Ins eigene Fleisch

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Bürgerbegehren gegen den Bau von Windrädern verhindern vieles, aber keine Windräder!

Ein Kommentar von Stephan Gilliar

Lassen Sie mich zu Beginn einen saudämlichen Anglizismus bemühen, den wir in den unfassbar vielen und oft unfassbar unnötigen Programmkonferenzen während meiner Jahre beim Rundfunk immer wieder um die Ohren geschlagen bekommen haben: KISS! Eine Abkürzung für Keep it short and simple. Zu Deutsch: Halte es kurz und einfach. Eigentlich bin ich kein Fan davon, komplexe Sachverhalte in leicht verdauliche Kost zu pürieren – dafür sind viel zu viele, oft faule Kompromisse nötig –, aber in diesem Fall halte ich es für extrem wichtig. Ich verspreche Ihnen also, meine Ausführungen in diesem Beitrag auf das Wesentliche zu beschränken.

Hier soll es nicht um das Für und Wider der Windkraft gehen, damit haben wir uns alle schon bis zum Erbrechen auseinandergesetzt. Es ist noch nicht einmal wichtig, wie Sie sich zur Windkraft positionieren – ob Sie sie befürworten, ob Sie sie ablehnen oder ob Sie das ganze Thema für heiße Luft halten. Das alles ist auch nicht mehr relevant, denn der Ausbau der Windkraft ist keine Frage von Befindlichkeit oder persönlichen Standpunkten mehr, sondern ein längst gesetzlich beschlossener Vorgang, der schon seit einiger Zeit unter Volldampf vollzogen wird. Andere Bundesländer sind hier schon viel weiter, bauen Jahr für Jahr Räder im dreistelligen Bereich. Nur der Süden Deutschlands, explizit die Bayern und wir Baden-Württemberger, kommen einfach nicht aus dem Quark. Doch auch hier ist die Frage längst entschieden, ob wir bauen… Der Masterplan der Landesregierung steht und sieht den Ausbau auf 1,8 % unserer baden-württembergischen Heimat vor – Punkt, Aus, Schluss, der Drops ist gelutscht.

Wenn Ihnen also nun jemand erzählt, dass Sie nur mit der Kraft Ihrer Stimme den Ausbau der Windkraft in Ihrer Region unterbinden können, dann erzählt Ihnen dieser jemand schlicht und einfach Märchen. Märchen, die sich aber äußerst großer Beliebtheit erfreuen und derzeit wie ein Lauffeuer die Runde Land auf, Land ab nehmen – auch hier bei uns im Kraichgau. Allerorten stellen sich Bürgerinnen und Bürger auf die Hinterbeine, versuchen die Errichtung der umstrittenen Anlagen zu verhindern, indem sie ein sogenanntes Bürgerbegehren auf den Weg bringen. Das ist auch ein völlig legitimes demokratisches Werkzeug aus dem Besteckkasten der bürgerlichen Politik, dessen Eckpunkte ungefähr so aussehen:

Ein Bürgerentscheid ist eine direkte Abstimmung der Bürgerinnen und Bürger über eine kommunale Sachfrage, bei der sie anstelle des Gemeinderats verbindlich entscheiden. Was in diesem Fall die Sachfrage ist, liegt auf der Hand: der Bau von Windkraftanlagen. Allerdings nicht ganz im Allgemeinen, sondern nur solche, die auf kommunalen Grundstückenerrichtet werden sollen. Windkraftanlagen, die stattdessen auf privaten Flächen errichtet werden, können mit einem solchen Bürgerentscheid nicht verhindert werden. Da könnten Sie genauso gut versuchen, mit einem Löffel einen Baum zu fällen – es ist das völlig ungeeignete Werkzeug.

Jetzt muss man wissen, dass auf der Gemarkung einer Kommune ganz grob geschätzt 70 Prozent der verfügbaren Flächen in Privatbesitz sind, nur der Rest gehört der Kommune selbst – nur über diesen kleinen Rest kann sie frei verfügen.

Soweit, so gut. Jetzt rufen wir uns in Erinnerung, dass durch gesetzliche Vorgaben jede Region etwa 1,8 % ihrer Fläche für die Entwicklung von Windkraft zur Verfügung stellen muss. Es muss also jede Region – wenn nicht absolut zwingende Gründe wie zum Beispiel militärisches Gelände oder ein Flughafen dagegen sprechen – hier mitziehen. Ob man das will oder eben nicht. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Herr über dieses ganze Verfahren ist in unserer Region der „Regionalverband Mittlerer Oberrhein“ – pardon, seit neuestem heißt er ja „Verband Region Karlsruhe“.

