Die Rocker vom Trecker
Sie tun es schon wieder – zum fünften Mal lassen Steffen und Jessy ihre Kuhweide beben und das mit einem Line-up, das zu beeindrucken weiß.
Viel Laber, viel Rhabarber. Was haben wir in den vergangenen Jahren schon Festivals und Musikveranstaltungen kommen und gehen sehen. Oft scheitern diese Mega-Events dann an sich selbst, weil die Arbeit und der Aufwand dahinter schlicht unterschätzt werden. Man macht sich keine Vorstellung davon, an wie viel gedacht werden muss, wie viel im Vorfeld organisiert und geleistet werden muss, um am Ende tatsächlich abfeiern zu können.
Umso erstaunlicher ist diese kleine Geschichte aus Flehingen, die sich langsam, aber stetig zu etwas ganz Großem entwickelt. Einfach so, quasi aus der Hüfte heraus, hat der Junglandwirt Steffen Hofmann ein neues Musikfestival auf die Beine gestellt. Es heißt „Rock die Weide“ und wenn Sie davon gerade eben zum ersten Mal gehört haben, dann müssen Sie die letzten fünf Jahre in einer Höhle auf dem Mond verbracht haben. Mit der schönen Catchphrase „Wenn Dorfkinder feiern“ haben Steffen und seine Frau Jessy genau das möglich gemacht: die ultimative Dorfkinder-Party im XXL-Format, treu der Heimat und dem Hügelland, bescheiden auf dem Acker ausgetragen.

Zweimal haben wir die Show schon besucht, zweimal für mehr als gut befunden. Denn das Geheimnis von Rock die Weide ist das Unprätentiöse, das Unkomplizierte, das Einfache und das Fröhliche. Du gehst hin, du hast Spaß, du kannst dabei sein, wer du willst und wie du willst. Schlag ein bisschen über die Stränge, solange du keinen Stress machst, hab eine gute Zeit, dann bist du unter Gleichgesinnten. Ungefähr so würden wir das Rezept des Festivals ansetzen wollen, ein Festival, das in diesem Jahr bereits in seine fünfte Ausgabe geht.
Was das Line-up angeht, so haben Jessy und Steffen im Jahre des Herrn 2025 einen dicken Fisch an Land gezogen. Tja, und mit dem Land kennen sich die Troglauer in jedem Fall aus, denn genau von dort kommen sie auch. In Troglau in der Oberpfalz haben sie sich 2004 zusammengetan, anfangs noch als reine Coverband, später dann mit eigenen Hits, die sich samt und sonders einer sehr speziellen und sehr rockigen Auslegung der Volksmusik verschrieben haben. Sie schreiben lyrische Texte, die zum Träumen einladen. Wie zum Beispiel die Geschichte vom Haberfeldtreiber (ursprünglich ein bayerisches Justizritual, bei dem man dem Delinquenten seine Vergehen in Versform vorgehalten hat), wo es so schön heißt: „Raucha, saufa, vogeldwuide Weiber, treib mi rum bei der Nacht und schlof am Dog, mei ganzes Lebn is a Hoberfeldrock.“

Und wenn Ihnen das trotz rot glühendem und rauchendem Akkordeon noch nicht hart genug sein sollte, dann dürfte Ihnen die zweite Band, die in Flehingen einmal mehr auf dem Acker zum wilden Tanz aufspielt, zusagen. Donnerbalken, die Heavy-Metal-Band aus dem Enzkreis, lässt bitten. Also waschen Sie sich vorher die Haare – trockenschütteln können Sie diese dann direkt auf der Weide. Während die großen Herren der basslastigen Gröl-Prosa den Closer geben, spielt die Band aus dem Enzkreis den Opener, quasi als perfekte Klammer rund um den Headliner aus Oberbayern.
Nun aber, das dürfte der Überzeugungsarbeit genug sein. Wenn Sie ein echtes Dorfkind sind – oder eines werden wollen – dann wartet Ihre Feuertaufe am 6. September auf dem von weit her sichtbaren und von noch weiter her hörbaren Acker des Lämmle-Hofs bei Flehingen auf Sie. Weitere Infos gibt’s auf der Website: rockdieweide.de
