Auflösung und Update 15:00 Uhr: Sie haben es bestimmt schon gemerkt, mit dieser Meldung haben wir sie in den April geschickt. Die ganze Geschichte ist natürlich frei erfunden. Fröhlichen April
Übergangslösung nach Ausbaustopp gefunden: „Fiber to the middle“ – Highspeed-Internetzugang für alle
In Sachen Glasfaserausbau musste die Region jüngst einen herben Rückschlag hinnehmen. Nach dem vorläufigen Stopp des breitflächigen Ausbaus mit schnellen Glasfaseranschlüssen in zahlreichen Kommunen droht die Digitalstrategie der regionalen Breitband-Entwicklung ins Stocken zu geraten. Nach dem vorläufigen Stopp der Ausbauaktivitäten bemüht man sich in Karlsruhe nun um Schadensbegrenzung. „Es ist nicht akzeptabel, dass der angedachte Ausbau und damit die Bereitstellung zukunftsweisender Netztechnologien die Menschen in der Region nun mit einer so nicht vereinbarten und zeitlich nicht absehbaren Verzögerung erreichen sollen“, meldet sich Ruben Klaster-Fagg, Bootmanager und IT-Krisenspezialist beim kreisnahen Netzentwicklungsdienstleister „Fastfaser“, zu Wort. „Um den Schaden und die Auswirkungen möglichst gering zu halten, bedarf es nun einer Alternativstrategie, die ungeachtet aller Schwierigkeiten Breitband-Internetanschlüsse für alle Nutzerinnen und Nutzer in den betroffenen Gebieten schnell und unbürokratisch zur Verfügung stellen kann.“

Nach mehreren Krisensitzungen in Karlsruhe scheint eine solche Strategie nun gefunden. Wie Entwickler und kommunale Vertreter in einer Pressemitteilung erläutern, soll statt der bisherigen Bemühungen um FTTH – eine Abkürzung für „Fiber to the Home“, also die Erschließung einzelner Haushalte mit schnellen Glasfaseranschlüssen – nun vorrangig das neu entwickelte Modell FTTM vorangetrieben werden. Die Technologie steht für „Fiber to the middle“, die Anbindung zentraler Knotenpunkte an das Highspeed-Netz. Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, bedeutet dies in der praktischen Umsetzung, dass in jeder Kommune zentral erreichbare Netz-Hubs erschlossen werden sollen, an denen Bürgerinnen und Bürger, aber auch Unternehmen niederschwellig und einfach mit hohen Übertragungsgeschwindigkeiten online gehen können.

„Je nach Kommune haben wir uns auf Standorte auf den zentral gelegenen Marktplätzen oder in der Nähe der Rathäuser und Gemeindeverwaltungen geeinigt“, führt Ruben Klaster-Fagg weiter aus. „Die notwendige Infrastruktur stellen wir vor Ort komplett zur Verfügung.“ Konkret sollen an allen Standorten entsprechende Verteilerkästen installiert werden, an die sich Nutzer entweder per WLAN oder kabelgebunden per LAN ins Highspeed-Netz einwählen können. Durch die direkte Verbindung zum nahen Backbone sollen so auch bei großem Nutzeraufkommen hohe Bandbreiten von bis zu einem Gigabit erzielt werden können.
Den Support der Anlagen vor Ort übernehmen mobile Servicekräfte von Fastfaser, aber auch die IT-Spezialisten der jeweiligen Rathäuser. „Wir stellen sowohl Campingtische und Stühle zur Verfügung als auch Lademöglichkeiten für Laptops oder andere mobile Endgeräte“, versichert Dotti Komm, Leiterin der EDV-Taskforce nordbadischer Kommunen. „Für die Nutzerinnen und Nutzer heißt das ganz einfach: vorbeikommen, einklinken, lossurfen.“

Erste FTTM-Hubs entstehen derzeit in Bruchsal, in Karlsdorf-Neuthard, in Östringen und in Kraichtal. Das Schöne an dieser Interimslösung: Bis für den Ausbau der Eigenheime eine Lösung gefunden wurde, ist der Netzzugang für die Bevölkerung völlig kostenlos. „Alle täglich anfallenden Aufgaben im Netz können direkt vor Ort gelöst werden. Durch die zentrale Anbindung fördern wir auch nicht unerheblich die sozialen Kontakte innerhalb der Bevölkerung“, hebt Helmut Hoax vom kommunalen Interessenverband digitaler Endnutzer hervor, „und wer abends trotzdem gemütlich vor dem Fernseher streamen möchte, lädt sich einfach vor Ort tagsüber die entsprechenden Serien und Filme im Offline-Modus herunter.“

Um der gelebten Realität bei der Netznutzung Rechnung zu tragen, werden an entsprechend ausgewiesenen zentralen Knotenpunkten auch die Bedürfnisse der erwachsenen Kundschaft berücksichtigt. „Da erotische Inhalte weltweit zu den am häufigsten aufgerufenen Kategorien im Internet gehören – rund 12,5 Prozent des globalen Datenverkehrs werden alleine hierdurch erzeugt –, wollen wir die Augen davor natürlich nicht verschließen“, erläutert Helmut Hoax. „Deswegen stellen wir an manchen Standorten blickdichte Container für die Internetnutzung auf, für die sich Nutzerinnen und Nutzer im Vorfeld in eine öffentliche Liste eintragen können. Wir benötigen lediglich Name, Anschrift und die gewünschte Internetseite“, erklärt Hoax, „wir richten dann alles Weitere für die Nutzung ein.“
Wer mehr zum Serviceangebot und den zentralen Internet-Hubs wissen möchte, findet die FAQ und die Standorte auf der eigens dafür eingerichteten Webseite fibertothemiddle-bw.de.

1. April :) Die Hubs immer schön mittig auf der Straße aufbauen. Der Verkehr muss blockiert werden.
Sehr coole Story.
Dieses „Internet“ ist einfach Neuland für uns!
Gestern noch mit jemandem telefoniert, der von Vaihingen-Enz Richtung Bruchsal fuhr.
Ständig Abbrüche beim Telefonat.
Die bekommen nicht mal einen gescheiten Mobilfunk hin in diesem Land. Das sagt echt alles! Und die Strecke wird viel befahren!
Willkommen in Deutschland!
April, April!
Nichts ist unmöglich ;) Mittlerweile kann ich über sowas nicht mehr lachen, weil es die Realität in den Rathausern zeigt
Ausgezeichnet Hügelhelden, da freut man sich doch auf den April, der macht was er will