Diesem Verband ist es völlig egal, ob die Windräder letztlich auf öffentlichem Grund gebaut werden oder auf privatem. Er hat nur den Job, den Auftrag des Gesetzgebers umzusetzen – und damit ist die Sache für ihn erledigt. Geschäftsführer Matthias Proske bringt es im Interview mit Hügelhelden.de – ganz wie es seine Art ist – ohne Umwege auf den Punkt:

„Wir unterscheiden bei der Standortsuche nach diesen Gebieten nicht, wem sie gehören. Das interessiert uns nicht.“

Prof. Dr. Matthias Proske, Verbandsdirektor

Die Räder kommen also – entweder auf öffentlichem Land oder auf privatem. Wenn das schon den Verband nicht interessiert, wen sollte es dann interessieren? Naja: Sie. Die Bürgerinnen und Bürger, die sich das heimische Stückchen Erde künftig mit ein paar Windrädern teilen werden müssen – ob das nun gewünscht ist oder nicht. Denn dass die Räder kommen, steht außer Frage – es geht jetzt lediglich darum zu klären, wer davon profitiert. Sollen es lieber private Grundbesitzer sein, die bis zu einer Viertelmillion Euro Pachteinnahmen einstreichen und damit im besten Fall nie wieder arbeiten müssen? Oder soll das Geld lieber in den Haushalt Ihrer Gemeinde fließen – damit dadurch zum Beispiel das Freibad erhalten werden kann oder der Kindergarten, die Grundschule, der ÖPNV und so weiter?

Der Unterschied, liebe Leserinnen, liebe Leser, beträgt oft nur ein paar Meter. Nämlich die Meter, die zwischen dem Standort der Windräder auf privatem Grund und dem Ort liegen, an dem sie auf öffentlichem Grund gebaut worden wären – hätte man sie nicht mit den Mitteln eines Bürgerbegehrens verhindert.

Unangenehm, aber wahr: Die Windkraft kommt – ob uns das passt oder nicht. Politisch gewollt, gesetzlich fixiert, unausweichlich. Mit einem Bürgerentscheid können wir vielleicht verhindern, dass unsere Gemeinde mitverdient – mehr aber auch nicht. Die Räder werden trotzdem gebaut – eben auf Privatgrund, drei Meter weiter – und das Geld fließt dann halt in private Taschen.

Ach ja, sehen werden Sie sie sowieso – spätestens in der Nachbargemeinde.
Also: Wollen wir das Beste aus der Sache machen oder stur und bruddelnd am eigenen Ast sägen?

Jetzt seid ihr dran.

30 Kommentare zu „Ins eigene Fleisch“

  1. Bei dem Bau von Windrädern, wie auch bei vielen anderen nötigen und wichtigen Bauvorhaben handeln wir leider immer nach dem St. Floriansprinzip.

  2. Nun, in China stehen keine Windparks, dafür Solarparks. Und die Deutschen sind schon immer schlauer als der Rest der Welt. 20 Jahre werden Subventionen bezahlt und danach werden die Windräder gesprengt. Dadurch wird aber der Strom nicht billiger. Aber das macht nichts. Hauptsache dabei haben wir ein gutes Gewissen.

  3. Sehr polemisch und sehr falsch, schon eine kurze Recherche gibt Aufschluss: „Die Volksrepublik China ist seit mehreren Jahren das Land mit der größten installierten Windenergieleistung. Diese erreichte Ende 2024 in China insgesamt 520,60 GW, davon 41,81 GW offshore und 478,79 GW an Land….“ siehe Wikipedia für mehr Infos…

  4. Wir verbuddeln für hundertausende von Jahren Atommüll und müssen das bewachen und bezahlen. Wo sind denn da die Plakate, wo ist denn da die Aufregung ? Wo ist denn da die Verantwortung für Kinder, Enkel, Urenkel, Ururenkel….? Wie soll ich denn hunderten Generationen nach mir erklären, dass meine Generation gegen Windmühlen zu Felde zieht, wärend sie gleichzeitig solche Schulden hinterlässt ? Ich schäme mich dafür.

