Die letzten Stunden der alten Storchenschmiede

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Nach fast 70 Jahren fällt gerade der alte D-Bau der Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal

Stück für Stück reißt der gefräßige Bagger große Betonbrocken aus dem leeren Gerippe das alten Klinikgebäudes. Für viele Bruchsaler Eltern, die dem Schauspiel vom Gehweg der Robert-Koch-Straße aus zusehen, irgendwie doch ein emotionaler Moment. Aus diesen nun leeren Fensterhöhlen haben sie alle einmal hinaus geblickt, den nur Stunden zuvor auf die Welt gebracht Nachwuchs in den Armen wiegend. Dort unten, nun unter einem Haufen Geröll begraben, liegt die alte Glastür, durch die Generationen von stolzen Müttern und Vätern ihre Babys hinaus und nach Hause getragen haben.

Ein bisschen Sentimentalität muss schon erlaubt sein, schließlich war der alte, graue Kasten, so lange Jahre die Storchenschmiede Bruchsals, hier war bis zuletzt die Wochenbettstation der Klinik untergebracht. Dass der nüchterne Zweckbau aus dem Jahr 1954 weichen muss, steht schon seit geraumer Zeit fest und dürfte eingedenk des nicht mehr zeitgemäßen Zustandes auch niemanden verwundern. Bausubstanz, Elektrik, sanitäre Einrichtungen – irgendwann hat jedes Gebäude einmal seinen Zenit überschritten, im Falle des alten D-Baus war das schon vor langen Jahren der Fall.

Nun haben seine letzten Stunden geschlagen, Stück für Stück fällt der alte Bau, wird von einem Abrissunternehmen schonend und behutsam abgetragen. Anders geht es auch nicht, schließlich läuft nur wenige Meter neben an der reguläre Klinikbetrieb weiter. Auch die kleinen Bruchsaler/innen erblicken weiterhin hier das Licht der Welt, seidt dem Ende des D-Baus nun im nagelneuen G-Bau direkt nebenan.

Genau wie die Menschen die in ihr wirken, ist auch ein Krankenhaus einem ständigen Wandel, einem fortwährenden Kommen und Gehen unterworfen. Das Alte weicht dem Neuen, das weiß niemand besser als die Mitarbeiter/innen einer Klinik. So folgt auf den alten D-Bau bald ein neuer. Eine Wochenbettstation wird es hier zwar nicht mehr geben, dafür ziehen die Chirurgie, die Anästhesie, eine Rettungswache, die zentrale Operationsabteilung und die Tagesklinik für Psychosomatik hier ein.

Damit übrigens nicht genug. Direkt im Anschluss wird der benachbarte E-Bau freigeräumt, abgerissen und neu erbaut – hier sollen weitere Operationssäle für die wachsende Klinik entstehen. Knapp 80 Millionen Euro werden die Bauprojekte vorraussichtlich kosten, bereits im Mai vergangenen Jahres hat der Kreistag hierfür grünes Licht gegeben.

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