Ich kaufe (k)ein E

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Elektromobilität im Kraichgau – Macht ein E-Auto im Hügelland Sinn? Vor allem jetzt, da hohe staatliche Förderungen locken? Schauen wir uns das mal an.

von Stephan Gilliar

Ein Artikel über Elektroautos? Jessas, man kann förmlich hören, wie sich just in diesem Moment zwei Fraktionen in Stellung bringen, um ihre Killerargumente in den Kommentarspalten zu platzieren. Aber bleiben wir entspannt: Ich formuliere diesen Artikel ganz klar als Meinung und Einschätzung, die auf meinen eigenen Erfahrungen basieren, verbunden mit dem, was ich bisher über das Thema in Erfahrung bringen konnte. Am Ende steht eine Empfehlung, die genau das ist – eine unverbindliche Empfehlung. Also: Frieden sei mit euch, und ab geht die elektrische Post.

Gleich mal ein Geständnis vorab: Ich bin ein bekennender Fan der Elektromobilität. Seit Jahren fahre ich elektrisch und erfreue mich tatsächlich jeden Tag an dem Umstand, dass mein Auto hinten keine blaugrauen Wolken ausstößt und dass Besuche an der Tankstelle – Orte, die ich nie wirklich leiden konnte – der Vergangenheit angehören. Ich finde es super, dass ich mit meinem Auto nur alle zwei Jahre zur Inspektion muss und diese recht günstig ausfällt, da mein Elektroauto viel weniger Teile enthält und eine deutlich weniger komplexe Antriebsmechanik besitzt als ein klassischer Verbrenner. Auch liebe ich das Fahrgefühl: Lautlos schnurrt das Auto über die Straße, der Motor reagiert unmittelbar und kraftvoll, die Beschleunigung ist eine echte Freude. Es ist ein leises, unaufgeregtes Reisen – mehr ein Gleiten als ein Fahren.

Bevor Sie mich nun als hoffnungslos verklärten Fanboy abtun, hier noch eine kleine Relativierung: Ich bin mir durchaus bewusst, dass diese Technik derzeit noch nicht für jeden infrage kommt – und das aus gutem Grund. Da ich über ein Haus und eine Garage verfüge, war es mir möglich, eine eigene Wallbox anzuschließen, also eine Elektrotankstelle direkt bei mir zu Hause. Mit einem günstigen dynamischen Stromtarif und einem intelligenten System kann ich tatsächlich zu Zeiten laden, in denen das verdammt günstig ist. Hätte ich zusätzlich noch eine PV-Anlage auf dem Dach, wäre es zudem möglich, noch günstiger zu tanken – im Sommer in den meisten Fällen sogar komplett gratis.

Hätte ich kein eigenes Haus, keine eigene Garage und keine Wallbox, würde die Sache gänzlich anders aussehen. Dann wäre ich beim Laden komplett von der öffentlichen Ladeinfrastruktur abhängig, und hier knirscht es im Kraichgau noch ordentlich. Bei den Ladesäulen gibt es noch nicht wirklich viel Wettbewerb, zumindest keinen, der bisher zu wirklich günstigen Preisen geführt hat. Wer sich hier nicht im Vorfeld informiert und die passenden Karten und Verträge in der Tasche hat, kann nämlich auf die Nase fallen und an den Säulen teilweise ein Vielfaches dessen bezahlen, was zu Hause an der Wallbox möglich wäre. Jeder Anbieter kocht hier sein eigenes Süppchen, hat meist für die eigenen Kunden einigermaßen erträgliche Preise im Angebot. Für alle anderen, die über sogenanntes Roaming ihr Auto laden wollen, kann es dagegen wirklich teuer werden.

Tatsächlich ist der Markt für das elektrische Laden extrem fragmentiert; eine einheitliche Linie ist kaum zu erkennen. Das ist an der Tankstelle definitiv besser gelöst: Ein Schild informiert über die aktuell gültigen Preise. Diese variieren zwar teilweise von Tankstelle zu Tankstelle, aber zumindest weiß man immer, woran man ist. Einfach gehalten – ein Modell, das auch für Ladesäulen wünschenswert wäre, derzeit aber noch auf sich warten lässt. Das „derzeit“ muss wirklich betont werden, denn man darf recht sicher sein, dass der Markt oder im Zweifelsfall der Gesetzgeber das irgendwann geradebiegt, damit die E-Mobilität flächendeckend Akzeptanz findet.

