindertagesstätten in Baden-Württemberg bleiben bis auf weiteres geschlossen, die Schulen öffnen für Abschlussklassen teilweise wieder ab dem 4. Mai. Das ist bisher der Stand der Dinge im Land, Ausnahmen von dieser Regel gab es bisher nur wenige. So wurde eine Notfallbetreuung bisher nur für jene Kinder ermöglicht, deren Eltern beide in sogenannten systemrelevanten Berufen tätig sind.

Die Hürden für die Betreuung von Kindern in Notgruppen wurden nun allerdings vom Kultusministerium stark gelockert. Wie beispielsweise die Stadt Bretten in einer Pressemitteilung informiert, können Kinder in diesen Gruppen ab dem 27. April betreut werden, wenn die folgenden Kriterien zutreffen:

  • Das Kind besucht eine Kindertageseinrichtung, eine Grundschule oder eine weiterführende Schule bis zur siebten Klasse.
  • Beide Elternteile oder die/der Alleinerziehende sind berufstätig und haben einen präsenzpflichtigen Arbeitsplatz außerhalb der Wohnung.
  • Beide Elternteile oder die/der Alleinerziehende und sind/ist für den Arbeitgeber unabkömmlich.

Da insbesondere der letzte Punkt weit auslegbar ist, könnten die Anträge für eine solche Notbetreuung nun in die Höhe schnellen. In der Folge werden auch die zulässigen Gruppengrößen in diesen Betreuungsformen weiter erhöht – bis zu 14 Grundschulkinder sind pro Klasse beispielsweise möglich. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg kritisiert dieses Vorgehen deutlich. In einer Presseerklärung bezieht die Landesvorsitzende Doro Moritz Stellung: “Die jetzt geplanten Regelungen sind ein Risiko für die Kinder und die pädagogischen Fachkräfte. Wie soll eine Grundschullehrerin alleine mit 14 Erstklässlern darauf achten, dass der 1,5-Meter-Abstand gewahrt bleibt, wie sollen Erzieherinnen mit 14 Vierjährigen in der Notbetreuung die Gänge auf die Toilette organisieren?”

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6 Gedanken zu „Notfallbetreuung für (fast) alle?“

  1. Das hat mit Notbetreuung nichts mehr zu tun. Da kann man gleich komplett aufmachen. Und anstatt klare Vorgaben von der Landesregierung wurstelt jetzt wieder jede Kommune alleine. Bedenkt man das Risikogruppen unter den Erziehern wegfallen und man wegen einem Schnupfen daheim bleibt, ist es eine Frage von Zwei bis drei Wochen bis die komplette Notfallbetreuung vielerorts zusammenbricht. Dann wird die Kita komplett geschlossen. Ich hätte von der Landesregierung eine Verordnung erwartet die den Begriff Notfall auch verdient. So wird es eher dazu führen dass nach der Krise der Erziehermangel noch verschärft weil sich viele mit Grausen davon abwenden. Genug ist genug.

  2. Liebe Frau Müller da haben sie vermutlich auch recht was sie schreiben. Unsere Schule hat uns schon gesagt das in Zukunft wenn wieder regulärer schulbetrib ist, alle mit laufender Nase und Schnupfen zuhause bleiben muss. Das vernünftigste wäre wenn man wie vor 50 Jahren einen Pult mit einer Schreib Platte vor sich hätte, Und die pulte am Boden festgeschraubt.
    Vor 35 Jahren zu meiner Zeit hatten wir alle 14 Tage Samstag 4 Stunden Schule ohne Pause. Das kann man dochden Kindern heute auch zumuten. Und wer austreten muss geht alleine.
    Alles andere ist doch Quatsch. Ob 4,14,oder 24. Das Risiko ist das selbe.

  3. Also ich finds es gut es hat nicht jeder Home-Office oder ein systemrelevanten Beruf. Handwerker werden generell nie erwähnt z.b. Tischler müssen aber vorort sein, mehr Geschäfte auf mehr Betreuung so ist es eben.
    Natürlich haben auch Erzieher/lehrer Angst das will ja auch nicht schmälern was ist den aber mit den Verkäufer die schon seit Wochen an der Kasse sitzen nicht immer stänkern auch Mal überlegen.

    • Nur das zbs Erzieher sich überhaupt nicht schützen können ….. ein klein Kind braucht Nähe will getröstet werden und so weiter.

  4. Nur dass Kassierer keine heulenden Krippenkinder / Kindergartenkinder an der Eingangstür vom Arm eines Elternteils nehmen und trösten müssen, welche nun 6 Wochen nicht in der Einrichtung waren, jetzt vor Erziehern mit Masken erschrecken, 1,5 m beim Essen auseinander sitzen müssen,….
    Horrorvorstellung

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