Ein Vorgeschmack auf die Teilung Bruchsals

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Die jahrelangen Bauarbeiten an der Bahnbrücke am Bruchsaler Siemens-Kreisel werfen ihre Schatten voraus

Wenn die Bahn baut, sind die Auswirkungen in der Regel beträchtlich. Spätestens seit der Sanierung der Schnellbahnstrecke Stuttgart-Mannheim, kann der halbe Kraichgau davon ein Lied singen. Monatelang waren wichtige Verkehrswege im Zuge der Bauarbeiten blockiert, der Umleitungsverkehr sorgte tagtäglich für Stress bei Anwohnern und Pendlern.

Die Bruchsaler Kernstadt blieb von diesem Mammutprojekt weitestgehend verschont, doch das nächste große Ding steht bereits in den Startlöchern. Weil die alte Bahnbrücke über der Werner-von-Siemens-Straße – gelegen zwischen dem Triwo-Park und dem Hauptbahnhof – mit ihren fast 100 Jahren auf dem stählernen Buckel das Ende ihrer Lebenszeit erreicht, wird hier eine komplette Erneuerung unumgänglich. Das massive Bauwerk, über das mitunter die Strecke der Rheintalbahn führt, muss mit seinen insgesamt sieben Überbauten komplett ersetzt werden.

Dass ein solches Mammutprojekt nicht innerhalb weniger Wochen abgewickelt werden kann, dürfte sich wohl von selbst verstehen. Tatsächlich werden die Bauarbeiten, deren erste Ausläufer bereits in diesem Herbst beginnen, voraussichtlich erst im Jahr 2024 abgeschlossen werden.

Einen ersten Vorgeschmack auf die spätestens im kommenden Jahr greifenden Bauarbeiten samt den unweigerlich folgenden Sperrungen der Unterführung für den Fahrzeugverkehr, gibt es bereits in wenigen Tagen. Wie die Stadt Bruchsal bekannt gibt, wird die Unterführung halbseitig von heute Abend um 20 Uhr bis um 2 Uhr am folgenden Morgen für den Verkehr gesperrt. Eine weitere kurze Vollsperrung erfolgt dann vom 9. bis zum 10. Oktober, auch hier sollen die Arbeiten unter örtlicher Umleitung primär in der Nacht erfolgen. Für diese kurzen Intermezzi ist übrigens nicht die Bahn verantwortlich, die Stadt nimmt Wartungsarbeiten an den Wasserpumpen vor, die die Überflutung der Unterführung verhindern sollen.

Weitaus größere Auswirkungen, als diese kurzen, punktuellen Arbeiten, wird selbstredend der Neubau der Brücke mit sich bringen. Die darunter hindurch führende Straße ist eine der wichtigsten Verbindungen in Bruchsal und eine der wenigen Querungsmöglichkeiten der Bahnschienen. Die nächsten Möglichkeiten bestehen über die Büchenauer Brücke, die derzeit eine einzige Großbaustelle ist und über die Überführung im Gewerbegebiet Stegwiesen. Die Arbeiten an der Bahnbrücke am Siemens-Kreisel werden zweifellos für eine starke Belastung dieser beiden Brücken und diversen Stau-Hotspots in der Stadt führen. Immerhin, laut Bahn soll der Verkehr auf der Schiene, von den Bauarbeiten – Behelfsbrücken sei Dank – nicht beeinträchtigt werden.

Wie uns der verantwortliche Projektleiter der Bahn, Menes Khalil-Meister telefonisch mitteilte, wird es während der verschiedenen Bauphasen immer wieder mitunter wochenlange Zeitabschnitte geben, in denen die Unterführung komplett gesperrt werden muss. Da in dieser Zeit massive Brückenbauteile angehoben werden müssen, darf sich verständlicherweise niemand unter der Konstruktion befinden. Die genauen Abläufe würden derzeit mit Vertretern der Stadt so wie der Rettungsdienste abgesprochen, so Khalil-Meister weiter.

Den exakten Zeitplan über die anstehenden, jahrelangen Arbeiten an der Bahnbrücke und die damit verbundenen Sperrungen und Umleitungen wurde bislang noch nicht kommuniziert, wir warten derzeit noch auf die Antwort einer diesbezüglichen Presseanfrage an die Deutsche Bahn sowie vom Ordnungsamt der Stadt Bruchsal. Sobald diese vorliegen, werden wir – die entsprechenden Informationen vorausgesetzt – an dieser Stelle nachberichten.

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1 Gedanke zu „Ein Vorgeschmack auf die Teilung Bruchsals“

  1. Dass man den Siemens-Kreisel immer noch „Siemens-Kreisel“ nennt… wo es doch ein Oval ist ;)
    Bin mal gespannt welche Lösungen die Stadt für die Pendler bereit hält. Die Alternativen in beide Richtungen sind rar.

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