Wie steht es konkret um das Laden an öffentlichen Säulen hier bei uns im Kraichgau? Nun: Wenn Sie hier auf eine wirklich gute Auswahl an Ladesäulen zurückgreifen wollen, kommen Sie an den Stadtwerken nicht vorbei. In den beiden großen Kraichgau-Metropolen Bretten und Bruchsal wären das beispielsweise die Stadtwerke Bruchsal und die Stadtwerke Bretten, die sich zusammen mit anderen Stadtwerken im Verbund e-Laden organisiert haben. Ich selbst bin Kunde bei den Stadtwerken Bruchsal und musste damals noch ganz oldschool ein Formular aus dem Netz herunterladen, ausfüllen und an die Stadtwerke zurückschicken. Danach bekam ich einen kleinen RFID-Chip an einem Schlüsselanhänger, mit dem ich mich künftig an den Ladesäulen direkt registrieren kann. Als Kunde zahle ich hier vergleichsweise günstige 0,45 € pro Kilowattstunde. Würde ich aber mit einer externen Ladekarte bezahlen wollen, beispielsweise mit der EnBW, lägen die Kosten deutlich höher. Das muss man wissen, sonst schlägt am Ende ein Ladevorgang stärker zu Buche als nötig. Nach Rückfrage bei den Stadtwerken ist es auch möglich, die Registrierung über die App von e-Laden anzustoßen – eine App, die ich jedoch nicht nutze, da sie kaum mehr als simple Grundfunktionalität bietet, in der ich keinen echten Mehrwert sehe. Vermutlich geht das auch anderen so: Im App Store von Apple vergeben Nutzer im Schnitt magere 2,1 von 5 möglichen Sternen, ähnlich ernüchternd das Bild bei Android mit 2,4 von 5 Sternen. Auf diesem Wege ist das Bezahlen außerdem nur mit einem SEPA-Lastschriftmandat möglich – nicht gerade state of the art. Das ist beim Ad-hoc-Laden besser geregelt.

Ein weiterer Player, der sich im Hügelland gerade breitmacht, ist die Tochter der Energie Calw GmbH aus dem Schwarzwald mit dem wilden Namen „deer“. Das junge Unternehmen bietet nicht nur Carsharing auf Elektrobasis an, sondern auch die Möglichkeit, an seinen bei uns immer häufiger vorkommenden Ladesäulen extern zu laden. Preislich ist es das gleiche Spiel wie bei so ziemlich allen Anbietern: Wer Teil des Clubs ist, bekommt günstige Konditionen, wer als Roaming-Partner mit einer Fremdkarte laden möchte, zahlt einen stolzen Aufpreis. Los geht es hier bei guten 36 Cent, im ungünstigsten Fall kann es aber mehr als doppelt so viel sein. Wie immer empfiehlt es sich, vor dem Laden die Preisliste zu studieren, die sich meist online schnell finden lässt.

Damit sich übrigens kein Missverständnis aus dem Begriff Roaming ergibt: Gemeint ist damit das Laden mit einer fremden Ladekarte an einer Säule, die nicht zum eigenen Anbieter gehört. Zu unterscheiden ist das vom sogenannten Ad-hoc-Laden, bei dem Sie ohne Registrierung meist mit Kreditkarte direkt an der Ladesäule bezahlen können. Dafür scannt man in der Regel einen QR-Code mit dem Handy und wird anschließend auf die entsprechende Abrechnungsseite weitergeleitet. Hier übrigens ein dringender Warnhinweis: Achten Sie beim Scannen darauf, dass der Code nicht durch einen Aufkleber manipuliert wurde. Das ist eine bekannte Betrugsmasche, bei der gefälschte QR-Codes auf falsche Abrechnungsseiten führen. Passiert nicht oft, ist aber schon vorgekommen.

Wo wir schon bei Apps sind: Wenn Sie unterwegs oder auch stationär an Ladesäulen Strom tanken wollen, müssen Sie sich tatsächlich ziemlich intensiv mit Recherche im Vorfeld befassen. Ich habe beispielsweise ein halbes Dutzend Apps auf meinem Handy, dazu Vereinbarungen mit EnBW, Aral, dem Lade-Service meines Fahrzeugherstellers sowie dem französischen Startup Chargemap, zudem ein Abo mit der aus meiner Sicht besten Übersicht möglicher Ladestationen vor Ort – Chargeprice. Da gibt es noch mehr, keine Sorge: Sie können wählen, was für Sie am besten passt. Außerhalb der Region nutze ich tatsächlich am häufigsten EnBW, da ich deren Säulen, die Abrechnung und die Bedienung aufgrund ihrer Einfachheit schätze.