  5. Gefällig geschrieben, aber dennoch nur die halbe Wahrheit.

    Beispiel Ubstadt-Weiher:
    Der Verband hat 4 mögliche Vorranggebiete herausgearbeitet und davon, aus nicht nachvollziehbaren Gründen, 3 Stück direkt wieder verworfen.
    Das verbliebene Gebiet liegt zwischen Zeutern und Ubstadt, sehr nah an den Wohngebieten auf einer Fläche, die als Festwiese genutzt wird, ein idyllisches Fleckchen, das Einwohner zur Naherholung nutzen.
    Die Errichtung eines Windrads bedeutet einen massiven Eingriff in die Natur (vor Ort für das Windrad selbst, aber auch für die komplette Infrastruktur für Transport, Bau und Betrieb).

    Ubstadt-Weiher hat sich nicht komplett gegen den Bau von Windkraft ausgesprochen. Man bat auch um wiederholte Prüfung von Orten, die aus Sicht der Gemeinde besser passen würden bzw. bei denen weniger Gegenwehr aus der Bürgerschaft zu erwarten wäre.

    Der Einspruch wurde vom Verband jedoch lediglich zur Kenntnis genommen, das Gebiet trotzdem zur Vorrangfläche erklärt.

    Man zwingt die Gemeinde nun dazu, das ausgewiesene Gebiet so einzustufen (ruhiges Gebiet), dass der Bau einer Windkraftanlage schlicht nicht mehr erlaubt ist.

    Mein Eindruck ist, dass nicht ausreichend mit den Gemeinden gesprochen wird, viele Gemeinden machen durchaus Vorschläge, wie und wo Windkraftanlagen errichtet werden könnten.

  6. Ich finde, dass man das Ganze hätte abkürzen und viel Geld sparen können, wenn man sich nicht nur auf den theoretischen Windatlas verlassen hätte.

    Im Vorfeld tatsächliche Messungen sind doch viel praktikabler als irgendwelche Schätzungen, die auf Durchschnitten beruhen. Man stelle sich mal vor, dass man jetzt diesen ganzen Aufwand betreibt, inklusive Bürgerentscheid und dessen Kosten…und nachher kommt am Ende heraus (so steht es ja im Infomaterial, das dem Mitteilungsblatt beilag): Ätschibätsch, zu wenig Wind…

    Es ist ein wenig wie: Ich baue mir ein Haus/eine Halle mit Pultdach. Dieses richte ich gen Norden aus (Absicht oder nicht) und wenn das Gebäude steht, dann überlege ich, ob ich nicht eine PV-Anlage montieren will. Ach nee, bin ich doof. Das Dach ist ja nach Norden ausgerichtet 🫣🫣🫣

  7. Es geht weniger um die Windräder als um den Standort.
    Windräder gehören nicht in einen Wald wo große Flächen Wald gerodet werden müssen. Schon die Aussage 50% wird gleich aufgeforstet und der Rest irgendwann (oder auch vergessen) gibt zu Denken.
    Solarfelder könnten aufgeständert über Wiesen gebaut werden, darunter könnte Vieh weiden oder die Wiese einfach Wiese sein, fände ich sinnvoller…

  8. Freunde, vielen Dank für eure Kommentare, aber noch mal schnell die Grätsche, damit die Diskussion nun nicht wieder in das Für und Wieder in Sachen Windkraft abgleitet… Die Frage, ob diese gebaut werden, stellt sich hier nicht mehr. Im Artikel geht es mehr um die Frage, ob durch Bürgerentscheide der Bau verhindert werden kann, und die Antwort darauf ist eben nicht das von vielen erhoffte, glasklar Nein.

  9. Der Bericht suggeriert, es sei in Stein gemeißelt, dass private Grundbesitzer zweifellos Windkraftanlagen auf ihre Grundstücke bauen ließen. Gibt es konkrete Gründe, davon auszugehen, dass Windkraftanlagen im Kraichgau auf privatem Grund erstellt werden würden? Wenn ja, wären nähere Informationen interessant. Danke im Voraus.

  10. Selbstverständlich muss kein privater Grundbesitzer eine Windkraftanlage auf seinem Grundstück errichten lassen, ganz sicher werden das auch nicht alle tun, aber ebenso sicher wird es solche geben, die Angebote von bis zu einer viertel Million Euro Pacht pro Jahr nicht ausschlagen werden.

  11. China produziert auch die Solarmodule, die Deutschland zuvor produziert hat. Der Ausbau von Solar wurde durch den Wirtschaftsminister der CDU Altmeier konsequent verhindert und ein kompletter Wirtschaftszweig zerstört. Wir wären tatsächlich weiter, wären nicht ständig Astsäger am Werk.

