Noch keine Lösung in Kontroverse rund um Bretten Radweg-Bäume

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Radwege auszubauen ist zweifelsohne eine gute Sache. Lokale Mobilität zu stärken und gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes zu tun, dürfte wohl kaum auf Widerstand stoßen. Oder vielleicht doch nicht? In Bretten dauert eine hitzige Diskussion rund um die Erweiterung eines Radweges in der Nähe des Freibades bereits seit Wochen an, nimmt er Anfahrt auf, als dass sich hier Entspannung abzeichnet. Denn um besagten Radweg zu erweitern, sieht das Regierungspräsidium Karlsruhe keine andere Möglichkeit als die direkt daneben wachsenden 21 alten Bäume zu fällen. 21 alte Bäume in Zeiten des Klimawandels, in Zeiten der Hitzesommer und leidender Natur einfach abzusägen, das lässt sich vielen Menschen in Bretten nicht vermitteln, die Gründe dafür dürften auf der Hand liegen. Zumal es durchaus auch Lösungen gäbe oder Lösungsansätze, wie beispielsweise eine flexible Anpassung der Planung für den Radweg, eine Versetzung des Zaunes, oder im Extremfall sogar eine Versetzung der Bäume. Nach reichlich Widerstand aus der Bevölkerung, hat das Regierungspräsidium Karlsruhe nun einen Ortstermin mit Vertretern der Stadt Bretten durchgeführt, einen echten Durchbruch hat es dabei aber offenbar nicht gegeben.

Laut einer aktuellen Pressemitteilung der Behörde steht die Stadt Bretten dem geplanten Ausbau des Radwegs an der B 35 und der L 1103a („Weißhofer Straße“) nach den Standards des RadNETZ BW weiterhin ablehnend gegenüber. Rund um die geplante Fällung ist in der Brettener Bevölkerung eine heiße Kontroverse entstanden. Im Kern der Diskussion steht die Frage, wieso fast ohne Not und allein zur Erfüllung starrer Formalitäten so viele alte, gewachsene Bäume weichen müssen. Während sich viele Bürgerinnen und Bürger in dieser Hinsicht mehr Pragmatismus und Flexibilität wünschen, vertritt die Behörde weiterhin einen formalen Standpunkt. Auch die Stadt Bretten hat sich aktiv in diese Debatte eingeschaltet, wobei eine gemeinsame Lösung aktuell noch nicht in Sicht ist.

Nach einem Ortstermin mit Vertretern der Stadt, der Politik und des Regierungspräsidiums am 18. September 2026 wurden die Details erörtert. Der regelkonforme Ausbau des rund 1200 Meter langen Abschnitts würde den Verlust der Bäume erfordern, da ein Erhalt laut Planung nicht möglich ist. Eine Umpflanzung schließt die Behörde wegen geringer Erfolgsaussichten und hoher Kosten aus, wobei für jeden gefällten Baum Ersatzpflanzungen sowie Ausgleichszahlungen vorgesehen sind. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf schätzungsweise rund 700.000 Euro.

Um das Vorhaben und mögliche Alternativen – wie etwa die Anpassung der Zaunanlage, der Querschnitte oder der geplanten Querungshilfe – weiter zu beraten, ist im Oktober ein erneutes Gespräch zwischen der Stadt und den Fachplanern des Regierungspräsidiums geplant. Bis zu einer Klärung bleiben die zuvor angekündigten vorbereitenden Rodungsarbeiten ausgesetzt.

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