Gibt es noch mehr, auf das man achten müsste? Leider ja. Nicht wenige Ladesäulen stehen auf privaten Parkplätzen, beispielsweise vor Supermärkten, wo wiederum eigene Bedingungen für die Parkdauer gelten. Manchmal darf man hier nur 60 Minuten stehen, ein Ladevorgang dauert jedoch deutlich länger. Genau das ist tatsächlich auch für mich die größte Krücke im Alltag – der Blick auf die Uhr, um das Fahrzeug nach dem Ladevorgang umzuparken. Besonders nervig ist das, wenn man abends auf Reisen müde ins Hotel möchte und vorher noch das Auto zum Laden an eine Säule anschließt. In den meisten Fällen dürfen Fahrzeuge nicht länger als zwei bis maximal vier Stunden an einer Säule stehen, danach wird eine Art Überziehungs- oder Standgebühr abgerechnet. Da kann schon etwas zusammenkommen. In solchen Fällen muss man sich wirklich noch einmal am späten Abend oder – wenn es schlecht läuft – nachts aus dem Bett quälen, das Auto abstöpseln und einen neuen Parkplatz suchen. Auch hier gibt es Ausnahmen, aber keine einheitliche Lösung.

Wer beim Laden an öffentlichen Säulen übrigens richtig sparen möchte, sollte sich die Angebote der Discounter ansehen. Aldi Süd ist hier beispielsweise vorbildlich aufgestellt: Laden ist für extrem faire 0,29 € pro Kilowattstunde möglich, die Abrechnung funktioniert sogar spontan und ohne Anmeldung direkt an der Ladesäule. Auch bei Märkten der Schwarz-Gruppe, also Lidl oder Kaufland, kann man vergleichsweise günstig tanken – ebenfalls einen Blick wert.

Ach ja, um einen letzten Wermutstropfen zu nennen: Wenn Sie an einer Standard-AC-Ladesäule mit 11 kW laden, dauert das „Vollmachen“ durchaus mehrere Stunden. Anders sieht es aus, wenn Sie an DC-Ladesäulen tanken: Das Schnellladen geht teilweise innerhalb von 20 bis 30 Minuten vonstatten – abhängig natürlich vom Fahrzeug.

Puh, das war jetzt reichlich kontra – und das, obwohl ich unterm Strich mein E-Auto wirklich liebe und es nicht mehr hergeben möchte. Denn auf der Habenseite steht auch ein Abenteuer, eine echte Entdeckungsreise und ganz neue Möglichkeiten. Wenn ich eine längere Route fahre, schaue ich mir vorher an, wo ich günstig tanken kann. Manchmal führt mich mein Weg dann in die eine oder andere Ecke, die ich sonst nie kennengelernt hätte. Außerdem zwingt mich die vergleichsweise lange Ladezeit zu einer Entschleunigung, die für mich wirklich wichtig geworden ist. Es entstehen Pausen, die früher nicht da waren und nicht nötig gewesen wären – die ich heute aber als wertvoll empfinde, weil ich sie mir früher niemals freiwillig genommen hätte.

Kommen wir zur Zusammenfassung: Wenn Sie ein Eigenheim haben und die Möglichkeit, eine eigene Wallbox zu installieren, sollten Sie ein E-Auto auf jeden Fall in Erwägung ziehen. Wenn Sie zusätzlich noch eine PV-Anlage auf dem Dach haben, ist das Ganze ein echter No-Brainer – vorausgesetzt natürlich, die nötige Asche für die Anschaffung ist vorhanden. Wenn Sie allerdings auf das Laden an öffentlichen Säulen angewiesen sind, keine Lust haben, sich mit einem Wirrwarr aus verschiedenen Tarifen und Anbietern herumzuschlagen, und außerdem keine Lust haben, Routen und kleinere Pausen einzuplanen, dann sollten Sie vielleicht noch eine Weile abwarten, bis sich Technik und politisches Regelwerk zugunsten der Fahrerinnen und Fahrer weiterentwickelt haben.

Gestatten Sie mir trotzdem einen letzten Versuch, Sie in meinem Sinne anzufixen: Fahren Sie doch einfach mal ein Elektroauto. Das können Sie unkompliziert zum Beispiel über das zeo-Carsharing ausprobieren. Ich bin sicher, Sie werden danach nichts anderes mehr fahren wollen.

