Kostensteigerung bei Hochwasserschutz in Östringen

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Belastetes Aushubmaterial muss separat entsorgt werden

Stadt entstehen Mehrkosten von knapp 200.000 Euro

In Östringen fallen jetzt im Zuge der Verbesserung des Hochwasserschutzes bei der Anlegung eines Retentionsbeckens am Schenkgraben östlich des Siedlungsgebiets durchaus beträchtliche Mehrkosten an. Wie Bürgermeister Felix Geider den Gemeinderat bei dessen jüngster Sitzung informierte, wurden bei der Beprobung des Erdaushubs, für den an sich eine geeignete anderweitige Verwendung als Auffüllmaterial vorgesehen war, entgegen der Ergebnisse der Voruntersuchungen nun erhöhte Werte von sogenannten Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) festgestellt.

„Die Ursache für diese Verunreinigungen des Bodenmaterials, die möglicherweise schon vor Jahrzehnten eingetragen wurden, haben wir bislang noch nicht identifizieren können“, bekannte der Rathauschef bei der Aussprache im Stadtparlament.
Die Stoffgruppe der PAK entsteht generell bei Verbrennungsvorgängen, die sowohl natürlichen Ursprungs sein können, so unter anderem bei Waldbränden, aber auch vom Menschen selbst verursacht werden, beispielsweise durch häusliche und industrielle Verbrennungsanlagen, durch Kraftfahrzeugverkehr oder durch das Verbrennen pflanzlicher Abfälle. Die PAK binden sich an Ruß- oder Staubpartikel und können über die Luft auch sehr weit transportiert werden. Durch Niederschläge werden sie schließlich aus der Luft ausgewaschen und gelangen in den Boden.
Die Einstufung des beim Bau des Retentionsbeckens angefallenen Erdaushubs in die Kategorie Z2 hat jetzt zur Folge, dass ein Einbau des Materials an anderer Stelle nur noch eingeschränkt unter Einhaltung vorab definierter technischer Sicherungsmaßnahmen zulässig ist.

Der Einsatz des Aushubs in oder auf einer durchwurzelbaren Bodenschicht sowie das Herstellen einer durchwurzelbaren Bodenschicht entsprechend der Vorgaben der Bundesbodenschutzverordnung ist aufgrund der vorliegenden Laborergebnisse
jedenfalls nicht möglich, ebensowenig eine Wiederverwendung in bodenähnlichen Anwendungen außerhalb der durchwurzeobaren Schicht, zur Verfüllung von Abgrabungen oder zum Einbau unterhalb eines Straßenkörpers.

Insgesamt geht es um rund 2.700 Tonnen von in dieser Weise belastetem Boden, der nun entsorgt werden muss – bei Mehrkosten für die Stadt von rund 195.000 Euro. Einen weiteren Kostenanteil von knapp 50.000 Euro hat das Regierungspräsidium Karlsruhe zu übernehmen, nachdem auf einem Teil des Baufelds am Schenkgraben, das bislang nicht im Altlastenkataster erfasst war, auch teerhaltiger Aufbruch und Fräsgut vorgefunden wurden, die Bauarbeiten an der Bundesstraße 292 zuzuordnen sind.

Zur weiteren Optimierung des Hochwasserschutzes für Östringen soll das Retentionsbecken am Schenkgraben nach Fertigstellung vorübergehend die Wassermengen aufnehmen, die im Falle eines sogenannten einhundertjährigen Hochwasserereignisses nicht unmittelbar über den Graben abgeleitet werden könnten und somit ohne geeignete Vorsorgemaßnahmen zwangsläufig Überschwemmungen im benachbarten Gewerbegebiet bewirken würden. Durch die Probleme bei der Abfuhr des Erdaushubs erhöhen sich die städtischen Investitionskosten für das Projekt nun
„unter dem Strich“ auf rund 760.000 Euro.

Redaktion: Wolfgang Braunecker / Stadt Östringen

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