Hambrigge Helau

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Hambrücken feiert einen Faschingsumzug, wie er schöner nicht sein kann

Verborgen tief im Wald, längst nicht jedem bekannt und doch berühmt-berüchtigt: Das kleine Dorf Hambrücken mag auf den ersten Blick unscheinbar wirken, doch wer es kennt, weiß, dass hier an Fasching die Post abgeht. Jahr für Jahr verwandelt der HCC Karnevalsclub das sonst so beschauliche Örtchen in eine waschechte Fastnachtshochburg. Hier wird die fünfte Jahreszeit mit einer Inbrunst gefeiert, die selbst erfahrene Narren ins Staunen versetzt. Der Höhepunkt dieser Feierlichkeiten ist traditionell der bunte Umzug am Faschingssonntag – und dieses Jahr war er schöner denn je.

Punkt 14:01 Uhr ertönte das dreifache und kräftige „Hombrigge Helau“ durch die Straßen, und die Narren machten sich uff die Gass. Was folgte, war ein rot-weißes Spektakel, das man sonst nur von Pommes rot-weiß kennt. Der HCC präsentierte sich in allen Varianten und Größen, von den jungen Mädels der Garde bis hin zu den alten Herren in ihren knallroten Cowboyhüten. Dabei war in diesem Jahr auch ein Hauch von Melancholie spürbar, denn gleich zwei langjährige Gruppen verabschiedeten sich aus den geschlossenen Reihen der Narren: Die Tanzgruppe Next Generation beendete nach stolzen 22 Jahren ihre Auftritte, und die Demmellerchen gingen nach unglaublichen 44 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand.

Doch der HCC wäre nicht der HCC, wenn er nicht bereits für Nachschub sorgen würde. Die Bewerbungsphase für eine neue Tanzgruppe läuft bereits, und unter dem rot-weißen Banner sollen schon bald neue Talente über die Straßen Hambrückens wirbeln.

Neben den Gastgebern waren auch viele Gäste von jenseits des immergrünen Waldes nach Hambrücken gekommen. Sie brachten frischen Wind und noch mehr Farbe ins närrische Treiben: Runzlige Hexen mischten sich unter knorrige Perchten, bunte Paradiesvögel flatterten neben zuckersüßen Lollipops, unschuldige Schneeengel tanzten mit blauem Wasservolk durch die Straßen. Ein Bild, wie es bunter kaum hätte sein können.

Musikalisch untermalt wurde das Ganze von der schmutzigen Guggenmusik der Forlebuzzel-Zunft und den treibenden Rhythmen der Hardtseegugga. Die schrillen Klänge, das Trommelfeuer der Pauken und das helle Scheppern der Blechbläser sorgten für die perfekte Klangkulisse. Man musste nur die Augen schließen und schon war man mittendrin im musikalischen Karneval, der direkt in die Beine ging.

Als nach reichlich Jubel und vielfachem „Hambrigge Helau“ schließlich die letzten Narren vorbeigezogen waren, war die Party längst nicht vorbei. Stattdessen verlagerte sich das närrische Treiben in die kultige Dreschhalle, die in Hambrücken fast schon legendären Status genießt. Hier wurde weitergefeiert, gesungen und gelacht – bis in die späte Nacht hinein.

Hambrücken hat einmal mehr bewiesen, dass es zu Recht eine der Fasnachtshochburgen der Region ist. Bei strahlendem Sonnenschein, bester Laune und einem Umzug, der keine Wünsche offenließ, erlebte das Dorf einen der schönsten Faschingstage seit langem. Es war schön, dabei zu sein, und wer weiß – vielleicht hallt das letzte „Hambrigge Helau“ ja noch lange nach, bis der Karneval im nächsten Jahr wieder Einzug hält.