10 Kommentare zu „Ich kaufe (k)ein E“

  1. Bitte nicht schon wieder die e-Auto-Diskussion!
    Wenn wir jetzt e-Autos kaufen verlieren wir unseren letzten Platz was e-Mobilität in Europa angeht. Wir sind sogar noch hinter der Türkei.

    Und: was würden die ganzen Leute in Unneroise an der Hauptstraße machen, wenn es nicht mehr laut wäre und stinken würde? Die hätten ja gar nix mehr worüber sie sich aufregen können!
    (ich könnte hier in Brusl übrigens auch nachts mein Fenster auflassen)

    Grüße von einem leidenschaftlichen eAutofahrer!

  2. Ich fahre privat gerne meinen Verbrenner, beruflich aber schon elektrisch. Das wird sich in naher Zukunft auch nicht ändern,da ich weder über ein eigenes Haus und somit auch keine eigene Wallbox verfüge.
    Tatsächlich bin ich der Meinung, dass den meisten Menschen für ihren täglichen Bedarf durchaus ein Elektrofahrzeug ausreichen würde, allerdings würde ich, aufgrund der Unabhängigkeit von der Ladeinfrastruktur ,für längere Strecken immer ein konventionelles Automobil wählen.

  3. Mein erstes Moped war eine Quickly. Mit 18 habe ich nur den Motorradführerschein gemacht,…denn „Autos waren was für Leute die Gleichgewichtsprobleme haben“. Seit fast 50 Jahren bin ich eingefleischter Motorradfahrer.“Benzin im Blut“ nannte man das früher. Hätte mir einer gesagt, dass ich einmal auf Autos stehe, ich hätte ihn ausgelacht. Mechanik for ever.
    Seit drei Jahren habe ich ein E-Auto. Ich liebe es ! Beschleunigung pur und gutes Gewissen eingebaut. Ich hab tatsächlich schon mein Moped stehen lassen !
    Unglaublich ! Auch wenn es seine Kinderkrankheiten, tanken vom Dach ist Geil !

  4. e seit zwei Wochen. Nix anderes mehr für den Alltag und auch kürzere Ausflüge.

    Nach Rügen oder Süditalien baller ich dann doch lieber mit dem T6 und dem Diesel, den ich mir durch das günstige Strom laden für den Alltag erspart habe :-).

    Falls sich der VW-Konzern in den nächsten 4-5 Jahren mal durchringen würde, einen echten elektrischen Bus, also mit einem 200kWh Akku und 800V-Ladung zu bauen, dann wird sich auch das ändern.

    Aber mit dem „Buzz“ kann man leider im Moment noch nicht in Urlaub fahren. Unterirdische Reichweite voll beladen.

  5. Solang dieses Thema und zwar in allen Belangen nicht so ausgereift und für den Nutzer auch, egal wo er hinfährt, gefahrlos und unproblematisch zu Händeln ist,
    Nein!
    Und unter den derzeitigen energiepolitischen Voraussetzungen, als auch der finanziellen Belastungen der Lebenshaltung im besten Deutschland aller Zeiten, sowieso schon garnicht. Punkt.

  6. Ich fand den Artikel interessant, weil er viele Punkte anspricht, die man in der Debatte oft hört. Gleichzeitig merke ich bei mir selbst, dass ich beim Thema E-Mobilität ziemlich widersprüchliche Gedanken habe.

    Was mich aktuell noch stört, sind ganz praktische Dinge wie Reichweite und Ladezeiten. Für manche Profile passt das sicher schon gut, aber ich habe eben auch Situationen im Kopf, in denen ich nicht ständig planen will oder nicht sicher weiß, ob ich problemlos laden kann. Deshalb wäre ich persönlich im Moment eher bei einem Hybrid als Übergangslösung.

    Mein größter Kritikpunkt ist aber ein anderer: Es fühlt sich für mich nicht richtig an, wenn einem das Verschrotten funktionierender Technik als nachhaltig verkauft wird. Nachhaltigkeit bedeutet für mich in erster Linie, Dinge so lange zu nutzen, bis sie wirklich am Ende sind. Ein neues Auto zu produzieren kostet enorme Mengen Energie und Ressourcen – egal welcher Antrieb drin steckt. Ein funktionierendes Fahrzeug weiterzufahren ist aus meiner Sicht fast immer die bessere ökologische Entscheidung als eine Neuanschaffung.

