Die Dankesfeier für alle Helferinnen und Helfer der Hochwasserkatastrophe wird als unvergessliches Gondelsheimer Vierfach-Festival in die Geschichte eingehen.
von Stephan Gilliar
Was für ein unglaublicher Abend, was für ein Fest. Das Gondelsheimer Schlossstadion – ein einziges pulsierendes, buntes Festivalgelände, das so gar nicht in die eigentlich kleine und beschauliche Kulisse der 4.000-Seelen-Gemeinde passen will. Laut und wild ergießen sich die vibrierenden Klänge von nicht weniger als vier hochkarätigen Bands über das Rot der Aschenbahn, das Grün des Rasens und von dort aus über ganz Gondelsheim. Weiß und herb breitet sich der Rauch der Nebelkanonen von der hell erleuchteten Bühne über das Publikum aus, transportiert die zuckenden und fröhlichen Lichter über die Köpfe der Menge hinweg. Elektrisiert wogt die Menge der rund 2.000 Besucherinnen und Besucher unter den Rhythmen und den hämmernden Bässen aus der Batterie schwerer Boxen, die wie schwarze Trauben unter dem Dach der riesigen Bühne hängen. Sogar der eigentlich frühlingshaft grüne Wald erstrahlt zu vorgerückter Stunde unter dem Licht unzähliger Scheinwerfer in herbstlichem Rot-Gold.
Ein Ausnahmefest für die Ewigkeit
Gondelsheim hat schon oft, herzlich und laut gefeiert – aber das hier ist neu, das gab es noch nie, und das wird es vermutlich auch lange Zeit nicht mehr geben. Wer dabei war, kann sich glücklich schätzen. Wer es verpasst hat, dürfte bei diesen Bildern ein paar dicke Tränen verdrücken. Doch wie kam es dazu? Wie konnte das kleine Gondelsheim zum Austragungsort eines der fettesten und buntesten Festivals des jungen Sommers werden?

Der Ursprung: eine Katastrophe
Der Ausgangspunkt war weit weniger schöner Natur. Im August des vergangenen Jahres erschütterte ein Hochwasser die Region. Teile von Bretten und Bruchsal – insbesondere aber Gondelsheim und Heidelsheim – wurden innerhalb kürzester Zeit von mehreren Seiten vom Wasser überrascht, überflutet und verwüstet. Viele Menschen verloren Heim, Hab und Gut, die Schäden gingen in die Millionen. Wie durch ein Wunder jedoch gab es keine Schwerverletzten und auch keine Todesopfer zu beklagen – wer sich die Bilder der Katastrophe vor Augen ruft, kann hier mit Fug und Recht von einem Wunder sprechen.
Solidarität, die zu Herzen geht
Die Aufräumarbeiten – und auch die politische Aufarbeitung – dauerten Wochen und Monate, hallen teilweise bis heute nach. Bemerkenswert und hervorzuheben war die Welle nach der Welle: die Welle uneingeschränkter Solidarität der Menschen in und um Gondelsheim. Man half einander – unbürokratisch, schnell, selbstlos. Nachbarn für Nachbarn, aber auch Fremde für Fremde. Muskelkraft, Zuspruch, Sachspenden, finanzielle Hilfen – wer sich all die kleinen und großen, aber allesamt großartigen Geschichten aus dieser Zeit vor Augen führt, kann ein Stück des verloren geglaubten Vertrauens in die Menschheit zurückgewinnen.



















































Die Gemeinde Gondelsheim wollte dieses zwischenmenschliche Gold würdigen – das stand von Anfang an fest. Dass dieses Dankeschön aber so derart opulent ausfällt, war am Ende doch überwältigend – und nur dem Zusammenspiel vieler engagierter Akteure zu verdanken.
Ein Gemeinschaftswerk der Extraklasse
Da wären die Sponsoren, die die Durchführung des Festivals mit teilweise hohen Summen unterstützten: der Tierfutterproduzent Deuerer, Dill und Hauf, die Sparkasse Kraichgau, die Bäckerei Thollembeek und viele mehr.

Uli Lange mit seinem „Festival der guten Taten“, Moderator Thomas Brockmann, der an diesem Abend ehrenamtlich moderierte – und natürlich vier herausragende Bands aus der Region, die man normalerweise nicht im selben Atemzug und am selben Abend zu sehen und zu hören bekommt: Sudden Inspiration, neun.live, Elfriede’s Journey und 7DICE. Sie alle spielten auf der Bühne ein Programm der Superlative – frenetisch gefeiert von tausenden Zuschauerinnen und Zuschauern, bis in die Nacht hinein, ohne müde zu werden.
Ein großes Dankeschön für große Taten
Für alle Helferinnen und Helfer der Flutkatastrophe gab es an diesem besonderen Abend nicht nur – wie für alle anderen auch – kostenlosen Eintritt, sondern zusätzlich kostenlose Verpflegung. Kühle Getränke, kross gebratene Steaks und Würste vom Grill – die Nachfrage war riesengroß, der Andrang an der Essensausgabe riss zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise ab.

Hier kann man nur demütig den Hut ziehen vor den vielen ehrenamtlichen, freiwilligen Helferinnen und Helfern. Stundenlang schufteten sie im Halbschatten an den glühenden Grills, sorgten bis zur Erschöpfung dafür, dass jeder noch so hungrige Topf den passenden Deckel fand. Danke dafür.
Groggy, aber mit Gänsehaut im Herzen
Auch wenn am Morgen danach viele Helferinnen und Helfer vor und hinter den Kulissen von Muskelkater, Müdigkeit und Heiserkeit geplagt wurden – was bleibt, ist mehr als nur der Nachhall donnernder Bässe. Es ist das Gefühl, Teil von etwas Großem gewesen zu sein. Einer Gemeinschaft, die zusammensteht, wenn es darauf ankommt, und die das Leben feiert, wenn es wieder hell wird nach dunklen Tagen.

„Es war ein in mehrfacher Hinsicht historisches Fest“, sagt Bürgermeister Markus Rupp, spürbar bewegt – und das mit Recht. Was sein Gondelsheim da auf die Beine gestellt hat, war mehr als ein Dankeschön, mehr als ein Festival. Es war ein leuchtendes Zeichen: für Zusammenhalt, für Hoffnung, für Menschlichkeit.
Möge es eines Tages ein Wiedersehen geben – mit ebenso viel Musik, Freude und Gemeinschaft. Aber nie wieder aus dem Grund, der diesem Abend vorausging.
Unfassbar gute Bands die wir hier in der Region haben, wie der Bürgmeister sagte, die fantastischen Vier. Mir persönlich hat neun.live am besten gefallen, einfach nur gute Laune und super Sound mit tollen Songs die man nicht jeden Tag von einer Coverband hört. Aber es war für jeden was dabei. Wir hatten einen tollen Abend.
Vielen Dank für „den tollen Sound“
Hat mich sehr gefreut dieses Tolle Fest Begleiten zu können.
Sudden inspiration ist echt der Hammer 🔨! Mega!