Mit Liebe gedeiht alles

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Das Comeback des Gärtnerns

War der deutsche Kleingarten noch in den Wirtschaftswunderjahren ein echter Ruhepol und das Hobby zahlloser Menschen, entwickelte sich dessen Bedeutung in den letzten Jahrzehnten langsam aber stetig zurück. Vielen Menschen fehlt schlicht die Zeit oder auch die Geduld um das eigene kleine Fleckchen Grün in Schuss zu halten. Stattdessen wurde einen Phänomen geboren, über das viele Naturliebhaber fassungslos den Kopf schütteln. Das Grün verschwand aus den Vorgärten und machte eine kargen Steinwüste Platz. Doch auch der Trend der lebensfeindlichen Steingärten scheint nicht anzuhalten, es zieht die Menschen zurück zu einer natürlichen Umgebung. Gärtner Marcus Beyerle aus Ubstadt freut das selbstredend – er weiß wie viel Freude ein eigener Garten machen kann, auch wenn er natürlich dennoch viel Arbeit bedeutet. “Der Garten ist der größte Luxus unserer Tag, denn er verbindet zwei Dinge die heute kein Mensch mehr hat: Raum und Zeit”, eines der vielen Zitate die der selbständige Gärtner mit eigenem Betrieb in dritter Generation aus dem Ärmel zieht.

Jeder hat einen grünen Daumen

Er weiß, wer einmal durch die Arbeit der eigenen Hände etwas Neues hat wachsen und gedeihen lassen, den lässt das Gärtnern nicht mehr los. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt um mit der Aussaat zu beginnen, wer auf Nummer sicher gehen will kann noch die Eisheiligen in wenigen Tagen abwarten. Spätestens dann haben die grünen Daumen aber grünes Licht um die Gartensaison einzuläuten. Angst muss dabei kein Neuling haben – wer mit dem notwendigen Ernst und der richtigen Portion Ausdauer an die Sache rangeht, wird später von sattem Grün und einem Blütenmeer reich belohnt werden. “Nichts gedeiht ohne Pflege” bemüht Markus Beyerle ein weiteres Zitat und hat sogleich für Anfänger ein paar wertvolle Tipps zur Hand. Besonders wichtig ist die Wahl der richtigen Erde. Diese muss wichtige Vitalstoffe enthalten und den für die jeweilige Pflanze passenden pH-Wert mitbringen. Auch das Düngen darf in regelmäßigen Abständen nicht vergessen werden, damit die Versorgung der jungen Pflanzen mit Nährstoffen immer gewährleistet ist. Besonders wichtig ist die intensive Pflege in der Kindheit – von der Aussaat bis die Pflanze eine gewisse Größe erreicht hat.

Aller Anfang ist schwer

Man muss ja nicht gleich mit extrem sensiblen Orchideen anfangen, es gibt durchaus auch wunderschöne Pflanzen die von Natur aus eine gewisse Robustheit mitbringen, weiß Marcus Beyerle. Der Schmetterlingsstrauch, die Schokoladenblume oder die Prachtkerze sind beispielsweise ideale Anfänger-Pflanzen, die nicht nur toll aussehen sondern auch recht pflegeleicht sind.

Gut für die Biene, gut für den Menschen

Dass jede Pflanze nicht nur ästhetische Aufgaben wahrnimmt, sondern auch ganz konkrete Verwendungszwecke hat, sollte bei der Wahl der Besetzung im eigenen Garten nicht vergessen werden. Kräuter beispielsweise sind wertvolle Helfer in der Küche und können auch bei Krankheiten und dem einen oder anderen Zipperlein hilfreich sein. Wer den Bienen etwas Gutes tun möchte, der kann Wildblumenmischungen aussäen, die es zwischenzeitlich auch im Handel in fertigen Packungen zu kaufen gibt. Hier sei auch die Balkonpflanze des Jahres erwähnt, die passenderweise den Namen “funny honey” trägt, ein insektenfreundlicher Dauerblüher mit feurig gelb-roten Blättern. Längst nicht alle schwarz-gelben Flügel-Brummer sind hingegen im Garten gern gesehene Gäste. Gegen nervtötende Wespen im Sommer helfen Tomatenpflanzen, Basilikum, Knoblauch oder Zitronenmelisse. Es gibt kaum ein Gewächs auf Erden, das nicht die eine oder andere hilfreiche Eigenschaft hat – diese gilt es einfach zu entdecken und sich zu nutze zu machen.

Mutig sein, ausprobieren

Trauen sie sich also einfach ran, an den eigenen Garten. Es kann auch schon eine kleine Pflanzschale auf dem Balkon ausreichen um den Gärtner in sich selbst zu entdecken. Etwas Erde, Wasser, Sonne und eine große Portion Liebe reichen den Pflanzen meist schon völlig aus um zu wachsen und zu gedeihen. Doch eine große Warnung ist hier unerlässlich: Wenn das erste grüne Hälmchen seinen Kopf durch die Erdoberfläche schiebt und der Sonne entgegen reckt, sind sie hoffnungslos verloren und auf ewig ein Gärtner mit Hand und Herz.

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