Mobil und flexibel impfen

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Die beweglichen Einsatztruppen der Impfzentren im Kraichgau sind bereits jetzt eine Erfolgsgeschichte

Premiere des mobilen Impfteams in Gondelsheim geglückt

Zu zögerlich, zu bürokratisch, zu unflexibel – die bisherige Impfstrategie in Deutschland steht bislang unter keinem guten Stern. Während andere Länder hier deutlich mehr Tempo an den Tag legen, mehren sich hierzulande die Stimmen, die dem Impf-Management der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis ausstellen. Um ein Sprichwort zu bemühen, riecht in diesem Fall der Fisch allerdings vom Kopf her. Während die Landkreise mit einer schnellen Errichtung der Impfzentren ihre Hausaufgaben längst erledigt haben, lassen die für deren Vollauslastung notwendigen Vakzine immer wieder auf sich warten. Zwar stehen mittlerweile mehrere, zugelassene Impfstoffe in Deutschland zur Verfügung, die Belieferung mit den notwendigen Mengen, hat bisher aber noch nicht merklich an Fahrt aufgenommen.

Während bei der Organisation dieser Impfkette durchaus Verbesserungspotential an deren Beginn auszumachen ist, läuft das Unterfangen auf Kreisebene oder kommunaler Ebene hingegen nahezu reibungslos. Sobald Impfstoffe zur Verfügung stehen, werden diese schnell und gut organisiert, innerhalb der vulnerablen Gruppen verteilt und verabreicht. Die Teams der beiden regionalen Impfzentren in Sulzfeld und Heidelsheim stellen hier ihre Flexibilität gerade mit dem Einsatz von mobilen Impfteams unter Beweis. Während das Sulzfelder Team bereits vergangene Woche die ältesten Bürger/Innen in Zaisenhausen vor Ort geimpft hat, konnte heute das Team des Kreisimpfzentrums Heidelsheim seine mobile Premiere feiern.

Von 9:30 Uhr bis 14:30 Uhr konnten in der Gondelsheimer Saalbachhalle ohne jegliche Probleme und Verzögerungen 67 Senioren in der Altersklasse über 80 erfolgreich mit der ersten Dosis des Impfstoffes von biontech/Pfizer geimpft werden. Nach der Einweisung durch die ehrenamtlichen Helfer des Roten Kreuzes Gondelsheim, führte der Karlsruher Notarzt Ralph Neumann die Impfberatung durch und übergab die Impflinge schließlich an die Rettungsassistenten Eckhard Helms und Michael Schwall für die Injektionen. Koordiniert wurde der Einsatz durch Gesa Czolbe vom Landratsamt Karlsruhe, die stets dafür sorgte, dass ausreichend gekühlter Impfstoff innerhalb kürzester Zeit von Heidelsheim nach Gondelsheim transportiert werden konnte und dort just-in-time zur Verfügung stand. Viel Spielraum für Verzögerungen gibt es hierbei nicht, nach der Entnahme aus der Kühlung bleiben sechs Stunden für die Verabreichung des empfindlichen Vakzins.

Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp zusammen mit Michael Schwall und Gesa Czolbe vom Landratsamt Karlsruhe in der Saalbachhalle

Trotz der engen Taktung blieb am Ende sogar noch so viel Spielraum übrig, dass ein Senior, der die Anmeldungen im Vorfeld vergessen hatte, noch flexibel mit einer entsprechenden Menge spontan herbeigeschafften Impfstoffs geimpft werden konnte. So zogen die Verantwortlichen und auch Bürgermeister Markus Rupp nach der fünfstündigen Aktionen ein restlos positives Fazit des Tages. Alles hat reibungslos funktioniert und 67 weitere Menschen sind nun weitaus weniger für die Gefahren einer Infektion mit dem Coronavirus empfänglich.

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