  12. Danke für die Antwort. Korrekt muss es also heißen: …“könnte“ es solche geben, die Angebote… nicht ausschlagen werden.

  13. Bei den Windrädern geht es doch gar nicht um Energiewende oder Klimaschutz, hier geht es nur um das Geld welches die Stadt einnehmen kann!!
    Unschwer zu erkennen, an den Plakaten, die die Stadt Kraichtal in allen Ortsteilen aufhängen lässt. Geldgierige Doppelmoral!!!

  14. Auch die Frage der Motive stellt sich nicht, auch wenn sie sicherlich nicht so leicht zu beantworten ist, wie sie das hier in den Raum stellen. Der Ausbau der Windkraft ist gesetzlich beschlossen, MUSS nun vor Ort umgesetzt werden. Die Frage die sich stellt ist einfach nur die, ob das Geld in private Taschen fließt oder der Gemeinde und damit ein Stück weit der Allgemeinheit zugute kommt…

  15. Unser Wald ist in keinem guten Zustand! Nach den letzten trockenen Monaten hat der Borkenkäfer wieder leichtes Spiel und wird noch mehr Baumbestand zerstören. Zudem kommen viele heimische Bäume mit dem Klimawandel ( starke Hitze, wenig Wasser…) nicht klar und werden früher oder später absterben.
    Die Wiederaufforstung mit klimaresistenten Bäumen/Pflanzen sollte eher als Chance gesehen werden unseren Waldbestand auf Dauer zu erhalten und zu schützen!

  16. Jeder Privatbesitzer wäre dumm, würde er nicht verpachten. Aus Klimaschutzgründen und aus finanziellen. Wer von der Pacht was übrig hat, kann Aufforstungsprojekte hier und im Regenwald unterstützen.

  17. Die Stadt versucht sachlich zu informieren, was man von der Gegeninitative und deren Unterstützeri:nnen nicht behaupten kann. Rührige Filmchen verbreitet auf jedem Kanälchen,eine Veranstaltung mit einem bekannten Klimaleugner und die sich im Hintergrund haltenden Vertrauensleute, die die Broschüre der Stadt nicht als Plattform nutzen wollen. Unseriöser geht nimmer,

  18. Danke Wackelpetra!
    Ganz meiner Meinung!
    Würde der Verein wirklich seriös informieren wollen, hätten sie einen seriösen Redner beauftragen können, und keinen, der gerne mal wissenschaftliche Aussagen aus dem Kontext reist, wichtige Teile einfach weg lässt oder einfach falsche Behauptungen als “ Wahrheit“ verkaufen will.
    Ein Statement mit Argumenten wäre das Mindeste gewesen…
    Ob da nicht der ein oder andere eigene Absichten verfolgt (störende Aussicht..) ein Schelm wer böses denkt… 😉

  19. AbER dIE WIndRäDer KomMEn tRotZDem! Ich kanns nicht mehr hören. Es heißt nicht privat oder städtische sondern privat UND städtisch. Die Behauptung, dass ein verhindertes städtisches Windrad, dann eben drei Meter daneben auf privatem Grund gebaut wird, kannst Du sicher auf einer Katasterkarte nachweisen. Und, dass die Stadt 250.000 € für ein Windrad bekommt – schön und gut, zur Wahrheit gehört aber auch, dass das Windrad mit ~800.000 € steuerlich gefördert wird. Also kommt das Geld eben nicht uns allen zugute, sondern wurde uns zuvor abgenommen, damit es dann bei Betreiber und der Stadt versickert. Als ob da ein Schwimmbad gebaut würde, das Geld geht irgendwo im Rauschen unter, so wie es immer ist. Der Staat kann mit Geld nicht umgehen. Als Journalist hast Du auch ein gewisse Verantwortung, vlt. wärs ganz gut wenn Du Kontakt zu den Initiatoren des Protests aufnehmen würdest – alleine schon Deiner Glaubwürdigkeit wegen.

