„Ganz klar in Verantwortung, Bäderbetrieb am Laufen zu halten!“

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Stadtwerke Bruchsal stellten neue Bäder- und Saunapreise fürs kommende Jahr vor

(PM) Das individuelle Bade- und Saunavergnügen in Bruchsal sollte den Gästen künftig etwas mehr wert sein, denn die Stadtwerke werden aufgrund der deutlich gestiegenen Energiekosten zum 1. Januar 2023 die Eintrittspreise anpassen. Ende September 2022 hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke Bruchsal die Vorschläge der Geschäftsführung für eine möglichst gerecht gestaltete Erhöhung der Eintrittspreise einstimmig befürwortet. Diese sieht im Rahmen eines deutlich vereinfachten Systems bei allen Tagestarifen und Nutzungsentgelten sowie auch bei den Familien-, Jahres- und Saisonkarten eine Anpassung vor.

Die Eintrittspreise nach der neuen Tarifgestaltung bedeuten in Konsequenz, dass sich der Tagestarif für den Einzeleintritt ins SaSch! – unabhängig ob Hallen- oder Freibad – auf 6,50 Euro erhöht. Die Familienkarte, die zwei Erwachsene und zwei Kinder miteinschließt, wird dann 13,00 Euro kosten. Für jedes weitere Kind der Familie kommt zusätzlich lediglich ein symbolischer Euro pro Eintritt hinzu. Kinder unter sechs Jahren genießen weiterhin freien Eintritt. Erwachsene zahlen in Zukunft für den Sauna-Einzeleintritt 17,00 Euro. Der Einzeleintritt in die Freibäder Heidelsheim und Obergrombach für Erwachsene erhöht sich jeweils auf 5,50 Euro. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt dort 11,00 Euro Eintritt. Insgesamt wird es eine Preisanpassung bei allen Tagestarifen sowie Nutzungsentgelten für Schulen, Vereine und Institutionen von 2,00 Euro pro Einzeleintritt geben. Unterm Strich werden Menschen mit geringem Einkommen im Vergleich zum früheren Preissystem entlastet.

Ermäßigungen erleichtern Besucher/-innen mit weniger finanziellen Möglichkeiten, also Kindern und Jugendlichen, Schüler/-innen, Auszubildenden, Student/-innen, Bundesfreiwilligendienst-Leistenden und Menschen mit einem Handicap (GdB 80), weiterhin den erschwinglichen Zugang zu den Bädern und der Sauna in Bruchsal. Erhält eine Familie dank des Kinderjugendpasses der Stadt Bruchsal zusätzliche städtische Unterstützung, so erhöht sich die kommunale Unterstützung nochmals um 50 Prozent des Eintrittspreises.

„Bis vor Corona waren unsere Eintrittspreise über einen sehr langen Zeitraum stabil“, fasst Armin Baumgärtner die Historie zusammen. Lediglich die Sauna-Preise wurden, als der Saunabesuch in den Augen der Politik nicht mehr als gesundheitsfördernd angesehen war und entsprechend mit einer Mehrwertsteuererhöhung bedachte wurde, der neuen Besteuerung angepasst. Bis zum 30. Juni 2015 betrug die Mehrwertsteuer für die Sauna 7 Prozent. Ab dem 1. Juli 2015 galt der erhöhte Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. „Im Zuge dieser Mehrwertsteuererhöhung durch die Bundesregierung, die wir an unsere Kunden weitergaben, veränderte sich seinerzeit der Saunaeintritt von 12,00 auf 13,50 Euro. Zum 1. Juli 2017, also zwei Jahre später, erhöhten wir den Preis moderat auf 15,00 Euro.“ Im Jahr 2020 hatten die Stadtwerke und ihr Aufsichtsrat Preiserhöhungen für den Badepark bereits beschlossen, als die Pandemie erst einmal alles veränderte. „Wir wollten die Menschen in dieser schwierigen Situation nicht zusätzlich belasten und haben die Umsetzung der neuen Preise auf März 2021 verschoben“, betont der Stadtwerke-Geschäftsführer.