    Dazu kommen für mich die offenen Fragen rund um Batterien. Wo werden die Rohstoffe tatsächlich abgebaut, unter welchen Bedingungen, und welche Umweltfolgen hat das? Wie gut funktioniert Recycling wirklich, wenn das Ganze einmal in großen Mengen anfällt? Und was passiert langfristig mit den Batterien, wenn Millionen Fahrzeuge irgendwann ersetzt werden müssen? Das sind Punkte, die mich ehrlich gesagt mehr beschäftigen als die Frage, ob der Strom „grün genug“ ist.

    Beim Gebrauchtwagenmarkt sehe ich ebenfalls Unsicherheiten. Ich kann mir schwer vorstellen, dass Elektroautos mit hohen Laufleistungen für viele Käufer attraktiv bleiben, wenn gleichzeitig die Sorge um nachlassende Batteriekapazität im Raum steht. Vielleicht entwickelt sich das besser als erwartet, aber im Moment ist da für mich noch ein großes Fragezeichen.

    Ich sehe durchaus das Potenzial der Elektromobilität, vor allem mit zunehmenden erneuerbaren Energien. Aber ich finde, man sollte ehrlicher über Zielkonflikte sprechen und nicht so tun, als wäre jede Neuanschaffung automatisch ein Beitrag zum Umweltschutz. Für mich gehört zur Nachhaltigkeit eben auch, Bestehendes möglichst lange zu nutzen und nicht nur durch neue Technik zu ersetzen.

  7. Wir fahren ein E-Auto mit kleinem Akku und kommen im Winter gerade einmal 180km weit, im Sommer so 250km. Dennoch fahren wir innerhalb Deutschlands, dank EnBW, vollkommen problemlos umher. Die Entschleunigung genießen wir bei jeder Fahrt. Ladestopps im optimalen Ladefenster dauern 10 Minuten, aber meistens laden wir länger, weil Käffchentrinken halt dauert. Am Ende fahren wir von Süd- nach Norddeutschland auch nur 1 Stunde länger als früher mit dem Diesel. Na ja, wegen Käffchen meistens schon länger, wäre aber eigentlich nicht notwendig.

  8. Lieber Stephan,

    Ich finde den Artikel sehr interessant. Wir haben uns (beim letzten Autokauf) noch bewusst gegen ein E-Fahrzeug entschieden. Das lag aber auch daran, dass die Auswahl an ausgewachsenen Familienfahrzeugen für 5 Personen (davon drei mit Kindersitz-Bedarf) begrenzt war, der ID Buzz gerade erst erschienen war und uns der zum einen nicht gefiel, wir im jetzigen Auto aber auch noch zwei zusätzliche Sitze haben, die der ID Buzz nicht hatte. Außerdem hatten wir damals noch keine PV-Anlage aufm Dach und über den Preis des Fuhrwerks brauchen wir gar nicht reden.

    Was mich an der Sache beschäftigt, ist:

    Wo kommen die Rohstoffe her und wie lange kann ich mit meinem aktuellen Auto noch fahren, bis es so viel CO2 ausgestoßen hat, was durch den Bau eines neuen Fahrzeuges schon mal ausgestoßen wäre, bevor es überhaupt einen Meter gefahren ist. Natürlich ist es irgendwann soweit, das sehe ich auch realistisch…aber nur, weil ich dieses (alte Verbrenner)Fahrzeug abstoße und es woanders weiter fährt, ist es noch nicht aus der Welt…unterm Strich habe also nur ich gewonnen, nicht die Umwelt. Denn ein funktionierendes Fahrzeug verschrotten, das hat mir bei den Abwrackprämien damals schon sowas von negativ aufgestoßen…daher finde ich auch die Aktionen mit den Förderungen aktuell nicht ganz koscher. Denn kaufen werden wieder primär die, die die nötige Asche haben. Die anderen werden die Gebrauchten kaufen…und an gebrauchte Stromer trauen sich viele noch nicht. Zumal die (im Vergleich zu manchem Verbrenner) eben zumindest in der Anschaffung auch noch recht hochpreisig sind.

    Wir werden also weiter beobachten, wie sich das alles entwickelt…bis dahin fährt unser Euro 6 Diesel auf jeden Fall. Denn so viel Kilometer fahren wir auf den im Jahr auch wieder nicht, dass wir da ein schlechtes Gewissen haben müssten :)

  9. Ja, man sollte in ein e Auto einsteigen und fahren.Leise, flixig und je nachdem für welches Fabrikat man sich entscheidet, viel Komfort.Ja und wenn man eine Wallbox zu Hause hat, dann kostet der gefahren KM gut 1 Drittel weniger als mit Super Benzin.Ich bin froh über meine Entscheidung.!

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