  20. 🇵🇹 Vokabel des Tages: prejuízo – Schaden / Nachteil [ausgesprochen: preh-schuh-Í-suh]

    Hier ein klar formulierter Kommentar ohne leeres Gerede:

    Kommentar:
    Windkraftanlagen werden oft als „grüne“ Lösung verkauft, doch die negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur werden systematisch verharmlost oder verschwiegen. Der dauerhafte Infraschall, der von Windrädern ausgeht, kann beim Menschen zu Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen und Herz-Kreislauf-Belastungen führen – auch wenn diese Effekte von der Windkraftlobby kleingeredet werden.
    Gleichzeitig zerstören Windparks massiv Lebensräume für Vögel, Fledermäuse und Insekten. Ganze Waldflächen werden gerodet, Böden verdichtet und Wasserhaushalte gestört. Die angeblich „klimafreundliche“ Energie zerstört damit lokale Ökosysteme – ein Widerspruch, der kaum deutlicher sein könnte.

    Diese Form der zentral gesteuerten Energiepolitik wird über die Köpfe der Bürger hinweg beschlossen. Entscheidungen mit solcher Tragweite müssen von der Bevölkerung direkt getroffen werden. Deshalb fordere ich: Einführung verbindlicher Volksentscheide auf Bundes- und Landesebene, damit die Bürger über Windkraftprojekte, Naturzerstörung und Gesundheitsschutz selbst entscheiden können – und nicht länger machtpolitische oder wirtschaftliche Interessen.

    Demokratie heißt: Die Menschen entscheiden, nicht Lobbyisten.

  21. Windräder können in Süddeutschland die Energiekrise nicht lösen und den Klimaschutz nur scheinbar voranbringen – aus mehreren Gründen:
    1. Schwache Windverhältnisse:
    Süddeutschland – insbesondere Baden-Württemberg und Bayern – ist windarm. Die mittlere Windgeschwindigkeit reicht oft nicht aus, um Windräder wirtschaftlich oder technisch sinnvoll zu betreiben. Viele Anlagen laufen hier ineffizient oder stehen still. Sie liefern also keinen zuverlässigen Beitrag zur Grundversorgung.
    2. Keine Lösung für Grundlast:
    Windenergie ist wetter- und tageszeitabhängig. Wenn kein Wind weht, wird trotzdem Strom benötigt. Ohne ausreichend Speichertechnologien (die es bislang kaum gibt) oder Backup-Kraftwerke (Gas, Kohle oder Atom) bleibt Windkraft eine unstete und unsichere Energiequelle, die nie allein Versorgungssicherheit garantiert.
    3. Hohe Kosten, wenig Wirkung:
    Der Ausbau von Windkraft im Süden verursacht immense Kosten für Bürger und Unternehmen (Netzausbau, Subventionen, Wartung), ohne einen vergleichbaren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das Geld wäre in effizienteren Maßnahmen wie Gebäudedämmung, regionale Solarenergie oder Energiespeicher besser investiert.
    4. Problematische Umweltbilanz:
    Der Bau und Betrieb von Windrädern verbraucht enorme Mengen an Beton, Stahl und seltenen Metallen. In windschwachen Regionen wie Süddeutschland sind die Umweltkosten je erzeugter Kilowattstunde besonders hoch. Effektiver Klimaschutz sieht anders aus.
    5. Verfehlte Klimabilanz:
    Selbst wenn in Süddeutschland Windräder gebaut werden, ersetzt ihr Strom im europäischen Verbund oft nicht fossile Energien, sondern verdrängt bestehenden CO₂-freien Strom (z.B. aus Wasserkraft oder Atomenergie). Die CO₂-Bilanz verbessert sich also kaum.

    Fazit:
    In Süddeutschland helfen Windräder weder gegen die Energiekrise noch erreichen sie echten Klimaschutz. Hier braucht es andere Lösungen, z.B. Photovoltaik, Energiespeicher, Kraft-Wärme-Kopplung, Verbrauchsreduktion und einen technologieoffenen Energiemix.

  22. Welcher Redner wäre denn genehm? Oder ist es eventuell so, dass jede Stimme, die nicht dem offiziellen Narrativ entspricht, der Leugnung schuldig ist? Es somit gar nicht möglich ist eine solche Veranstaltung ohne einen Leugner stattfinden zu lassen.

  23. Ach, der Klassiker – „Ich kann’s nicht mehr hören“ ist meistens der Moment, an dem es erst richtig spannend wird.
    Du hast völlig recht: Natürlich heißt es privat und städtisch. Nur dass ein Bürgerentscheid eben nur auf den städtischen Teil Einfluss hat – und genau darum ging’s im Text. Dass das Windrad dann exakt drei Meter weiter wandert, ist natürlich ein Bild – das steht da aber auch so. Faktisch bleibt es dabei: Wenn die Gemeinde aussteigt, springt der Private ein – mit der Folge, dass die Pacht nicht mehr der Allgemeinheit, sondern dem Einzelnen zugutekommt. Ob das besser ist, darf jeder für sich entscheiden.

