Maria hat geholfen

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Kraft durch Glaube? Jahr für Jahr pilgern Menschen zur Mingolsheimer Muttergottes-Grotte um für für Hilfe und Heilung Dank zu sagen

“Der Glaube ist ein besserer Ratgeber als die Vernunft. Die Vernunft hat Grenzen, der Glaube keine.” Das sind die Worte des französischen Mathematikers Blaise Pascal, gesprochen und niedergeschrieben schon im 17. Jahrhundert. Doch mit dem Glauben ist es so eine Sache… Entweder man hat ihn, oder man hat ihn nicht. Viele Menschen, die die Muttergottesgrotte bei Bad Schönborn besuchen und hier Blumen und kleine Steine mit Dankesworten niederlegen, haben den Glauben und fühlen sich durch ihn bestärkt. Sie glauben an Maria, die Mutter Gottes, sie glauben an ihre Liebe, ihre Zuneigung und ihre Fähigkeit zu helfen und zu heilen. Schon klar, darüber lässt sich vortrefflich streiten, einen Beweise werden diese Menschen für die ihnen zuteil gewordene Hilfe nicht liefern können… sie müssen es auch nicht. Glauben heißt Vertrauen… tiefes und sich ohne Beweise tragendes Vertrauen, das alleine schon für die ihr zugrunde liegende, mentale Willenskraft Respekt abverlangt.

Die Geschichte der Mutter Gottes am Waldrand bei Mingolsheim ist viele Jahre alt. Sie beginnt – wie so viele andere Geschichten heiliger Stätten auch – mit einer mutmaßlichen Zuwendung Gottes. Vor langer Zeit erkrankte im Dorf die Ehefrau eines gläubigen Mannes schwer. In seiner Not bat er die Mutter Gottes um das Wunder ihrer Heilung, versprach ihr in diesem Falle die Errichtung einer Gedenkstätte am Waldesrand. Sie ahnen, welchen Lauf diese Geschichte nahm. Die Frau erholte sich von ihrer Krankheit und ihr Mann ließ den Worten Taten folgen. So wurde unweit des Dorfrands eine Statue der heiligen Maria errichtet.

Mit den Jahren ist das Umfeld der heiligen Maria gewachsen und hat sich fortwährend weiterentwickelt. In der heute als Muttergottesgrotte bekannten Pilgerstätte finden sich ein Unterstand, Bänke, Kerzenständer und unzählige Zeugnisse, jener Mutter Gottes zugeschriebenen Heilungen. Egal wie man dazu stehen mag, dieser Ort bedeutet für zahllose Menschen Trost, Begleitung und Unterstützung in ihrer Not. Auch Karl-Heinz aus Mingolsheim zieht es seit vielen Jahren fast tagtäglich an diesen Ort. Er pflegt die kleine Anlage, schaut nach dem Rechten und spielt – bei Wind und Wetter, egal was kommen mag – zu Ehren der heiligen Maria auf seiner Trompete. Er hat die Muttergottesgrotte über Jahre hinweg wachsen sehen, freut sich über den regen Zuspruch und Zulauf der kleinen Pilgerstätte.

Doch musste er auch erleben, wie Vandalen vor einigen Jahren mutwillig die Statue mit brachialer Gewalt zerstörten, die Verwüstung auf die er am nächsten Tag stieß, beschäftigt ihn bis heute. Mit einem finanziellen Kraftakt konnte die Statue restauriert und wieder an ihre althergebrachte Stelle gesetzt werden. Dort lächelt sie mit geschlossenen Augen, den Kopf andächtig geneigt und mit gefalteten Händen allen entgegen, die zu ihr finden. Ob sie tatsächlich Linderung und Heilung zu geben vermag, darüber habe ich nicht zu befinden…. und sie, werte Leser, ebenso wenig. Doch wenn der Glaube daran in den Menschen etwas Gutes hervorbringt, dann möge sie dort auch noch die nächsten 250 Jahre stehen mit ihrem immerwährenden Lächeln – am Waldesrand bei Mingolsheim.

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