„Angesichts der explodierenden Energiepreise und der damit verbundenen Kostensteigerungen um deutlich über 500 Prozent in den vergangenen 12 Monaten kommen die Stadtwerke Bruchsal als Betreiber der Bruchsaler Bäder und der Saunalandschaft nicht umhin, die Preissteigerungen – zumindest anteilig – an ihre Kundschaft weiterzugeben“, wirbt Cornelia Petzold-Schick, Bruchsals Oberbürgermeisterin und Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende, um Verständnis für die betriebswirtschaftlichen Gründe. Möglicher Kritik greift sie gleichzeitig vor und bringt es auf den Punkt: „Das Preismodell, das der allgemeinen Situation Rechnung trägt, wird nicht allen gefallen.“ Auch in schwierigen Zeiten seien die Stadt und die Stadtwerke Bruchsal motiviert, den per se defizitären Bäder- und Saunabetrieb fortzuführen, weil es auch da wichtig sei, dass sich die Menschen bewegten, träfen und in entspannter Atmosphäre miteinander kommunizierten. Ihr klares Bekenntnis: „Stand heute können wir uns auf die Freibadsaison 2023 in Bruchsal freuen. Die Aufgabe Bäderbetrieb gilt als gesetzt!“ Armin Baumgärtner ergänzt: „Die Stadtwerke sehen sich ganz klar in der Verantwortung, die Bäderbetriebe am Laufen zu halten.“ Dieses Angebot für die Menschen in einer weiterhin prosperierenden Region sei eine absolute Notwendigkeit für deren Infrastruktur.

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hat es dem Geschäftsführer zur Aufgabe gemacht, den defizitären Bäder- und Saunabetrieb so zu gestalten, dass ein Defizit von jährlich 3 Millionen Euro nicht überschritten wird. Dieses liegt de facto knapp darunter, so Armin Baumgärtner. Offene Worte von Cornelia Petzold-Schick auch zum Saunabetrieb: „Die Sauna ist ein Politikum. Würden wir den Menschen die Sauna wegnehmen, wäre unsere Stammkundschaft verärgert. Die Sauna haben wir uns auch bisher geleistet. Kommt es aufgrund einer Gasmangellage oder weiter explodierender Energiepreise hart auf hart, kann trotz allem zuerst die Sauna abgeschaltet werden.“ Beide Stadtwerke-Vertreter möchten möglichen Irrtümern vorbeugen: „Die Bäder sind uns lieb und teuer, allerdings betragen die tatsächlichen Kosten ein Vielfaches des Eintrittspreises.“

In diesem Jahr haben die Stadtwerke aufgrund der Energiekrise und mit Blick auf den Klimawandel die Wassertemperaturen im SaSch! Freibad und Hallenbad Bruchsal jeweils um 2°C gesenkt. Die Aufsichtsratsvorsitzende, die aus ihrem Wunsch zum nachhaltigen Energiesparen auch nach einem möglichen Ende der Energiekrise keinen Hehl macht, sieht in der gegebenen Situation keinen Anlass, sich über zu kühle Temperaturen in Bruchsals Bädern zu beklagen. Während im Bruchsaler Hallenbad das Schwimmer- und das Variobecken auf 28°C beheizt würden, lägen die Wassertemperaturen in anderen Bädern bei 24°C.

Pressemitteilung der Stadtwerke Bruchsal GmbH / Thilo Wüstenhagen

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2 Gedanken zu „„Ganz klar in Verantwortung, Bäderbetrieb am Laufen zu halten!““

  1. Ein Gruß an dieser Stelle an die Stadtwerke Walldorf, die reichste Gemeinde Baden-Württembergs, die ihre Sauna wegen „Gasnotlage“ geschlossen hat!

  2. Ich möchte Sie bitten, zu prüfen, ob für die Rentner*innen die ermäßigten Preise auch gelten können. Schon aus gesundheitlichen Gründen wäre es sehr schön, wenn sich diese Gruppe auch weiterhin einen Besuch im Bad leisten könnte.

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