    Zur Förderung: Ja, Windkraft wird bezuschusst – wie auch Gas, Diesel, Kerosin, Kohle, Atomkraft und Autobahnbau. Subventionen sind kein Windkraft-Phänomen, sondern politische Realität seit Jahrzehnten. Und was das Schwimmbad betrifft: Niemand hat behauptet, dass morgen der Bagger anrollt. Aber wer glaubt, dass es besser ist, gar nichts einzunehmen, weil der Staat ohnehin schlecht mit Geld umgeht, bestraft am Ende nicht „die da oben“, sondern sich selbst.

    Und zum Thema Glaubwürdigkeit: Keine Sorge, ich höre viele Seiten – aber ich bin nicht dazu da, allen recht zu geben. Sondern dazu, Dinge einzuordnen. Auch wenn sie unbequem sind.

    Beste Grüße
    Stephan

    PS: Und falls wir schon bei Verantwortung sind: Ich äußere meine Meinung wenigstens mit offenem Visier und Klarnamen – das ist vielleicht altmodisch, aber immerhin nachvollziehbar.

  24. Danke für den „klar formulierten Kommentar“ – wobei Klarheit nicht automatisch mit Richtigkeit gleichzusetzen ist.

    Natürlich haben Windkraftanlagen Nebenwirkungen, das bestreitet niemand. Aber genau deshalb gibt es Umweltverträglichkeitsprüfungen, Lärmgutachten, Abstandsvorgaben und Artenschutzauflagen – im Übrigen alles gesetzlich geregelt und überprüfbar. Der Begriff „Infraschall“ wird gerne dramatisiert, dabei zeigen zahlreiche Studien, dass die Belastung deutlich unter Alltagswerten liegt – zum Beispiel unter dem, was ein Auto oder eine Heizung im Haus erzeugt.

    Was den Eingriff in die Natur betrifft: Ja, es gibt ihn. Aber vielleicht lohnt der Vergleich: Wer 24 Stunden am Tag Strom haben möchte muss sich ehrlich fragen, welche Alternative weniger Schaden anrichtet?

    Und zuletzt zur Demokratie: Sie lebt davon, dass wir Vertreter wählen, die Gesetze machen – und nicht davon, dass jeder Einzelfall zur Volksabstimmung wird. Wer das fordert, muss auch erklären, wie man dann Autobahnen, Stromtrassen, Recyclinghöfe oder eben Windräder noch bauen will.

    Demokratie heißt nämlich nicht: Jeder bekommt exakt das, was er will. Sondern: Wir ringen gemeinsam um das, was für alle am tragfähigsten ist. Auch wenn es manchmal wehtut.

  25. Was hindert einen privaten Verpächter daran, der Stadt zuvor zu kommen und jetzt schon an besagter Stelle im Vorranggebiet, dicht neben dem städtischen Bauplatz zu bauen? Warum sollten private Verpächter warten bis die Stadt ihre Verpachtung durch eigene Verpachtung verunmöglicht. Die Verunmöglichung kann nur aus Abstandsgründen erfolgen. Kann der Abstand eigenhalten werden, können beide Windräder gebaut werden – Thema und nicht oder.

    Zitat: „Die Räder kommen also – entweder auf öffentlichem Land oder auf privatem. “
    Also ich sehe da ein „oder“ kein „und“.

    Falls mein Name wichtig für Dich ist, schicke ich den per Mail.

    Ebenfalls beste Grüße

  26. Grundsätzlich bin ich nicht gegen den Bau von Windrädern. Sie sind auch nicht störender als Strommasten…Was ich allerdings absolut kontraproduktiv finde, ist, daß ernsthaft ins Auge gefasst wird, gesunden Wald dafür zu opfern. Wie war das mit dem Klima, der grünen Lunge und der Bodenerosion?
    Den Baumschäden durch Trockenheit und Schädlingsbefall?
    Dem gesunden Menschenverstand?

  27. Bürgerbegehren gegen den Bau von Windrädern verhindern natürlich Windräder – und zwar genau dort, wo im Rahmen des Bürgerbegehrens über sie abgestimmt wird.
    Wenn die Argumente der Gegenseite in die Welt der Märchen verortet werden, empfehle ich, eigene Schlagzeilen doch auf dieselbe Goldwaage zu legen.

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