Glasfaserausbau in Gondelsheim geht trotz Ausbaustopp weiter

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Rupp: Schnelles Agieren der Verwaltung war von Erfolg gekrönt

(PM) Eine leistungsfähige und zukunftssichere Breitbandversorgung ist ein wesentlicher Standortfaktor für Wohnen, Arbeiten und Gewerbe. Die Gemeinde Gondelsheim hat daher in den vergangenen Jahren konsequent auf den Ausbau einer flächendeckenden Glasfaserinfrastruktur hingearbeitet.

Für den Kernort setzte die Gemeinde – wie viele andere Kommunen im Landkreis Karlsruhe – bislang auf einen eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau durch die „Deutsche Glasfaser“. Hierzu wurde eine Kooperationsvereinbarung geschlossen und eine Vorvermarktung durchgeführt, bei der die erforderliche Mindestquote erfolgreich erreicht werden konnte. Der Ausbau war seitens der Deutschen Glasfaser für das Jahr 2027 angekündigt.

Umso bedauerlicher ist die jüngste Entwicklung: Die Deutsche Glasfaser hat Mitte März 2026 mitgeteilt, dass alle neuen Ausbauprojekte im Landkreis Karlsruhe bis mindestens 2028 ausgesetzt werden. Betroffen sind damit auch Kommunen – wie Gondelsheim –, in denen der Ausbau bereits konkret vorbereitet war, bislang aber noch nicht begonnen wurde. Für die Zeit nach 2028 liegen derzeit keine verbindlichen Aussagen vor. Diese Entscheidung steht im Widerspruch zu früheren Ankündigungen und führt zu erheblichen Verzögerungen beim privatwirtschaftlichen Glasfaserausbau im Landkreis. Der Ausbaustopp ist ein großer Vertrauensverlust in den eigenwirtschaftlichen Ausbau, wie es Landrat Dr. Christoph Schnaudigel zusammenfasste.

Als sich das Desaster rund um die „Deutsche Glasfaser“ abzeichnete, hat die Gemeinde Gondelsheim umgehend gehandelt. Gemeinsam mit vielen beteiligten Akteuren wurden bereits wenige Tage danach alternative Lösungen vorbereitet, um den Glasfaserausbau nicht zum Stillstand kommen zu lassen. Bürgermeister Markus Rupp macht deutlich: „Als wir erkannt haben, dass wir uns nicht länger auf die Zusagen der Deutschen Glasfaser verlassen konnten hat die Verwaltung sofort das Ruder in die Hand genommen. Wir haben gemeinsam mit dem Landkreis, der Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe GmbH (BLK), der Netze BW und dem Projektträger des Bundes nach Lösungen gesucht. Heute nun bin ich froh, verkünden zu können, dass dieses entschiedene Handeln richtig war und wir damit für Gondelsheim einen erheblichen Schaden abwenden konnten.“

Denn unabhängig vom momentanen Scheitern des eigenwirtschaftlichen Ausbaus schreitet der geförderte und begonnene kommunale Glasfaserausbau in den Gondelsheimer Außenlagen (landwirtschaftliche Höfe etc.) planmäßig voran. Ziel dieses Projekts ist es, bislang unterversorgte Bereiche außerhalb des Kernorts an das zukunftsfähige Glasfasernetz nach dem Dossental und dem Gewerbegebiet Industriestraße anzubinden. Ergänzend ist vorgesehen, über eine Landesförderung eine innerörtliche Backbone-Lücke zu schließen, wodurch künftig auch kommunale Einrichtungen und wichtige Knotenpunkte direkt und leistungsfähig miteinander verbunden werden können.

In diesem Zusammenhang konnte die Gemeinde nun einen immens wichtigen Fortschritt nach dem Ausbaustopp der „Deutschen Glasfaser“ erzielen: Der Projektträger der Bundesförderung (Aconium) hat kurzfristig zugestimmt, dass im Zuge des kommunalen Ausbaus entlang der öffentlichen Trassen die Glasfaserinfrastruktur für die Hausanschlüsse gefördert mitverlegt werden dürfen. Dies ermöglicht es kurzfristig, solche Adressen anzuschließen, die derzeit noch nicht mit Gigabit-Geschwindigkeit über das großflächig vorhandene Koaxial-Netz versorgt sind. Zudem kann es mittel- oder langfristig einem privaten Telekommunikationsunternehmen zur Mitnutzung angeboten werden.

Bürgermeister Markus Rupp zeigt sich darüber überaus erfreut: „Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der BLK, Ragnar Watteroth, ist es gelungen, eine sehr gute und tragfähige Lösung für Gondelsheim zu entwickeln. Besonders wichtig war mir dabei, einen echten Schildbürgerstreich zu vermeiden: Straßen aufzureißen, wieder zu schließen und kurze Zeit später erneut aufmachen zu müssen – das wäre für Bürgerinnen und Bürger wie auch für die Gemeinde völlig unverständlich gewesen. Genau dieses Szenario konnten wir nun in kürzester Zeit erfolgreich abwenden.“

Damit wird ein zentrales Ziel der Gemeinde erreicht: Vorausschauend für einen späteren flächendeckenden Glasfaserausbau vorzusorgen, ohne Straßen mehrfach öffnen zu müssen. Gondelsheim bleibt somit handlungsfähig und kann – sobald sich die Rahmenbedingungen verbessern oder neue Fördermöglichkeiten eröffnen – weitere Anschlüsse realisieren. „Wir haben ab sofort den Fuß in der digitalen Tür“, so Rupp. 

Dafür muss die Gemeinde aber auch zusätzliches Geld bei der aktuell laufenden Maßnahme in die Hand nehmen, nämlich den Eigenanteil von 10 % der entstehenden Baukosten, um den Ausbau von rund zusätzlichen 100 Adressen zu ermöglichen. Im anderen Fall wären die Gräben wieder geschlossen worden, ohne die Digitalisierung im Kernort voranzubringen.

„Ein besonderer Dank gilt auch dem Fördergeber Bund für dieses schnelle und pragmatische Reagieren. Dessen rasche Entscheidung hat überhaupt erst ermöglicht, dass wir jetzt diese Lösung umsetzen können. Das ist ein starkes Signal für die kommunale Handlungsfähigkeit vor Ort“, so Bürgermeister Markus Rupp abschließend.

Die Gemeinde wird die Entwicklungen auf Kreis-, Landes- und Bundesebene weiterhin aufmerksam verfolgen und sich gemeinsam mit dem Landkreis Karlsruhe und der BLK für weitere tragfähige Lösungen einsetzen, um die Glasfaserversorgung im Gemeindegebiet langfristig flächendeckend sicherzustellen.

Mitteilung der Gemeinde Gondelsheim

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